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Gesellschaft
 

Ein Nachruf

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„Wenn Thomas Schäfer sein Wort gegeben hat, hatte das Bestand“

Foto: HMdF / Sabrina Feige
Foto: HMdF / Sabrina Feige
„Wir haben gelernt, wie wertvoll Vertrauen, Zuverlässigkeit und die Suche nach einem gemeinsamen Weg in der Politik sind.“ Landtagspräsident Boris Rhein ist tief erschüttert von der Nachricht des Todes von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Ein Nachruf.
Ich bin immer noch fassungslos und kann die Nachricht vom Tode von Thomas Schäfer immer noch nicht recht glauben, geschweige denn verarbeiten. All das wirkt unwirklich und kommt mir vor wie in einem bösen Traum. Thomas und mich verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft. Wir haben uns früh in der Jungen Union kennengelernt und diese Bindung war uns immer wichtig, denn wir haben in diesen Tagen gelernt, miteinander Politik zu gestalten.

Vor allem aber haben wir gelernt, wie wertvoll Vertrauen, Zuverlässigkeit und die Suche nach einem gemeinsamen Weg in der Politik sind, oder wie wichtig es ist, sich aufeinander verlassen zu können. Dieser Umgang miteinander hat unser Verhältnis bis heute geprägt: sei es in der Zeit, in der wir gemeinsam Staatssekretäre waren, als wir Ministerämter bekleideten oder als wir Abgeordnetenkollegen im Hessischen Landtag waren. Wir haben uns immer aufeinander verlassen können und wenn ich zurückdenke, war Thomas Schäfer eigentlich immer Teil meines politischen Lebens. Für mich ist es deswegen schwer vorstellbar, wie es sein wird, Politik ohne ihn zu gestalten.

Er war bei allen Fragen und Herausforderungen, die wir zu bewältigen hatten, einer, auf den ich zählen konnte, einer, auf den ich mich verlassen konnte, und er hat immer einen Weg gefunden, wenn es mal eng wurde oder wenn es Probleme gab. Ich habe dabei sehr geschätzt, dass er einerseits sehr ernsthaft, sehr seriös und extrem zuverlässig war. Wenn Thomas Schäfer sein Wort gegeben hat, hatte das Bestand. Andererseits war er witzig und hatte einen teils feinen, teils deftigen Humor und war einer, mit dem man sich richtig wohlfühlen konnte. Er war eine Ausnahmepersönlichkeit. Er wird nicht ersetzbar sein. Er fehlt mir schon heute.

Was mir besonders nahe geht, ist der Gedanke an Thomas Frau und seine beiden Kinder. Ich weiß, wie wichtig sie ihm waren. Umso unfassbarer ist das, was geschehen ist. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass sie all das eines Tages verarbeitet haben werden.

Von jetzt auf gleich hat sich für viele von uns alles verändert!


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Finanzminister Dr. Thomas Schäfer war am Samstag tot aufgefunden worden. Er wurde 54 Jahre alt und hinterlässt eine Ehefrau und zwei Kinder.

Sollten Sie verzweifelt sein und keinen Ausweg mehr sehen, und daran denken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie bitte mit anderen Menschen über Ihre Situation. Rund um die Uhr erreichbar ist die Telefonseelsorge: 0800 1110111 und 0800 11 0 222. Der Anruf ist kostenfrei, anonym und taucht nicht in den Einzelverbindungen Ihrer Telefonabrechnung auf. Über die Webseite telefonseelsorge.de können Sie auch per Mail und Chat das Gespräch suchen.

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29. März 2020, 21.57 Uhr
Boris Rhein, Präsident des Hessischen Landtags
 
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Leser-Kommentare

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Alexander Kamp am 30.3.2020, 10:48 Uhr:
Die Tragödie ist so, wie es Boris Rhein trefflicher nicht hätte schreiben können. Die Last des Ungewissen und deren Tragweite haben einen Menschen erdrückt; er hat seine Freunde und das ihm liebste, die eigene Familie auf solch tragische Weise verlassen. Ratlos und betroffen bleibt man nun hier und die Gedanken sind für viele hoffnungslose Verzweiflung. Es ist auch für Menschen, die Dr. Thomas Schäfer nicht näher kannten eine Zäsur, das selbst ein Fels in der Brandung nun einfach weg ist. Möge Gott ihm gnädig sein und wir ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
 
 
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