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Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier

Frauenreferat

Auch Männer sind herzlich eingeladen

Gabriele Wenner hat die Referatsleitung des Frauenreferats im Magistrat der Stadt Frankfurt am Main inne. Warum sie nur allzu gerne mit dem Frauen-Musik-Büro zusammen feiert, erzählt sie hier.
Journal Frankfurt: Warum das gemeinsame Festival mit dem Frauen Musik Büro?
Gabriele Wenner: Wir wollen uns und unsere Erfolge feiern! Und das natürlich mit allen Wegbegleiterinnen und allen, die sich für Frauen- und Genderpolitik interessieren und Lust auf ein Musikfestival mit Frauenbands haben. Männer sind übrigens herzlich eingeladen. Das werden wir ab und zu gefragt – daher hier noch mal die Einladung.

Wie wichtig ist die Arbeit eines solchen Vereins aus Ihrer Sicht?
Leider ist es ja im Kultur- und Musikbereich auch so, dass der Anteil von Frauen an der Beteiligung von Ausstellungen, Musikevents – z.B. Jazzfestival Frankfurt etc. – wesentlich geringer ist als der von Männern. Das Frauen Musik Büro arbeitet seit 30 Jahren auf verschiedenen Ebenen daran, dass sich das im Musikbereich verändert.
Sie arbeiten politisch und sie bieten Service: Sie suchen eine Frauenband für ein Event – das FMB gibt Empfehlungen ab und pflegt den Bandindex.
Über „melodiva“ informieren sie über Neuigkeiten in der Musikwelt – natürlich mit Schwerpunkt Frauen. Außerdem machen sie gute Nachwuchsarbeit mit den Projekten Bandfieber und Sistars – jenseits des Mainstreams von Castingshows.
Da lernen junge Nachwuchsmusikerinnen, dass sie nicht nur schmückendes Beiwerk sein können, sondern alle Instrumente spielen, die sie wollen. Auch die Frauenmusikwoche erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Das alles sind wichtige Themenfelder, an denen auch nach 30 Jahren weiter gearbeitet werden muss.

Was bedeutet die Kultur im Kontext eines komplexen Themas wie Emanzipation (der Begriff und die Arbeit an diesen „Thema“ hat sich ja leider noch nicht erübrig nach all der Zeit...)?
Dazu schicke ich Ihnen einen interessanten Magistrats-Bericht über unsichtbare Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts mit. Da wird deutlich, wie die Lage ist, wie sich die Dinge entwickeln und warum beispielsweise weniger Werke von Frauen in unseren Museen zu sehen sind. Es geht dabei immer auch um Zuschreibungen – was können, was dürfen Frauen, was ist ihnen zuzumuten und zuzutrauen und welche Geschlechtsrollenbilder und Stereotype herrschen vor… Wir arbeiten daran, dass Frauen aber auch Männer, Mädchen wie Jungen nicht durch Geschlechterrollen uns Stereotype eingeengt werden. Das betrifft die Berufswahl, die Möglichkeiten Beruf und Privatleben zu vereinbaren genauso, wie die Möglichkeiten, als Künstlerin zu leben. Wir haben eine daher die Reihe „Dialoge“ entwickelt, die jungen Künstlerinnen Möglichkeiten zur Präsentation geben. Um hier nachhaltige Veränderungen zu erwirken müssen alle Kulturschaffenden mitarbeiten. Auch über die Darstellung von Frauen in der Kunst kann ein emanzipatorisches Bild von Frauenleben erzeugt werden, oder eben nicht. Hier gibt es noch einiges zu tun, bis wir bei einer wirklich gleichberechtigten Gesellschaft angekommen sind.

>> Weiter im Text
- Ein Interview mit Hildegard Bernasconi und Mane Stelzer vom FrauenMusikBüro
- Ein Interview mit Anne Breick
 
4. November 2014, 15.12 Uhr
Detlef Kinsler
 
 
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