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Foto: „Neptune Frost“ läuft beim Festival Africa Alive. © Chris Schwagga
Foto: „Neptune Frost“ läuft beim Festival Africa Alive. © Chris Schwagga

Filmfestivals

Von Rassisten und anderen Ungeheuern

In den kommenden Wochen stehen gleich zwei Filmfestivals in Frankfurt an: Mit einer abwechslungsreichen Auswahl kehren die Fantasy White Nights zum Januartermin zurück, während Africa Alive den Blick auf Klassiker und aktuelle Arbeiten des Kontinents richtet.
Die „White Nights“ als Ableger des Fantasy Filmfests bieten am kommenden Wochenende, 28./29. Januar, eine breite internationale Auswahl an zehn Genrearbeiten. Nachdem Frankfurt als Spielstätte zeitweise wackelte, zog die Resonanz erfeulicherweise beim letzten Hauptfestival wieder an. Rasch waren die Dauerkarten in der Mainmetropole schon vor Bekanntgabe des aktuellen „White Nights“-Programms ausverkauft.

Als Publikumsfavorit erwies sich die koreanische Schlachtplatte „Project Wolf Hunting“, die ihrem Ruf als derzeit blutigster Schocker durchaus gerecht wird: Auf einem Gefangenentransport per Schiff von Manila nach Südkorea werden ruchlose Verbrecher und Psychopathen von ihren Komplizen befreit.
Doch auch ein unzerstörbarer Nachfahre von Frankensteins Monster befindet sich an Bord, der jedes Lebewesen in Reichweite niedermetzelt. Ein gewisser Abstumpfungseffekt tritt in Kim Hong-suns harter Gewaltorgie durchaus ein, doch hält er während der zweistündigen Verfolgungsjagd durch Heck und Bug fast ohne Splattergags geschickt die Spannung. Neue Charaktere in der zweiten Hälfte sollen dabei die geplante Fortsetzung bei offenem Ende vorbereiten.

Weitaus schockierender wirkt jedoch der in einer einzigen Einstellung gedrehte „Soft & Quiet“. Beth de Araijos Langfilmdebüt entwickelt sich vom rechten Kaffeekränzchen allmählich zum beklemmenden Home Invasion-Thriller. Ihr gelang ein bitterer Kommentar zu Sozialneid, Hysterie und Ausländerhass, der Zuschauer lange nicht loslässt. Zum Programm gehören ebenfalls die Geisterthriller „Evil Eye“ aus Mexiko und „Satan’s Slaves 2: Communion“ aus Indonesien, das spanische Gefängnisdrama „Prison 77“ oder die schwarzhumorige finnische Groteske „Big Hit“.

Elemente des Science Fiction- und Schaukinos finden sich gleichsam in einzelnen Arbeiten von Africa Alive wie „Space is the Place“ mit Musiker Sun Ra oder „Neptune Frost“ über dem Kampf eines antikolonialistisches Kollektivs. Im Mittelpunkt der 29. Ausgabe ab Mittwoch, 1. Februar, steht das Werk des wegweisenden Regisseurs Djibril Diop Mambéty anlässlich des 50. Geburtstag seines Debüts „Die Reise der Hyänen“ („Touki Bouki“). Sein Sohn Teemour Diop Mambéty wird am Dienstag, 7. Februar, um 20.15 Uhr bei der Vorführung von „Hyènes“ nach Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ (1992) sowie bei dem Kurzfilmprogramm am Folgetag um 18 Uhr im Kino des DFF anwesend sein.

Eröffnet wird „Africa Alive“ am Mittwoch, 1. Februar um 20.15 Uhr mit „Atlantique“ zwischen Dakar-Porträt und poetischem Geistermärchen von Mambétys Nichte, der französischen Schauspielerin Matti Diop. Beendet wird die Reihe mit dem kürzlich restaurierten Klassiker „Mandabi – Die Postanweisung“ (Dienstag, 28.2., 18 Uhr). Der erste in Wolof gedrehte Spielfilm (1968) entwickelt die Odyssee eines mittellosen Paschas um die Einlösung einer Geldanweisung als bösen Kommentar zu Bürokratie, Neid, Ausbeutung und Klassendifferenzen. Am Ende steht Ousmane Sembenes Weisung, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich zu wehren.

>> Harmonie Kino, 28./29. Januar., ab 13 Uhr, Tickets und Infos unter fantasyfilmfest.com
>> DFF-Kino/Filmforum Höchst/Brotfabrik, 1.–28. Februar, Tickets und Infos unter africa-alive-festival.de
 
25. Januar 2023, 15.03 Uhr
Gregor Ries
 
 
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