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Corona-Krise

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100 Nachbarn: Unterstützung für Bedürftige im Bahnhofsviertel

Foto: Max Galys
Foto: Max Galys
Um Bedürftige im Bahnhofsviertel während der Corona-Pandemie zu unterstützen, haben Justina Honsel und Mascha Schubbach das Projekt „100 Nachbarn“ ins Leben gerufen. Gemeinsam verteilen sie Essen und Getränke und rufen zu mehr Solidarität auf.
„Wir wollen unsere Reichweite und unsere Community nutzen, um auf die Lage der Bedürftigen aufmerksam zu machen. Wir wollen das Thema sichtbar machen“, sagt Justina Honsel. Gemeinsam mit der selbständigen Stylistin Masha Schubbach hat die 30-jährige Kommunikationsdesignerin am Freitag das Projekt „100Nachbarn“ ins Leben gerufen. Damit wollen sie Bedürftige, Obdachlose und Drogenabhängige im Bahnhofsviertel unterstützen, die aktuell durch die Corona-Krise stark betroffen sind. Durch die Schließung der Restaurants, die ausbleibenden Touristen und Passanten sowie die Überlastung der Einrichtungen und Schließung der Tafeln, seien sie noch mehr als sonst auf die Hilfe und Unterstützung anderer angewiesen, so Honsel. „Es mangelt an Essen, Hygiene-Artikeln und vor allem an Wasser. Die Menschen haben ein schwaches Immunsystem und können jede Hilfe gebrauchen.“

Aus diesem Grund verteilen die „100 Nachbarn“ täglich belegte Foccaccias im Bahnhofsviertel. Unterstützt werden sie unter anderem von Lisa Wäsch, die das 91raw auf der Münchener Straße betreibt. Dort werden täglich hundert Foccaccias zubereitet und belegt, die dann um 18.30 Uhr abgeholt und gemeinsam mit Wasserflaschen im Bahnhofsviertel verteilt werden. Die Rückmeldungen seien bislang sehr positiv, sagt Honsel. „Die Leute sind super dankbar und freuen sich sehr über das Essen.“

Neben der Essensverteilung der „100 Nachbarn“ sind auch die Street Angel weiterhin im Bahnhofsviertel und in der Innentstadt unterwegs, um Obdachlose und Drogenabhängige zu unterstützen. Auch das Diakonische Werk Frankfurt und Offenbach hält weiterhin den Tagestreff der Weser5 in der Weser-/Gutleutstraße geöffnet. Darüber hinaus gibt es einen sogenannten Gabenzaun, der sich am Silberturm der Deutschen Bahn befindet. Dort können Spenderinnen und Spender Tüten mit Obst, Kleidung oder Hygiene-Artikeln aufhängen. „Wir machen das noch drei, vier Wochen lang. Je nachdem, wie lange das Geld reicht“, sagt Honsel. Sie möchte an alle Frankfurterinnen und Frankfurter appellieren, sich zu engagieren. Der Zuspruch sei bereits sehr groß: Innerhalb von nur fünf Tagen habe das Projekt bereits Spenden in Höhe von 10 000 Euro erhalten. „Es ist schön zu sehen, dass Frankfurt auch in Krisenzeiten zusammenhält und eine starke Community hat“, sagt Honsel.

Von den Spenden wolle man vor allem weitere Initiativen unterstützen, aber auch Lebensmittel wie Obst und Müsliriegel besorgen. „Wir werden dann kleine Lunchpakete packen, denn die Leute sind sehr sehr hungrig“, so Honsel. Darüber hinaus sei die Wasserversorgung im Bahnhofsviertel ein Problem, um das man sich dringend kümmern müsse. Denn dort gebe es beispielsweise keinen öffentlich zugänglichen Wasserspender wie etwa auf der Zeil.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann an seine Spende über den „100NACHBARN“ PayPal Money Pool teilen. Darüber hinaus können Fragen jederzeit per Mail an mail@justinahonsel.de gerichtet werden.
 
26. März 2020, 13.10 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
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