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Männerakt-Fotografie als erotischer Dial
 

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Männerakt-Fotografie als erotischer Dialog

Bei der Betrachtung der Aktfotografien von Tamara Amhoff-Windeler kann man ahnen, dass die Künstlerin in ihrer Jugend selbst für Modeaufnahmen in Paris Modell gestanden hat. Man merkt es den männlichen und weiblichen Aktmodellen an, dass sie sich bei der „Reise um den Körper“ während der Fotosession rundum wohl und gut aufgehoben gefühlt haben und sich ihr „anvertrauen“ konnten, wie sie selbst es nennt. Der neue Bildband „MAN“ ist zur Buchmesse im Verlag T.AW.antgarde (160 Seiten, Euro 39,-) erschienen und wird im Vorwort als „Hommage an das Leben“ beschrieben.


Für die Journal-Titelgeschichte 06/04 machte Tamara Amhoff-Windeler aufregende und ästhetische Fotos von „Shooting Star Sibel Kekilli“, mit der sie bereits 2001 und 2002 erste Sessions gehabt hatte, lange bevor Kekilli mit ihrem Berlinale-Erfolg „Gegen die Wand“ ihren Durchbruch als Schauspielerin schaffte. Mit ihrer einfühlsamen Aktfotografie ist die Fotografin einerseits ein Begriff für Privatfrauen, die ihrem Liebsten einmal ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk machen möchten. Doch auch vor internationalen Gremien wie der Calendar Marketing Association (CMA) in New York, bei der sie 2006 nicht zum ersten Mal die Goldmedaille abräumte als beste Schwarzweiß-Fotografin, diesmal für ihren Wandkalender „Woman“, konnte sie bestehen. Während sie schon zweimal für ihre Wandkalender mit Männerportraits in New York prämiert wurde, ist dieser siebte Bildband der Künstlerin ihre erste Auseinandersetzung mit dem Thema Männerakt in Buchform.


Dabei liegt ihr die Abstraktion fern, die Stilisierung eines männlichen Torso zum ästhetischen Muskelberg nach griechischem Schönheitsideal ist ihre Sache nicht. Zwar ist die erotische Ausstrahlung der Laienmodelle deutlich spürbar und Körper werden zum Kunstwerk, aber dabei bleibt das Modell stets Subjekt, Akteur, Partner der Kooperation mit der Fotografin. Diese versteht sich ebenso als Regisseurin, die bei der intimen Inszenierung auf die „partnerschaftliche Mitarbeit meines Modells auch angewiesen“ ist. Genau dafür ist Tamara Amhoff-Windeler bekannt: Nicht vorzuführen, sondern über diesen gemeinsamen Prozess auch einen Dialog mit dem Betrachter zu ermöglichen, dem es schwer gemacht wird, die Bilder als bloße Objekte zu konsumieren. Für Frauen bedeutet das, sich endlich einmal ganz entspannt vor der Kamera zu bewegen bzw. auch einmal einen schönen nicht pornografischen Aktbildband zu erforschen.
Männern aber eröffnen sich neue Horizonte, weil „MAN“ das ganze Spektrum von Männlichkeit heute zeigt, ohne sich auf Bilder mit homoerotischer Ausstrahlung zu beschränken und durch seine bloße Existenz Männern Mut macht, sich zu zeigen. Mut, sich in ihrer ungeschminkten Individualität zu zeigen und ihre Identität auch zu hinterfragen. Was durchaus auch einmal Accessoires wie Kippe, Seil, Stilettos, „Hab mich lieb“-Kissen, Blumen, Flügel, Gitarre... einschließen kann. Immer wieder schauen die Männer direkt, im besten Sinne un-verschämt, in die Kamera, und ihr mal herausfordernder, mal schelmischer Blick verrät, wie sehr sie die Aufnahmen genossen haben.


Der Künstlerin, die auch einmal in Frankfurt Psychologie studiert hat, ist nichts Menschliches fremd, und ihre Arbeit lebt von zwischenmenschlichen Beziehungen. Um die Aussage noch stärker als auf ihren Fotos hervorzuheben, hat sie sich nun an ein weiteres Medium herangewagt. Sie verbindet dabei Malerei, Fotografie und Kollage. Auf bis zu 90x120cm großer Leinwand gestaltet sie expressionistisch bis surrealistisch anmutende Frauenportraits, teils als Collage mit Acryl, zum Teil in Verbindung mit Spachteltechnik. Diese sind zur Zeit noch bis zum 30.11.06 in Meiningen im NEKST e. V.-Kunsthaus Meiningen zu sehen (Beispiele auf www.windeler.com). Die Ausstellung macht Lust auf viele weitere, die dann auch den Mann entdecken werden. Tamara Amhoff-Windeler ist eine Frau, die das Leben liebt und innere wie äußere Schönheit ausstrahlt. Genau das ist wichtig für ihre Kunst, denn die Fotografin ruht in sich selbst und kann die Schönheit ihrer Modelle „aushalten“, um sie ganz von ihrer „Schokoladenseite“ zu zeigen.

Text: Tessa Hermann, Foto: Verlag

 
31. Oktober 2006, 00.00 Uhr
red
 
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