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Party On

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Zu Ostern wird getanzt

Unter dem Motto "Ich lass Dich beten, lass Du mich tanzen!" wird am Gründonnerstag gegen das Tanzverbot zu den „stillen Feiertagen“ demonstriert. Viele Clubs ignorieren das Gesetz in diesem Jahr aber ohnehin.
2011 bekamen zahlreiche Clubs in Frankfurt kurz vor Ostern Post vom Ordnungsamt. Sie wurden auf das Hessische Sonn- und Feiertagsgesetz und die möglichen Konsequenzen hingewiesen, sollten sie gegen das Verbot von Tanzveranstaltungen von Gründonnerstag bis Karsamstag und an Ostersonntag und -montag verstoßen. Da der damalige Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) das Hessische Feiertagsgesetzt sehr ernst nahm und konsequent Kontrollen durchführen ließ, hagelte es damals für viele Clubs Abmahnungen und Bußgelder und 2012 blieben dann viele Clubs zu den Feiertagen geschlossen.

Im vergangenen Jahr führte das Ordnungsamt keine Kontrollen durch und reagierte lediglich bei Beschwerden. Die meisten Clubs arrangierten sich, sofern sie nicht ganz geschlossen hatten, wiesen ihre Gäste auf das Tanzverbot hin und drehten am Karfreitag die Musik erst um 24 Uhr auf tanzbare Lautstärke hoch.

Auch in diesem Jahr werde auf Beschwerden reagiert und auch die Streife werde wie an jedem normalen Wochenende Kontrollen durchführen. Explizite Kontrollen wegen des Tanzverbotes werde es jedoch nicht geben, so Michael Jenisch, Pressesprecher des Frankfurter Ordnungsamtes.

Und auch Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) möchte "die Sache pragmatisch angehen" und gestz der derzeitig priorisierten Kontrolle von Shisha-Bars und der aufwändigen Kontrollen bezüglich der Einhaltung des Jugenschutzgesetzes in Sachen Alkohol, habe man derzeit "andere Prioritäten gesetzt, als das Tanzverbot."

In diesem Jahr sehen die Clubmacher den Feiertagen äußerst gelassen entgegen: „In den letzten Jahren hat es bei uns keine Probleme gegeben. Ich muss sagen, ich finde diese ganze Diskussion und die Wellen die es jedes Jahr schlägt ziemlich peinlich. Wir haben uns entschlossen, ganz normal unser Programm zu fahren und die Leute, die tanzen wollen, auch tanzen zu lassen. Wer kommen will, kann kommen, auch wenn er vom Ordnungsamt ist,“ so Wolf Heilig, Betreiber von Ponyhof, Elfer und Stereobar. Auch Post habe es vom Ordnungsamt in diesem Jahr bislang nicht gegeben, so Heilig. Dennis Smith, Betreiber des Travolta, handhabt es ebenfalls wie in den vergangenen Jahren: Am Karfreitag haben nur geladene Gäste Zutritt und auch er sagt, „wenn die Leute tanzen wollen, kann ich sie nicht daran hindern.“ Dennoch werden in diesem Jahr auch einige Clubs auf ihre wochenendlichen Tanzparties verzichten, um Beschwerden, Bußgeldern und Schlimmerem aus dem Weg zu gehen.

Doch trotz der vielen Veranstaltungen, die in den Clubs unserer Stadt am Osterwochenende stattfinden werden, fühlen sich viele Tanzwütige in ihren Rechten beschnitten, sodass die Diskussion um das Tanzverbot wieder einmal aufkeimt und für Proteste sorgt.

"Ich lass Dich beten, lass Du mich tanzen!" lautet das Motto der vom Hasenfest-Bündnis deutschlandweit initiierten Aktion „Hasenfest 2013“, mit der das Bündnis nun erstmals auch in Frankfurt mit Konzerten, Treffen, Filmvorführungen und gemeinschaftlich organisierten Kirchenaustritten für „echte Toleranz, nicht nur für die Gläubigen, sondern genauso für die gottlos Glücklichen“ wirbt und gegen die „intolerante Feiertagsgesetzgebung“ protestiert, die sämtliche Tanz-, Sport und Unterhaltungsveranstaltungen an den sogenannten „stillen Feiertagen“ verbietet. "Mit dem Tanzverbot werden religionsfreie Menschen unzulässig in ihren Grundrechten eingeschränkt", findet Peter Menne, Sprecher der Giordano Bruno Stiftung (gbs) Regionalgruppe Rhein-Main, und fordert: "Angesichts der Tatsache, dass über ein Dritel der deutschen Bevölkerung konfessionsfrei lebt, ist es höchste Zeit, diese antiquierte Regelung unserer heutigen pluralistischen Gesellschaft anzupassen." Und so wird wird am Gründonnerstag ein Rosa Hase an der Konstablerwache thronen und zwischen 10 und 12 Uhr zum kollektiven Kirchenaustritt auffordern. Allen Austrittswilligen weist der Hase den direkten Weg zum gegenüberliegenden Gericht und die zehn ersten Austrittswilligen werden vom Hasenfest-Bündnis mit einem 25-Euro-Gutschein für die Gerichtsgebühr unterstützt.
 
25. März 2013, 12.34 Uhr
Miriam Mandryk
 
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Steffen Schneider am 4.4.2013, 23:50 Uhr:
JA! Für tanzen!
 
Wolf JaJa am 3.4.2013, 00:45 Uhr:
Lass die Sonntage wie sie sind und nenne sie Ausruhtag. Gib jedem 10 Urlaubstage mehr im Jahr über die er frei verfügen kann und schaff die Feiertage ab und der Käse ist gegessen. Die Christen können sich ihre Urlaubstage so legen das sie ihren Gott preisen können andere Religionen können das auch. Es gäbe weniger Staus, die Erdölkonzerne würden nicht mehr ihre Preise zu bestimmten Ferienzeiten hochlegen, überhaupt wäre alles viel besser.
 
Peter Bernecker am 29.3.2013, 12:43 Uhr:
Hallo Eiko! Wie findest du folgenden Vorschlag: jede Religion legt ihre Feiertag fest, zum Beispiel fünf Tage pro Jahr. Am besten so, dass es keine Überschneidungen gibt. Christen, Juden, Moslem, Hindu, Buddhisten sowie alle anderen Glaubensgemeinschaften. Um Toleranz (bitte mit einem l schreiben, wir sind ja nicht bei den tollen Tagen ... übrigens hat auch Fasching einen religiösen Hntergrund!) zu üben, sollten Religionsgemeinschaften aller Art die Möglichkeit haben, ihre Feiertage zu setzen. Auch die Zeugen Jehovas, Neu-Apostolische Kirche, Scientologen, und so weiter und so fort. Damit Anhänger von nicht-transzendenten Wesen auch zu ihrem Recht kommen: Auch Gewerkschaftler, Parteipolitiker, Waldläufer, Heavy-Dark-Gothic-Fans und so weiter und so fort dürfen auch ihre Feiertage setzen. Doppelte Mitgliedschaften berechtigen allerdings nicht zum Begehen mehrerer Feiertagskontingente.
Um dieses Verfahren überhaupt auf eine ökonomische Basis zu stellen, sollten die Arbeitgeberverbände ein Mitspracherecht erhalten, insbesondere bezüglich der Frage nach dem Feiertagskontigent und die Anrechnung auf Urlaubstage sowie die Abschaffung des Sonntages (der ja auch ein christlicher Feiertag ist).
Wir haben dann das ganaze Jahr über Arbeit, unser Feiertagskontingent (sofern wir einer anerkannten Glaubensgemeinschaft angehören).
Sicher regelt sich das alles ohne den Staat, keine Mehrheit mehr wird anderen ihren Willen aufzwingen. Lediglich eine kleine Gruppe von Großindustriellen wird über die Anerkennung von Glaubensgemeinschaften und die Feiertagskontingente entscheiden. Ist doch sozial gerecht, oder?
 
Eiko Francfort am 27.3.2013, 14:18 Uhr:
Warum muss der Staat festlegen, wann Feiertage und wann Arbeitstage sind. Und warum gibt es fast nur christliche Feiertage? Kann man nicht einfach jedem selber überlassen, wann er feiern statt arbeiten will. Meinen Jahresurlaub nehme ich ja auch wann ich will. Muss in einer Demokratie immer die Mehrheit allen anderen Ihren Willen aufzwingen, oder kann man nicht auch etwas tolleranter miteinander umgehen? Wenn die Kirchen etwas anpassungsfähiger wären, gäbe es keinen Grund auszutreten. Die Aufklärung scheint spurlos an den Kirchen vorbeigegangen zu sein. Die befinden sich moralisch noch im Mittelalter.
 
Peter Bernecker am 26.3.2013, 09:54 Uhr:
Eigentlich sollte man dem Hasenfest-Bündnis einen durchschlagenden Erfolg wünschen: Es treten dann so viele Menschen aus der Kirche aus, dass in Konsequenz sämtliche christlichen Feiertage abgeschafft werden. Es gäbe dann nur noch 52 Arbeitswochen á fünf Arbeitstage pro Jahr. Das Problem dabei: Menschen, die gar nicht in die Arbeitswelt integriert sind, kann man kaum entgegenhalten, dass ihnen eine bewußte Auszeit von dieser Arbeitswelt gut täte.
 
Michael Weber am 25.3.2013, 15:52 Uhr:
Tanzen, Ja oder Nein. Es gibt gute Argumente für beide Ansichten.
Es ist aber traurig, dass die geforderte Toleranz mal wieder mit eigener Intoleranz gegenüber getreten wird. Was soll die Aufforderung zum Kirchenaustritt? Warum müssen oder sollen Menschen dazu ermutigt werden aus der Kirche auszutreten? Das hat nichts mit der Debatte zu tun. Da wird doch deutlich, dass es den Protestlern nicht um gegenseitiges Verständnis geht.
 
Angelika Douglas am 25.3.2013, 14:43 Uhr:
Dann müssten auch die Feiertage gestrichen werden die jeder als sebstverständlich ansieht.
 
 
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