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Volkssternwarte Hochtaunus
 

Volkssternwarte Hochtaunus

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Ein Blick in den Sternenhimmel

Foto: © Matthias Steiner
Foto: © Matthias Steiner
Bad Homburg soll eine Volkssternwarte bekommen. Diesem Projekt hat sich die Astronomische Gesellschaft Orion verschrieben. Neben dem „dunkelsten Fleck der Stadt“ steht auch der Finanzierungsplan. Der Umsetzungsprozess ist jedoch mit Schwierigkeiten verbunden.
„Die Sterne, die begehrt man nicht. Man erfreut sich ihrer Pracht.“ Was schon Johann Wolfgang von Goethe wusste, steht auch bei der Astronomischen Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V. (AG Orion) ganz oben auf dem Programm. Deshalb versucht sie seit Jahren, das Projekt einer Sternwarte in Bad Homburg zu realisieren. Unterstützung bekommt die Astronomische Gesellschaft unter anderem von der Regionalpolitik und der Stadt Bad Homburg, die das Grundstück am Peter-Schall-Haus für das Projekt zur Verfügung stellt. Schirmherr des Projekts ist der Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU).

Aus einem seit 1984 tätigen Arbeitskreis der Volkshochschule Bad Homburg, entsprang im Jahr 1998 die AG Orion. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Volksbildung im Bereich Naturwissenschaften und speziell Astronomie zu fördern. Im Mittelpunkt stehen die mobile Sternbeobachtung, astronomische Themenabende und Workshops im Bereich Teleskopie, Beobachtung und Fotografie. Eine Sternwarte im Hochtaunuskreis war bereits früh das erklärte Ziel. Seit 2016 wurde die nötige Kompetenzgrundlage geschaffen, um ein solches Projekt umzusetzen. Seitdem wurden konkrete Pläne aufgestellt und der Standort mit dem Peter-Schall-Haus am Bad Homburger Stadtrand im Stadtteil Dornholzhausen ausgewählt –ein guter Kompromiss aus Zugänglichkeit und bestehender Infrastruktur sowie Barrierefreiheit auf der einen und der für die Sternbeobachtung nötigen Dunkelheit auf der anderen Seite. Für die Realisierung wurde zunächst das Ziel ausgegeben, die Volkssternwarte im Herbst 2018, pünktlich zum 20. Jubiläum der AG Orion, einzuweihen. Durch die Finanzierungslage musste dieses Datum jedoch nach hinten verschoben werden.

Die Motivation der AG Orion ist es, die astronomische Bildung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen: „Unser Angebot ist bei den Bürgerinnen und Bürgern sehr beliebt. Mit einer Sternwarte besteht jedoch die Möglichkeit, professioneller zu arbeiten“, sagt Pressewart Michael Feiler von der AG Orion. Demnach würde man nicht in Konkurrenz zur Hans Ludwig Neumann Sternwarte des Taunus Observatoriums stehen, die der breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Gleichzeitig soll die Sternwarte Schulen und Kindergärten zugänglich gemacht werden, um naturwissenschaftliche Projekte wie „Jugend forscht“ und praktische Erfahrungen in den Fächern Physik und Astronomie zu unterstützen. Für Lehrzwecke ist zudem die angedachte Möglichkeit einer Live-Übertragung in die Vortragsräume des Peter-Schall-Hauses vorteilhaft.

Auf dem Weg zu einer eigenen Sternwartkuppel haben sich die Mitglieder der AG Orion umfassend in ganz Deutschland informiert. Schlussendlich fiel die Wahl auf eine „All Sky-Kuppel“ der Firma Baader im oberbayrischen Mammendorf. Diese bietet neben einigen technischen Vorteilen die Möglichkeit, die Kuppel um 180 Grad zu öffnen und Interessierten somit den Blick auf faszinierende Sternnächte zu eröffnen. Außerdem bietet ein großes Spiegelteleskop die Möglichkeit hochauflösender Fotografie. Die verschiedensten Details auf Himmelsobjekten können fotografiert und visualisiert werden. Auf der Sonne werden beispielsweise Sonnenflecken, Protuberanzen und Ausbrüche, die über Temperaturunterschiede informieren, sichtbar. Auf dem Mond sieht man dunkle Meere, Gebirge, Täler, Rillen, Furchen und nicht zuletzt unzählige Krater. Außerdem werden Marsstrukturen, Phasen von Merkur und Venus sowie der Saturnring und auch weit entfernte Planeten wie Uranus und Neptun sichtbar.

Die Eröffnung ist mittlerweile für 2020 oder 2021 vorgesehen. Am 22. November diesen Jahres wurden Probebohrungen eines Instituts für Geotechnik durchgeführt, um Planungssicherheit zu gewinnen. Um das Gesamtprojekt zu stemmen, fehlen noch finanzielle Mittel. Bisher hat der gemeinnützige Verein mit mehr als 150 000 Euro einen Großteil gesammelt.

Weitere Informationen und Spendenmöglichkeit unter: www.agorion.de Dort ist auch ein astronomischer Adventskalender mit Beispielbildern der bisherigen Sternbeobachtungen verfügbar.
 
18. Dezember 2019, 13.01 Uhr
Armin Heinrich
 
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