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Magistrat entscheidet über Projekt von Mirek Macke

Kunstverein Familie Montez zieht unter die Honsellbrücke

Am Dienstagnachmittag werden die Osthafenbrücke und die Honsellbrücke für den Verkehr freigegeben. Der soll künftig über die Familie Montez donnern. Am Freitag soll der Magistrat grünes Licht geben.
Die Idee steht schon im Raum, seit der Kunstverein Familie Montez heimatlos geworden ist. Im Mai 2012 mussten Mirek Macke und seine Mitstreiter die Gewerbehalle in der Breiten Gasse räumen, weil vom Eigentümer Pläne für das Gelände in zentraler Lage geschmiedet wurden (, die sich später zwar wieder zerschlugen, am Ende des festen Standorts aber nichts änderten). Seither ist Mirek Macke auf der Suche. Das leergeräumte U60311 war kurzzeitig eine Option, bald aber kam innerhalb der Stadtverwaltung die Idee auf, den 2007 von Mirek Macke und Anja Czioska gegründeten Kunstverein in den Brückenbögen der Honsellbrücke anzusiedeln – wenn die Bauarbeiten dort abgeschlossen sind.

Am heutigen Dienstagnachmittag ist es nun soweit. Die Osthafenbrücke soll für den Verkehr freigegeben werden. Autofahrer können dann über die neue Mainüberführung und die runderneuerte, unter Denkmalschutz stehende Honsellbrücke von der Sachsenhäuser Seite mitten ins Ostend fahren – dorthin, wo bis ins kommende Jahr der Neubau der Europäischen Zentralbank entsteht. Im August wurde die Brücke eingeschwenkt, die Eröffnung im Spätsommer verschob sich dann aber bis jetzt.

In der Honsellbrücke waren schon zuvor ab und an kunstsinnige Menschen unterwegs, etwa die Gruppe Saasfee, die im Sommer dort einen kleinen Kiosk eröffnete und manche Band zwischen den hochgewachsenen Gräsern spielen ließ. Seither hat sich einiges geändert. Der Hafenpark wurde geplant und eingeweiht, inklusive eines Skaterparadieses namens Concrete Jungle. Dort wo einst die Indie-Kneipe Pflasterstrand stand, bewirtet mittlerweile das Oosten vor allem Business-Kundschaft. Und wiederum einige Meter weiter entsteht, wie gesagt, die EZB – die als Nabel der Gentrifizierungswelle gesehen werden kann, die das Ostend erfasst hat.

Dass Mirek Macke nun den Zuschlag erhalten soll, sorgt bei einigen in der Frankfurter Gastronomen für Missfallen. Dem Vernehmen nach sollen sich einige Club- und Restaurantbetreiber für das Filetstück interessiert haben – eine Ausschreibung hat es aber nie gegeben. Der Grund dafür laut Stadtverwaltung: Die Parlamentarier haben verfügt, dass unter der Honsellbrücke eine kulturelle Nutzung entstehen soll – auf hohe Mieteinnahmen durch ein Szenelokal habe man, wie es seitens der Stadt heißt, keinen großen Wert gelegt. Ebensowenig Wert legt man natürlich auf hohe Förderungen – der Kultur-Etat ist derzeit ohnehin großen Einsparungen unterworfen. Deswegen soll sich der Kunstverein auch durch eine gastronomische Seite selbst tragen.

Wann es losgeht? Vermutlich im kommenden Frühjahr. Nach der Entscheidung des Magistrats am Freitag bekommen die Stadtverordneten im Januar die Sache auf den Tisch. Sollten sie positiv entscheiden, wovon bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen auszugehen ist, müssten die Brückenbögen noch hergerichtet werden. Ein erster Termin steht aber schon fest: Vom 30. März bis 4. April 2014 soll die Honsellbrücke Teil des Lichtspektakels Luminale sein. Kurator: Montez-Macher Mirek Macke. Der will sich öffentlich zu den nahenden Entscheidungen nicht äußern. "Ich glaube es erst, wenn ich es schwarz auf weiß habe", sagt er. Von der Stadt habe er jedenfalls noch keine Nachricht bekommen, dass es alsbald losgehen könnte. Seinen Kunstverein hat er seit der Schließung derweil auf Deutschland-Tournee geschickt. Berlin, Hamburg oder Leipzig gehörten zu den Stationen, an denen mit dem Kunstverein assozierte Künstler ihre Werke ausstellten.
 
10. Dezember 2013, 11.54 Uhr
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