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Einzigartiges Geschenk
 

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Frankofurtensie fürs Institut für Stadtgeschichte

Die riesige Frankofurtensien-Sammlung des Instituts für Stadtgeschichte ist nun um einen Schatz reicher: Ein Fotoalbum mit 62 Originalabzügen, die einen einzigartigen Blick auf das alte Frankfurt gewähren.
Carl Schleussner, Begründer einer der ersten fotochemischen Fabriken und selbst fasziniert von der Fotografie, stellte zwischen 1860 und 1879 ein Fotoalbum mit Aufnahmen Theodor Creifelds, Friedrich Wilhelm Maas‘ und Carl Friedrich Mylius zusammen, das nun ans Institut für Stadtgeschichte übergeben wurde.

„Das Album wird in unserer über zwei Millionen Bilder umfassenden Sammlung zu den größten Schätzen gehören“, schwärmte Dr. Evelyn Brockhoff, leitende Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte, als das Ehepaar Hans und Renate Schleussner ihr das Fotoalbum mit 62 Originalabzügen aus der Zeit zwischen 1860 und 1879 überreichte. Urgroßvater Carl Schleussner hatte dieses aus Fotografien von Carl Friedrich Mylius, Theodor Creifel und Friedrich Wilhelm Maas zusammengestellt. Drei der Aufnahmen sind überhaupt nur in diesem Album überliefert: Der Eschenheimer Turm von der Innenstadt aus gesehen, die Westseite des Roßmarktes und eine spezielle Perspektive über die Alte Brücke.

Der aus Biedenkopf stammende Carl Schleussner war nach der Prüfung als Pharmazeut und dem Studium der Chemie an die Frankfurter Hirsch-Apotheke gekommen. 1860 heiratete er Elisa Rinn, Tochter des Siegellackfabrikanten Franz Rinn, und erwarb so das Frankfurter Stadtrecht. Er übernahm die Firma seines Schwiegervaters und begründete noch im selben Jahr und im selben Haus, am Römerberg 18, zunächst ein chemisch-pharmazeutisches Labor, aus dem schließlich die Firma „ Dr. C. Schleussner“ hervorging. Gegen Ende der 1860er Jahre produzierte Schleussner zunehmend Chemikalien für die Fotografie und als eines der ersten Unternehmen in Deutschland brachte er 1881 die ersten Trockenplatten auf den Markt. Einer seiner Hauptkunden war wahrscheinlich der bekannte Frankfurter Fotopionier Mylius, der in Hunderten von Aufnahmen das alte Stadtbild festhielt.

1874 rief Schleussner den „Verein zur Pflege der Photographie und verwandter Künste“ ins Leben, übernahm vier Jahre später dessen Vorsitz, regte ähnliche Gründungen in Köln, Berlin, Hamburg, Nürnberg, Breslau, Wien sowie New York an und gab ein fotografisches Fachblatt heraus. 1880 lud er zur ersten Fotografenversammlung nach Frankfurt ein. Im Jahr zuvor entstand das jüngste Foto des jetzt übergebenen Albums. Tobias Picard, einer der Fotoarchivare des Instituts, nimmt daher an: „Mylius könnte aus Anlass der Versammlung die Abzüge zur Verfügung gestellt haben. Vielleicht hatte Schleussner sie aber auch schon vorher von den einzelnen Fotografen erhalten. Ganz bestimmt aber hat Mylius, als er viele seiner Bilder im Album persönlich signierte, aus Verehrung für den Chemiker gehandelt, der die Tätigkeit des Fotografen förderte.“ Dass Creifelds und Maas nicht selbst unterschrieben, würde zu dieser Vermutung passen, da beide bereits verstorben waren. Die meisten Aufnahmen hat Carl Schleussner dann mit stadtgeschichtlichen Erläuterungen oder Goethe-Zitaten versehen. Diese Autografen wie die eigenhändigen Signaturen von Mylius und die frühe Zusammenstellung in einem Album machen den besonderen Wert des Zeitdokuments aus.

Noch in seinen letzten Lebensjahren begann sein Unternehmen, Negativmaterial für die neue Röntgenfotografie herzustellen. Schon zuvor hatte er die Trockenplatte fortentwickelt und ließ sie seit 1885 maschinell herstellen. So trug der Chemiker mit dazu bei, die Fotografie in ein neues Zeitalter überzuleiten. Die vorangegangene Epoche, in der die Fotografen eigenhändig in einer transportablen Dunkelkammer flüssiges Silberkolloid auf Glasplatten auftrugen und entwickelten, ist in dem einzigartigen Album repräsentiert. Im Institut für Stadtgeschichte wird es jetzt inhaltlich erschlossen und nach einem bereits erstellten Restaurierungskonzept betreut.
6. November 2012
mim
 
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