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Gesellschaft
 

Nacht der Clubs

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Schlaflos in Frankfurt

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
In einer Nacht alles haben, alles machen und jeden Club mitnehmen. Mit der Nacht der Clubs kein Problem. Und das Beste: Nur einmal 12 Euro zahlen kommt man überall rein. Bis 4 Uhr morgens.
Mal acht, mal zehn, mal zwölf Euro zahlt man in der Regel, um in einem Frankfurter Club Einlass gewährt zu bekommen. In einzelnen Fällen kann’s auch mal mehr werden, dann ist das Booking aber auch allererste Sahne und besonders exklusiv. Und Qualität hat eben ihren Preis. Aber eigentlich bewegen wir uns im guten Durchschnitt im Vergleich mit anderen deutschen Städten. Nichtsdestotrotz: der erste Zehner ist weg. Im Club angekommen, kratzt der Hals ein wenig, und die Kehle möchte benetzt werden. Der Longdrink für etwa acht bis zehn Euro hilft. Und schmeckt. Die Stimmung steigt, und die Musik ist gut. Aber die Freunde sind in einem anderen Club, und man beschließt, zu ihnen hinzuzustoßen: Locationwechsel! Ab ins Taxi, fahren kann man oder sollte man nach dem Longdrink nicht mehr. Das Auto kann auch am nächsten Morgen aus dem Parkhaus geholt oder dank Parken im Halte- verbot, aus der Gefangenschaft des Abschleppdienstes befreit werden.

Neuer Club, nochmal Eintritt, zack, dreißig Euro weg. Um gemeinsam mit den Freunden anzustoßen, versammelt man sich an der Theke und trinkt eine Runde Kurze und zum Nachspülen definitiv einen Longdrink, der einem nicht so sehr die Schuhe auszieht. Weitere fünfzehn Euro schleichen sich heimlich aus dem Portemonnaie. Es geht zur Tanzfläche, es wird gelacht, getanzt, zwischendrin noch mal getrunken und die Nacht zum Tag gemacht. Langsam beginnen die Vögel zu zwitschern, und die Kraft in den Beinen lässt nach. Man könnte noch in einen Afterhour-Hotspot weiterziehen, aber das Bett ruft, also ab nach Hause. Taxi die Zweite. Ausgeschlafen, aber noch leicht verkatert, wirft man einen Blick auf die Finanzen. Schließlich muss was zu essen her und das Auto abgeholt werden. Bäääm, gute siebzig Euro und mehr sind futsch. In einer Nacht. Na ja, ganz futsch nicht, immerhin hat man sie gut in die Leber und in einen genialen Abend investiert. Gelohnt hat es sich, auch wenn der Blick in den Geldbeutel ein wenig schmerzt.

Und nun stelle man sich vor, man könnte das Auto komplett zu Hause lassen. Würde weder Parkgebühr noch Taxi zahlen müssen. Und auch der Transfer zum nächsten Club erfolge nicht via Uber, Taxi oder eigentlich zu betrunkenem Kumpel mit dezenter Selbstüberschätzung, sondern safe und kostenfrei. Tja, und auch der Eintritt zum zweiten Club würde nichts kosten, und auch der dritte, vierte oder möglicherweise fünfte Club und die After- hour-Location könnte man besuchen, ohne an der Kasse nach dem Geld zu kramen. Ist das nicht eigentlich eine herrliche Vorstellung? Man könnte mit seinen Freunden im Gepäck eine ausgiebige Clubtour starten und in einer Nacht mal so gut wie alle Discos durchmachen.

Und nun die gute Nachricht: Man muss es sich nicht vorstellen, denn man kann es erleben. Am 17. Oktober. In Frankfurt. Inklusive Shuttle-Bus. Denn von 22 bis 4 Uhr früh stehen in über 20 Locations die Türen offen für die Nacht der Clubs 2014. Dabei sorgen insgesamt über 30 DJs und Live-Acts an den Plattenspielern und auf den Bühnen für ein buntes, musikalisch vielfältiges Programm. Angefangen im Osten Frankfurts mit dem moon13 für die jüngere Generation, rüber auf einen Abstecher nach Seckbach in die Batschkapp. Und von dort aus ist es auch nur ein Katzensprung auf die Hanauer Landstraße ins Adlib, das mit drei Etagen, urbanen Klängen und schöner Aus- sicht gute Gründe für einen Besuch liefert.

Weiter Richtung Sachsenhausen liegen fünf weitere Locations, die sich auf die Nacht der Clubs und ihre Gäste freuen: der Elfer in der Klappergass’, der Ponyhof, die Stereobar und der Südbahnhof mit einer Schlagerparty. Das Boot mit Berlin-Feeling, das D3, wird keine Seenot, dafür sicher aber Platz-Not haben, denn mit Dawit ist ein DJ hinter den schwimmenden Turntables, der schon als Support für Legenden wie Nas oder Ryan Leslie zu hören war. Aber auch auf der anderen Main-Seite geht’s heiß her: Zentral gelegen, bieten die legendäre weiße Villa Odeon, das Velvet, das Gibson und das Final Destination ideale Anlaufstellen für eine hinreißende Clubnacht. Im Zoom steht Kid Simius an den Plattentellern und im Anschluss daran erobert Whomadewho live die Stage. Und auch die ehemalige Le Bar, jetzt Ne- glected Grassland, feiert mit. Von dort aus sind es 58 Schritte zum He- lium, dessen Musik man sicher schon über die Straße schallen hören wird. Um die Ecke liegt praktischerweise schon das Cooky’s, das mit seinem über 30-jährigen Bestehen zu den ältesten Clubs Deutschlands gehört.

Empfehlenswert ist der Club 101. Aus dem 25. Stockwerk im Japan Tower bietet sich den Gästen die spektakulärste Aussicht über die Innenstadt überhaupt, während zu den Beats der Resident-DJs getanzt werden darf. Aber die Nacht der Clubs hört nicht etwa in der Stadtmitte auf, nein, denn auch das Bahnhofsviertel bietet mehr als nur das Rotlicht. Der Himmel zum Beispiel wird vom Skyclub versprochen. Und im Circus wird dem Namen alle Ehre gemacht, und so werden die Besucher in eine Welt jenseits des typischen Frankfurts entführt. Mit einem Visual Artist und Circus-Artisten an der Bar, begleitet von elektronischer Musik, wird diese Location ein audiovisueller Höhepunkt. Und auch das Latin Palace Changó eröffnet der feierfreudigen Menge eine andere Sparte: Mit Salsa-, Merengue-, Bachata-Klängen und mehr wird es hier eindeutig heiß. Und ein wenig verrucht muss es zum Schluss schon noch mal sein, denn auch das legendäre Golden Gate in der Moselstraße hält Plätze und Pole-dance-Stangen für die Nacht-der-Clubs-Besucher frei.

Eine einzige Voraussetzung gibt es allerdings doch: Man muss das achtzehnte Lebensjahr erreicht haben, um die Frankfurter Nacht der Nächte erleben und mitfeiern zu können, und zwar in allen Locations. Und der Rest erledigt sich von ganz allein.

>> Nacht der Clubs, Ffm, Innenstadt, Freitag 17. Oktober, 22 bis 4 Uhr, Eintritt einmalig 12, Euro
 
14. Oktober 2014, 16.28 Uhr
Susanne-J. Birkholz
 
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