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Finanzielle Folgen des CargoCity Süd Prozesses
 

Finanzielle Folgen des CargoCity Süd Prozesses

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"Bis zur Krawattennadel alles mitgenommen"

Foto: Nils Bremer
Foto: Nils Bremer
Wie stehen die Angeklagten des CargoCity Süd-Prozesses mittlerweile finanziell da? Der jüngste Prozesstag um die Korruptionsaffäre legte die Finanzlage zweier Beteiligter offen.
Die Schmiergeldaffäre beim Logistikzentrum CargoCity Süd hat für die Angeklagten nicht nur strafrechtliche Folgen – sondern auch ganz massive finanzielle. Das zeigte der Verhandlungstag am Dienstag deutlich. Es sagte unter anderem ein Mitarbeiter des Finanzamtes Hanau aus. Denn dem ehemaligen Fraport-Manager Volker A. wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Er soll das kassierte Schmiergeld durch einen Umweg über Liechtenstein am Fiskus vorbeigeschleust haben. Die Summen sind nicht unerheblich – für das Jahr 2008 verlangt das Finanzamt noch rund 180.000 Euro von Volker A., für 2009 rund 58.000 Euro. Vorerst liegen diese Forderungen aber auf Eis – denn der frühere Fraport-Mitarbeiter hat Privatinsolvenz angemeldet.

Auch Makler Uwe S. steckt mitten im Insolvenzverfahren. Ein offenbar schwerer Einschnitt in seine Lebensgewohnheiten – denn bevor die Staatsanwaltschaft die Korruptionsvorwürfe gegen ihn erhoben hat, lebte der Makler auf großem Fuß. In seiner Garage standen etwa ein Porsche Cayenne sowie ein Porsche Carrera. Nachdem Uwe S. aber im Juni 2013 aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, war bereits sein gesamter Besitz beschlagnahmt worden. „Sie haben bis zur Krawattennadel alles mitgenommen“, sagte er vor Gericht aus. Insgesamt seien Vermögenswerte in Höhe von 1,5 Millionen Euro konfisziert worden – darunter auch eine Eigentumswohnung. Die Insolvezforderung beläuft sich auf eine Million Euro. Allerdings kommen da noch Forderungen von Fraport hinzu – der Flughafenbetreiber will von dem Makler 3,6 Millionen Euro haben.

Inzwischen hielte sich Uwe S. mit kleineren Makler-Tätigkeiten über Wasser, lebe von Monat zu Monat. Unterstützung bekäme er von Freunden und Familie. So fahre er zurzeit etwa den 13 Jahre alten Mercedes seines Bruders. Wenn die Gerichtsverhandlung und die Strafe ausgestanden seien, wolle Uwe S. weiter als Makler arbeiten. Er gab an, bereits Jobangebote zu haben.

Auch der Deutschlandchef von AMB wurde als Zeuge geladen. Denn das Immobilienunternehmen wollte Anteile an der Logistikhalle Cargoport erwerben, die Investor Ardi Goldman realisiert hatte. Durch die Finanzkrise erschien dem US-Unternehmen das Geschäft dann aber zu risikoreich und sie traten kurzfristig vom Kaufvertrag zurück. Geschäftsführer Peter S. sollte Angaben über die Rollen von Investor Ardi Goldman und Makler Uwe S. machen. „Es hat uns sehr gewundert, dass Goldman es geschafft hat, an dieses Geschäft zu kommen. Wir hätten es auch gerne direkt mit Fraport realisiert“, gab er an. Obwohl AMB bereits bei CargoCity Süd vertreten war, habe es dazu aber keine Möglichkeit gegeben. Bei seiner Eischätzung über Uwe S. widersprachen sich seine Aussagen. Zuerst gab Peter S. an, dass Uwe S. die typische Rolle eines deutschen Maklers eingenommen habe. Später hieß es: „Es kam uns schon merkwürdig vor, dass ein unbedeutender Makler uns dieses Geschäft angeboten hat.“ Auf Nachfrage des Anwalts von Volker A. änderte sich diese Angabe erneut. Es sei nicht die Rolle des Maklers, sonders die Person Uwe S. gewesen, die ihnen merkwürdig erschienen sei.

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20. Mai 2015, 12.00 Uhr
Christina Weber
 
Christina Weber
Jahrgang 1983, Studium Online-Journalismus, seit 2014 Volontärin beim Journal Frankfurt – Mehr von Christina Weber >>
 
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