Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Panorama
Startseite Alle NachrichtenPanorama
Sat1-Film "Der Minister"
 

Sat1-Film "Der Minister"

1

Oliver Maria Schmitt wirft Guttenberg-Parodie Plagiarismus vor

"Der Minister" war für Sat1 ein Quotenerfolg. Nach der Sendung beklagt der Frankfurter Publizist Oliver Maria Schmitt, dass die Drehbuchautorin Dorothee Schön bei ihm abgeschrieben habe. Rechtliche Schritte will er prüfen lassen.
Es liegt eine Ironie darin, dass ein Fernsehfilm, der weitgehend dem Leben des Ministers Guttenberg nachempfunden ist, in Teilen ein Plagiat ist. Fast möchte man meinen: Vielleicht war es ja so gewollt. Denn auch der Film-Gutti, genannt: Franz-Ferdinand Freiherr von und zu Donnersberg, stolpert am Schluss über ein Plagiat.

Der Frankfurter Publizist und einstige Chefredakteur des Satiremagazins Titanic weiß nun auch nicht, was er davon halten soll. Das, was er weiß, ist, dass Teile eines Textes von ihm Eingang in den Film fanden: "Von Inspiration kann man nicht mehr sprechen, hier wurde plagiiert." Das Original von Herrn Schmitt erschien unter dem Titel "Wüstentreff mit Guttensteph" in der Titanic Ausgabe 2/2011. Beispiele gefällig?

Dorothee Schön schrieb: "Hoffentlich langweilen sie uns nicht wieder mit ermüdenden Frontkämpfergeschichten."
Oliver Maria Schmitt: "…lauschte man gemeinsam den stinklangweiligen Geschichten verdienter Frontkämpfer."

Schön: "Man kann ja ständig von so einem muslimistischen Kopfwindeljäger in die Luft gesprengt werden."
Schmitt: "Das Risiko, daß sein Reisebuddy Johannes B. Kerner von muslimistischen Kopfwindelträgern abgeschossen werden könnte, war dem Verteidigungsminister einfach zu groß."

Schön: "Ich möchte mir als Bürgerin, Frau und Mutter zweier entzückender Kinder und neuerdings auch Kinderschänderschreck selbst ein Bild von der Arbeit unserer Schutzstaffel machen."
Schmitt: "Ich möchte mir als Bürgerin, als Gattin, als Frau und Mutter von süßen Kindern und nicht zuletzt als Kinderschänderschreck selbst ein Bild von der Arbeit unserer Schutzstaffel machen."

Schön: "Und ich kann Ihnen versichern […]: Mein Mitgefühl ist echt."
Schmitt: "Ihr Mitgefühl war echt."

Schön: "Die sind ja noch nicht mal tailliert! (zur Kevlarweste)."
Schmitt: "... und zupfte seiner Süßen das tailliert geschnittene Schutz-Top zurecht."

Angesichts der Fülle an Anlehnungen will Oliver Maria Schmitt rechtliche Schritte zumindest prüfen lassen. "Es ist natürlich die Frage, ob die Juristin des Verlages dazu überhaupt kommt, weil sie sich in anderer Sache ja noch darum bemüht, Geld bei Papst Ratzinger locker zu machen dafür, dass die Titanic zwei Wochen lang nicht verkauft werden durfte." Fraglich nur, ob der Sender selbst oder die Drehbuchautorin Schön belangt werden. "Was will man der Dame jetzt noch hinterherrennen, wo sie wahrscheinlich vom Sender ohnehin so unterbezahlt wurde, dass sie ihre Film-Ideen im Internet zusammenkopieren musste." Gleichwohl plädiert Herr Schmitt an die Online-Gemeinde nun auch die anderen Drehbücher von Frau Schön unter die Lupe zu nehmen. Ein Schönplag, gewissermaßen. Oder ein Plagplag. Dorothee Schön selbst ist sich ihrer Schuld zumindest indirekt schon einmal bewusst. In einem Interview mit der Abendzeitung München sagte sie: "Ich habe auch Witze über ihn (Guttenberg, die Red.), die im Netz rumschwirrten, zitiert und hoffe, niemanden bestohlen zu haben."

Teile dieses Artikels wurden in Absprache mit Herrn Schmitt von dessen Facebook-Seite abgeschrieben.
 
13. März 2013
Nils Bremer
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Christian Spreen Six am 14.3.2013, 13:55 Uhr:
Die Satire des Plagiats ist ein Plagiat einer Satire des Plagiats... das ist ja ungeheuerlich.... :)
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Panorama
 
 
Die Frankfurter Feuerwehr hat ein neues System zur Standortlokalisierung vorgestellt. Anrufende, die nicht wissen, wo sie sich genau befinden, können unter bestimmten Voraussetzungen damit geortet werden. Menschen in Not soll damit schneller geholfen werden. – Weiterlesen >>
Text: nre / Foto: © Stadt Frankfurt
 
 
Es ist jedes Jahr wieder ein Thema, das für Gesprächsstoff in der Stadt sorgt: Der Frankfurter Weihnachtsbaum. Nun ist das Exemplar, das den Römerberg in diesem Jahr zieren wird, gefunden: Eine 32 Meter hohe, 80 Jahre alte Fichte aus der Kurstadt Bad Orb. – Weiterlesen >>
Text: Helen Schindler / Foto: Die 32 Meter hohe Fichte in der Mitte des Bildes wird ab dem 31.10. auf dem Römerberg stehen. © hes
 
 
Wer schon immer mal bei einem Filmdreh dabei sein wollte, der könnte am 3. November erste Schauspielluft schnuppern. Der Hessische Rundfunk sucht 30 Statistinnen und Statisten für den neuen Frankfurter Tatort. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: hr/Degeto/Bettina Müller
 
 
 
Die Lufthansa droht ihren Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern für den Fall eines Streiks mit Konsequenzen. Für kommenden Sonntag hatte die Gewerkschaft Ufo zum Streik aufgerufen. Die Lufthansa zweifelt bereits seit längerem die Tariffähigkeit der Gewerkschaft Ufo an. – Weiterlesen >>
Text: nre / Foto: © Lufthansa Group
 
 
Großveranstaltungen stehen bekanntermaßen unter besonderem Schutz und wohl nur selten kommen so viele Menschen zusammen wie auf der Frankfurter Buchmesse. Jüngste Ereignisse wie der Anschlag in Halle wirken sich nun auf die Sicherheitsvorkehrungen auf der Messe aus. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: © Ausstellung und Messe GmbH des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels/Frankfurter Buchmesse
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  1502