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Übung: Terroranschlag am Ostbahnhof

Ein Bombenanschlag am Frankfurter Ostbahnhof. Verletzte Menschen irren umher. Polizei und Feuerwehr sind im Großeinsatz. Doch: Alles nur gespielt. Es ist eine Katastrophenübung, um den Ernstfall zu erproben.
Sonntagmorgen 9 Uhr am Frankfurter Ostbahnhof. Zwei Handgranaten explodieren als eine U-Bahn einfährt. Die Menschen am Bahngleis zucken zusammen. Schreie durchdringen die morgendliche Ruhe. Blut soweit das Auge reicht. Rund 50 Verletzte liegen am Boden. Einige irren geschockt durch die Gegend. Doch die Verletzten sind nur Komparsen. Ihre Verletzungen sind mit Theaterschminke und Kunstblut realistisch dargestellt. Polizei, Feuerwehr, Hilfsdienste und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) erproben mit ihrer Katastrophenschutzübung den Ernstfall. „SOLIS 2011“ heißt die Übung und soll die Handlungsfähigkeit der Einsatzkräfte im Fall eines Terroranschlags proben.

„Übungen wie SOLIS 2011 sind eine wesentliche Voraussetzung
dafür, dass Strukturen geschaffen und überprüft werden können, die
uns in einem Schadensfall in die Lage versetzen, schnell und effektiv
zu handeln“, sagt Frankfurts Polizeipräsident Achim Thiel. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass die Fachkräfte der Polizei, der Feuerwehr und der Verkehrsunternehmen wie die VGF nicht nur ihr Bestes geben, sondern auch optimal vorbereitet sind. Ein Baustein hierfür ist eine solche Übung."

Die zahlreichen Einsatzkräfte mussten koordiniert, die Verwundeten gerettet und die Fahndung nach den Terroristen aufgenommen werden. Dafür waren 550 Polizisten, 145 Feuerwehrleute, 80 Mitarbeiter von Hilfsdiensten und 50 von der VGF im Einsatz.

Und wie schon beim Großeinsatz am Frankfurter Flughafen im Oktober, als ein Flugzeugcrash mit 500 Verletzten simuliert wurde, wurden auch diesmal zur optimalen Versorgung der Verletzten kleine Handcomputer, die sogenannten PDA‘s, eingesetzt. Mit dessen Hilfe werden die Verletzten fotografiert, Verletzungsgrad, Geschlecht, eine grobe Alterseinschätzung - handelt es sich um einen Erwachsenen oder ein Kind -, Transportmittel, Krankenhaus und die vorgenommene medikamentöse Behandlung werden gespeichert. Die Daten werden via WLAN oder GPS auf ein zentrales Computersystem übertragen, auf das die Leitstellen und die Krankenhäuser Zugriff haben. Der Leiter der Frankfurter Feuerwehr Reinhard Ries war damals schon überzeugt : "Das ist eine große Chance für die Zukunft. Die Leitstellen können verfolgen, wie viele Patienten es gibt und in welche Kliniken diese kommen, denn im Sekundentakt sind die neusten Zahlen der Opfer auf dem Bildschirm zu sehen." Bereits während des Transports könnten sich die Hospitäler auf die optimale Versorgung der Patienten einstellen und den Angehörigen könnte problemlos weitergeholfen werden. Gleichzeitig werden alle Informationen auf Chips übertragen, die in farbigen Armbändern integriert sind und den Verletzten angehängt werden - anstelle der bisher üblichen, manuell beschrifteten Verletzungsanhängekarten. Die roten, gelben und grünen Bänder, die man sonst nur aus dem All-inclusive-Urlaub kennt, symbolisieren den Schweregrad der Verletzung.

Nach wenigen Stunden wurden die zwei Terroristen geschnappt - natürlich auch Statisten. Um 15 Uhr war alles vorbei. Die Komparsen durften sich wieder abschminken und den sonnigen Frühlingstag genießen. Und die Einsatzkräfte? Die haben sich wacker geschlagen. Und Michael Budig, VGF-Geschäftsführer, resümiert: „Diese Übung kann bei dem Fall, von dem wir alle hoffen, dass er nicht eintritt, Leben retten.“
 
11. April 2011, 11.52 Uhr
red
 
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Fotogalerie: Terror-Übung
 

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