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Frankfurt goes Hip-Hop

Endlich darf mal ganz ungezwungen auf dem Römerberg gesprayt werden. Gut, das Sprayobjekt war keine Hausfassade, sondern eine vorbereitete Leinwand. Aber trotzdem legte sich der Frankfurter Graffitikünstler Helge „Bomber“ Steinmann ordentlich ins Zeug. Noch dazu waren seine Mitstreiter keine anarchistischen Jugendlichen, sondern ganz solide erwachsene Bürger, die eine US-Generalkonsulin in Frankfurt, der andere Stadtkämmerer in Frankfurt (Foto). Jo Ellen Powell und Uwe Becker sind nämlich Schirmherren des Projekts „Hip-Hop: Four Elements – One Culture“, das heute in einer Pressekonferenz im Franfkurter Presse- und Informationsamt am Römerberg vorgestellt worden ist. Und weil Graffiti eines der vier Elemente des Hip-Hops ist, ging es von der Pressekonferenz eben gleich zu den Sprühdosen. Die US-Amerikanerin trug Schwarz-Rot-Gold auf, der Deutsche hatte seinerseits keine Mühe mit den Stars und Stripes. Nur die 50 Sterne passten nicht ganz in das blaue Feld.


Das Motto „Four Elements – One Culture“ bezieht sich auf die wesentlichen Bestandteile des Hip-Hop. Dies sind neben dem Graffiti Rap, Breakdance und DJing. Den Auftakt der Veranstaltungen bildet am Freitag die Eröffnung einer Fotoausstellung zu den Wurzeln des Hip-Hop in der Stadtbücherei. Zu sehen sind Bilder der Szene-Fotografin Martha Cooper, die die Entstehung der Hip-Hop Kultur von Anfang an begleitet hat. Eröffnung ist um 14 Uhr, Cooper wird selbst anwesend sein.


Weiteres Highlight: eine Gesprächsrunde, in der unter anderem der Frankfurter Rapper D-Flame sowie der Musiker und Produzent Murat Güngör über das Verhältnis von unabhängiger Hip-Hop Kultur und Kommerzialisierung diskutieren. Weitere angekündigte Themen sind die den Rap-Texten oftmals vorgeworfene Frauenfeindlichkeit und das illegale Graffiti-Spraying. „Wir wollen auch kritische Fragen zum Hip-Hop nicht scheuen und uns mit negativen Tendenzen auseinandersetzen“, so Stadtkämmerer Becker.


Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe gibt es am 16.11. im Gallus Theater einen Hip-Hop-Contest, ein Dance Battle, einen Poetry Slam und eine Hip-Hop Party. Der US-Künstler Mr. Wiggles wird dazu auflegen.


„Unser Ziel ist es, den Hip-Hop in seinen Ausprägungen vorzustellen und vor allem die Jugendlichen, die sich mit ihm beschäftigen, zusammenzubringen“, formulierte US-Generalkonsulin Powell die Ziele des Projekts. Das Sprayen hat sie jedenfalls sicher etwas bekannter gemacht.

 
24. Oktober 2007, 17.58 Uhr
red
 
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