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Lola Montez-Deal ist geplatzt

Zu früh gefreut: Das Gebäude in der Breiten Gasse, in dem die Kunstfamilie Montez bis vor kurzem noch beheimatet war, wird nun doch nicht verkauft. Laut dem Makler hat der Käufer das Geld nicht zusammen bekommen.
Das Lola Montez hatte sich im Mai mit einer großen Finissage verabschiedet. „Ende gut alles gut“, hieß es damals zum Auszug, der nötig wurde, weil das Gebäude an die Quissenz GmbH aus dem Frankfurter Westend verkauft worden war. „Alles“ ist dann aber doch nicht gut geworden. Laut dem zuständigen Makler ist der Verkauf nun nämlich doch noch geplatzt.

Am 2. April wurde der Kaufvertrag unterschrieben. Drei Monate hatte Quissenz danach Zeit, den ausgehandelten Kaufpreis von 12,75 Millionen Euro zu überweisen. Doch die Zahlung blieb aus. Laut dem zuständigen Makler hatte die Firma aus dem Westend die nötigen Geldgeber bei Vertragsabschluss wohl noch gar nicht zur Hand. „Die hatten das Geld überhaupt nicht vorab zugesichert bekommen. Die haben die ganzen drei Monate nach Investoren gesucht, aber niemanden gefunden. Das war schon ziemlich dubios“, befindet er. Auf Nachfragen habe Axel Wiese, der Geschäftsführer der Quissenz, nicht reagiert. Im Büro hieß es, er sei leider erkrankt und nicht zu sprechen. „Irgendwann kamen uns Zweifel und wir verlangten nach einem ärztlichen Attest“, so der Makler. Selbst auf juristisches Drängen sei ein solches aber nie vorgewiesen worden.

„Zum Glück“ habe Quissenz sich breitschlagen lassen, die anfallenden Betriebskosten und das Gehalt für den Notar bereits bei der Vertragsunterschriften zu zahlen. „Sonst säße ich bestimmt noch auf den Kosten“, so der Makler. Axel Wiese wollte sich zu dem gescheiterten Kaufgeschäft auch nach mehrfacher Anfrage nicht äußern. Bei der Quissenz herrscht nach wie vor das große Schweigen.

Am 8. August ist der Deal endgültig geplatzt, sagt der zuständige Makler. Per Zwangsvollstreckung ging das Gebäude in der Breiten Gasse wieder offiziell an seinen früheren Besitzer über. Nun kann die Suche nach einem Käufer von neuem beginnen. Die Stadt, die ebenfalls Interesse an dem Gebäude signalisiert hatte, scheint als Investor hingegen auszuscheiden. „Die Preisvorstellungen liegen einfach zu weit auseinander“, so der Makler.

Lesen Sie zu diesem Them auch unseren Artikel über die nächste Vernissage, die das Lola Montez am Sonntag feiert.
 
17. August 2012, 11.26 Uhr
Gerald Schäfer
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Joerg Weber am 17.8.2012, 14:43 Uhr:
Schön zu hören, dass doch nicht alle Spekulantenträume in Frankfurt in den Himmel wachsen.
Zum einen gut, dass der "dubiose" Käufer schon jetzt aufgeben mußte und schön zu sehen, dass nicht jeder Eigner alles vergolden kann. Zum Glück gibt es aber in Frankfurt auch genügend ehrenvolle Bürger und Eigentümer, denen es nicht immer nur um den schnöden Mammon geht, als Beispiel sei hier H. Lulakis und seine großzügige Geste an das Atelierfrankfurt zu nennen.
 
 
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