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Kunst im Tortenstück
 

Kunst im Tortenstück

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20 Jahre MMK: Die Vergangenheit der Gegenwart

Das MMK wird 20 und feiert das ab dem 19. Juni mit einer großen Schau auf dem Gelände der Degussa. Zeit für eine Rückschau - auch auf eine illegale Ausstellung 18 Monate vor der offiziellen Eröffnung.
Wenn eine Person in Frankfurt gerade richtig viel zu tun hat, dann ist das Susanne Gaensheimer. Nicht nur, dass die Leiterin des Museums für Moderne Kunst die Biennale in Venedig vorbereitet, eine Aufgabe die sie einst Christoph Schlingensief zugedacht hatte. Der weilt nun im Himmel und Gaensheimer macht Venedig schöner. Nicht einmal zwei Wochen nach der Biennale eröffnet in Frankfurt die Ausstellung "20 Jahre Gegenwart". Die gesamte Sammlung des Museums wird auf dem ehemaligen Degussa-Gelände am Mainufer sichtbar gemacht. Eine Mammutaufgabe. "Das Publikum wird die enor­me Vielfalt und Qualität unserer Sammlung für Gegenwartskunst wahrnehmen", verspricht Susanne Gaensheimer. "Wir haben wirklich alle Medien: Malerei, Skulptur, Video, Film. Wir werden im Haus an der Domstraße nach vielen Jahren wieder Installationen aufbauen, die Künstler speziell für diese Räume gemacht haben, beispielsweise von Bill Viola." Die Terrasse des Degussa-Geländes wird vom Club Michel und vom Blumen bespielt - an einer Bar, die Tobias Rehberger einst für die Dresdner Bank herstellte. "Ich habe in den drei Jahren meiner Tätigkeit immer wieder festgestellt, dass den Frankfurtern gar nicht so bekannt ist, welche wichtige und international anerkannte Sammlung sie hier haben. Wir haben allerhöchste internationale Anerkennung. Wir haben unsere Werke permanent im Leihverkehr mit den großen Häusern der Welt." Nun also: die Gelegenheit auf eine Rückschau, was in den vergangenen 20 Jahren im Museum so gesammelt wurde. Da sind etliche Namen zu nennen, neben Bill Viola auch die von Roy Lichtensteins, Andy Warhol, Bruce Nauman, Gerhard Richter und Douglas Gordon.

Die Geschichte des MMK begann offiziell 1991, als das vom Architekten Hans Hollein entworfene Haus eröffnet wurde. Es war eines der letzten Stücke des kongenialen Paares Hilmar Hoffmann und Walter Wallmann, das damals seinen Abschluss fand - wobei der FR-Theaterkritiker Peter Iden einst den Ausschlag gegeben hatte für ein Museum für Moderne Kunst in Frankfurt. Dabei begann der Ausstellungsreigen im MMK bereits ein Jahr vor der Eröffnung, als mitten im Rohbau Kunstwerke gezeigt werden. Ganz legal war das natürlich nicht (Betreten der Baustelle verboten), weswegen der künftige Direktor Jean-Christophe Ammann einen Anruf erhielt, dass die Polizei auf dem Weg in sein Haus sei, um eine Ausstellung aufzulösen. Ammann kam vorbei, sprach mit den Beamten und so konnte doch noch zu Ende gefeiert werden (siehe Foto oben). In den Anfangsjahren stand nicht nur die Kunst im Vordergrund, Besuche von Karl Lagerfeld und Claudia Schiffer bugsierten das Haus schnell ins Interesse der bundesweiten Öffentlichkeit. Und die Frankfurter selbst? Gaben dem dreieckigen Wunderbau nicht nur schnell den Namen Tortenstück, sondern führten auch ihre Gäste mit gewissem Stolz durch die Räume. Die Architektur selbst wurde zum Erlebnis - und die Kunst wurde heftig diskutiert (legendär etwa die Tischgesellschaft oder übereinander gestapelte Küchentücher).

Das MMK schaffte es auch in den späten Neunziger Jahren und bis hinein in die Gegenwart, Stadtgespräch zu bleiben. In Erinnerung der vergangenen Jahre bleiben die Ausstellungen von Murakami, von Cattelan - und die Wiederentdeckung der Fotografie in den Schauen "The Lucid Evidence" und " Not in Fashion. Photography and Fashion in the 90s".

Das vollständige Interview mit Susanne Gaensheimer über 20 Jahre MMK und die Biennale in Venedig lesen Sie im aktuellen Journal Frankfurt (Ausgabe 12/2011).
 
26. Mai 2011, 11.35 Uhr
Nils Bremer
 
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Fotogalerie: 20 Jahre MMK
 

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