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Foto: Theaterraum im Stalburg Theater © Dirk Ostermeier
Foto: Theaterraum im Stalburg Theater © Dirk Ostermeier

Frankfurt-Nordend

„Dem Stalburg Theater geht es nicht so doll, also schlecht“

Das Stalburg Theater im Frankfurter Nordend steht vor dem Aus. Gründer Michael Herl sprach mit dem JOURNAL über die schwierige Situation nach Corona.
JOURNAL: Herr Herl, wie ist es um die finanzielle Situation des Stalburg Theaters bestellt?
Michael Herl: Nicht so doll. Also schlecht.

Was heißt das konkret, wenn Sie der FR sagen, dass Sie „pleite“ sind?
Wir sind natürlich nicht wirklich pleite, gefühlt aber schon. Denn wenn wir nichts tun, werden wir es tatsächlich.

Sie sagen, das Theater leide unter „Long Covid“?
Spenden und Subventionen reichten zum Überleben der Corona-Krise. Doch wir hatten zu Beginn der Pandemie gerade unser dreiteiliges Mammut-Projekt „Das Leben des Vernon Subutex“ begonnen, da mussten wir es schon abbrechen. Die Eintrittsgelder für viele ausverkaufte Vorstellungen mussten wir zurücküberweisen, hatten aber immense Produktionskosten, sodass wir seither ein Minus von knapp 50.000 Euro hinter uns herschleppen. So gesehen leiden wir immer noch an dem Virus.

Herl über Besucherschwund im Stalburg Theater: „Man nennt das wohl Neoliberalismus“

Warum konnte Stoffel die Defizite finanziell nicht ausgleichen?
Der Stoffel war fast zwei Jahrzehnte ein wichtiges Standbein des Theaters. Beim ersten Stoffel nach Corona fremdelten die Leute noch und scheuten die Nähe zu anderen. Auch im Freien. So machten wir erstmalig ein Minusgeschäft. Beim zweiten im letzten Jahr schlossen wir mit einem leichten Plus ab, doch der Zuspruch war längst nicht so wie früher. Viele langjährige Stoffel-Hardcore-Besucherinnen und Besucher sind aus Bornheim und dem Nordend verdrängt worden und leben irgendwo außerhalb.

Info
Wer dem Stalburg Theater finanziell unter die Arme greifen will, kann dies auch per Überweisung oder Paypal tun.

SPENDENKONTO: DE13 5105 0015 0143 0686 33
PAYPAL: info@stalburg.de


Die kommen halt nicht mehr täglich, so wie früher. Und für die, die jetzt in deren Wohnungen leben, ist der Stoffel ein Arschloch-Event wie viele andere auch. Die verstehen den Geist des Stoffels nicht und schon gar nicht, dass Freier Eintritt mit der Bitte um Spenden bedeutet, dass die, die viel haben, für die mitzahlen, die weniger haben. Man nennt das wohl Neoliberalismus. Aber die kriegen wir schon.

Hoffnung für Stalburg Theater: Stoffel im Juli 2024

Haben die Verluste auch etwas damit zu tun, dass das Gasthaus geschlossen ist?
Überhaupt nicht. Am Anfang dachten einige Leute, wir hätten auch geschlossen, doch das hat sich gelegt. Gaststätte und Theater sind zwei getrennte Unternehmen. Wir haben einen langfristigen Mietvertrag und sind wesentlicher Teil der Zukunftsplanungen für das Stalburg‘sche Anwesen.

Was muss passieren, damit das Stalburg Theater überlebt?
Wir müssen durchhalten bis Juli, da beginnt der Stoffel, und der muss knallen. Dafür haben wir auch einige Ideen. Für die Zeit danach haben wir einen ausführlichen Plan entwickelt, andere würden sagen einen Business-Plan. Wir haben jeden einzelnen Kostenpunkt kritisch analysiert und eine Reihe von Einsparungsideen gefunden, die teils auch jetzt schon greifen. Das betrifft zum Beispiel das Personal, das Programmkonzept und die Möglichkeit, auch abseits des Theatergeschäfts Geld zu verdienen. Das schmerzt zum Teil, muss aber halt sein.

Info
Michael Herl ist Gründer und künstlerischer Leiter des Stalburg Theaters. Er schreibt für mehrere Frankfurter Medien, unter anderem eine Kolumne im Journal Frankfurt.




Michael Herl © Bernd Kammerer
 
22. April 2024, 11.55 Uhr
Katja Thorwarth
 
Katja Thorwarth
Die gebürtige Frankfurterin studierte an der Goethe-Uni Soziologie, Politik und Sozialpsychologie. Ihre journalistischen Schwerpunkte sind Politik, politisches Feuilleton und Meinung. Seit März 2023 Leitung online beim JOURNAL FRANKFURT. – Mehr von Katja Thorwarth >>
 
 
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