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Weniger Lärm, Müll und Alkohol

„Wir holen uns Alt-Sax zurück!“

Mit einer Bürgerinitiative wollen Gastronomen und Vermieter Alt-Sachsenhausen aufwerten und dem Viertel „seinen Charme zurückgeben“. Die Politik unterstützt das Vorhaben.
Müllberge, ausufernde Junggesellenabschiede und Lärm bis spät in die Nacht – was genauso zu Alt-Sachsenhausen gehört wie der Apfelwein soll in naher Zukunft der Vergangenheit angehören. Eine Bürgerinitiative aus Gastronomen, Vermieter und Bewohner aus dem Stadtteil möchte das Frankfurter Ausgeh-Viertel langfristig aufwerten und an Traditionen anknüpfen. Am Mittwoch stellte die Gruppe ihre Ideen vor, die sie im Kern so formuliert: „Alt-Sachsenhausen soll ein Viertel sein, in dem weiter gefeiert, aber auch gelebt und gewohnt werden kann“. Konkret stehen die Themen Sicherheit, Sauberkeit und Lärmbekämpfung ganz oben auf der Agenda der Initiative „AltSaxNeu".

Es geht um die Beleuchtung dunkler Straßenecken, größere Mülleimer, die Begrünung von öffentlichen Plätzen und einer lärmreduzierten Nachtruhe. Auch eine neue Ausgabe des Viertelmagazins ist geplant, ebenso eine Social-Media Kampagne. Zudem will die Initiative einen ortskundigen „Saubermann“ als Minijobber einstellen, der bestehende Probleme erkennt und diese an die entsprechenden Behörden und Dienstleister weiterleitet.

Ein Viertel zum Feiern und Wohnen
Die Gruppe um Mitinitiator Frank Winkler, der die Wirtschaft Daheim im Lorsbacher Thal in der Großen Rittergasse betreibt, stellt klar, dass Alt-Sax ein Feierviertel bleiben soll, Junggesellenabschiede aber weniger ausufern sollen. „Es gibt genügend erfahrene Gastronomen, die wissen, wie man dagegen vorgeht“, sagt er. Schon das Verbot, eigene Getränke in eine Lokalität mitzubringen und bereits betrunken zu kommen, könne helfen. Kulturelle Angebote, etwa im Paradieshof, sollen langfristig neue Besucher in den Stadtteil ziehen, was mit dem Freitagsmarkt bereits gelinge.



Die Gründer der Initiative "AltSaxNeu" mit den Stadtpolitikern: Frank Winkler, Jürgen Vieth, Stadtrat Markus Frank, Bürgermeister Uwe Becker, Denise Omurca und Uli Schlepper (v.l.n.r.) Foto: Nicole Nadine Seliger

Nur mit Menschen aus dem Viertel machbar
Die Initiatoren schicken auch einen Appell an Eigentümer, auf eine gute Mischung der Angebote im Viertel zu achten. „Es muss nicht die 20. Shishabar sein, wenn ein Mietvertrag ausläuft“, sagt auch Uwe Becker. Schöner sei ein weiteres Apfelweinlokal oder Restaurant, um die Tradition des Viertels als Apfelwein-Hochburg zu stärken. „Was passiert, wenn der Shisha-Hype vorbei ist?“, fragte auch Jürgen Vieth, der unter anderem das Oberbayern betreibt, „dann haben wir hier einen Leerstand von 15 Läden.“ Die Initiative will daher auch potentielle neue Mieter und Eigentümer zusammenbringen, um die Vielfalt im Viertel zu stärken.

Dass die Pläne ambitioniert klingen, wissen Frank Winkler und seine Mitstreiter: „Wir wissen, dass wir nicht am Ende von 2018 paradiesische Zustände haben. Das wird ein mühsamer Prozess.“ Damit er gelingt, wollen sie möglichst viele Menschen aus dem Viertel dafür begeistern, die Initiative zu unterstützen: „Wir müssen noch mehr werden.“

Unterstützung der Politik
Die Idee, Alt-Sachsenhausen zu verschönern, ist nicht neu. In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Vorschläge, etwas zu ändern. Doch der entscheidende Vorstoß blieb aus. Das Vorhaben scheiterte auch daran, dass es keinen eindeutigen politischen Willen gab. Das soll diesmal anders sein, denn Stadtrat Markus Frank und Bürgermeister Uwe Becker unterstützen die neu gegründete Initiative „ideell und finanziell“, wie Frank erklärte. 20.000 Euro stellt die Stadt zunächst zur Verfügung, Becker stellte weitere Mittel im Rahmen des Programms „Schöneres Frankfurt“ in Aussicht. Entscheidend sei allerdings das Engagement der Bewohner von Alt-Sax, sind sich Markus Frank und die Gründer einig: „Wenn wir es nicht schaffen, die Menschen im Viertel zu aktivieren, dann wird sich auch nichts ändern“, sagt der Stadtrat.
 
15. Februar 2018, 12.20 Uhr
Nicole Nadine Seliger
 
 
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