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Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer

Frankfurt-Nordend

Eskalation um die Stalburg

Die Traditionsgaststätte Stalburg im Frankfurter Nordend ist geschlossen. Schluss war jedoch bereits am 29. Dezember. Samstags wurden die Schlösser ausgetauscht.
Die Traditionsgaststätte Stalburg ist geschlossen – allerdings sollte sich der letzte Abend für die Mitarbeiterinnen anders darstellen als erwartet. Der 30. Dezember war als Abschied geplant für all jene, die in dem Lokal gearbeitet haben, es regelmäßig besucht, es als ihr zweites Wohnzimmer begriffen haben. Doch der Investor hatte wohl etwas dagegen und ließ vermutlich am Vormittag das Schloss auswechseln.

Da das Theater geöffnet hatte, musste das Tor zum Garten immerhin offenbleiben, und so wurde es zu einer Party im Biergarten der Gaststätte. Wie aber konnte es zu einer solchen Eskalation kommen?

Stalburg im Nordend-Frankfurt: Investor lässt Schlösser austauschen

Es war im Frühjahr 2021, als Fritz Reuter das Grundstück in der Glauburgstraße 80 im Frankfurter Nordend veräußerte. Käufer war ein erst im Oktober desselben Jahres als Stalburg GmbH eingetragener Investor, der mit der Fläche das dort beheimatete Traditionslokal Stalburg sowie das Stalburg Theater miterstanden hatte.

Im Firmenregister hat die Stalburg GmbH den „Betrieb von Gastronomie, Durchführung von eigenen und fremden Kultur- und sonstigen Veranstaltungen“ zum Gegenstand – mit Theatermacher Michael Herl (bis 09/23) und Christoph Fröhlich als Geschäftsführer.
Mit dem Zweck der „Verwaltung des eigenen Vermögens“ wurde im Juli 2021 schließlich die Platin 2101 GmbH mit Sitz in Frankfurt gegründet, um Anfang 2022 in die Nordend GmbH & Co. Verwaltungs KG überführt zu werden. Vollumfänglich haftender Komplementär ist die Stalburg GmbH, Arthur Wöhner ist bei Northdata als 100%iger Eigner der Nordend GmbH vermerkt.

Veränderungen in der Stalburg seit 2021


Parallel zu diesen strukturellen Veränderungen startete die Gastronomie in der Stalburg bereits im September 2021 mit einigen Veränderungen durch die neuen Geschäftsführer. Deren öffentlich einsehbare Vita weist keine Erfahrung im Gastro-Bereich auf, entsprechend seien gemäß seinerzeit Mitarbeitenden „fragwürdige betriebswirtschaftliche Entscheidungen“ getroffen worden. So wurden die Beschäftigten zunächst übertariflich bezahlt, das Essen komplett auf „Bio“ umgestellt sowie ein Mittagstisch eingerichtet, der sich nicht gerechnet haben soll.

Im JOURNAL kritisierte ein Mitarbeiter auch die mangelhafte Kommunikation: „Bei der letzten Betriebsversammlung im Oktober beantwortete der Geschäftsführer keine Fragen seiner Mitarbeitenden und vertröstete auf einen neuen Termin“ – der niemals stattfand. Vielmehr habe man am 18. November die Kündigung im Briefkasten gehabt, ohne dass bislang auch nur ein Wort der Erklärung vonseiten der Geschäftsführung erfolgt sei.

Die Gaststätte schloss nun zum 29. Dezember, ohne dies mit den Beschäftigten abgesprochen zu haben. Das Stalburg-Theater von Michael Herl ist von der Schließung nicht betroffen.


*Transparenz: In der ursprünglichen Fassung hieß es, "die Personalie Fröhlich dürfte geschäftsführend auch für die Nordend GmbH tätig sein". Tatsächlich ist Arthur Wöhner bei Northdata als 100% anteilig vermerkt.
 
2. Januar 2024, 17.51 Uhr
Katja Thorwarth
 
Katja Thorwarth
Die gebürtige Frankfurterin studierte an der Goethe-Uni Soziologie, Politik und Sozialpsychologie. Ihre journalistischen Schwerpunkte sind Politik, politisches Feuilleton und Meinung. Seit März 2023 Leitung online beim JOURNAL FRANKFURT. – Mehr von Katja Thorwarth >>
 
 
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