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Gesellschaft
 

Friedhofsgebühren

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Die letzte Ruhe in Frankfurt verteuert sich

Foto: Symbolbild, © Scott Rodgerson/ Unsplash
Foto: Symbolbild, © Scott Rodgerson/ Unsplash
Wer verstorbene Angehörige in Frankfurt bestatten lassen möchte, muss künftig noch tiefer in die Tasche greifen: Um das Defizit im Gebührenhaushalt des Friedhofs- und Bestattungswesens auszugleichen, passt die Stadt die Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung an.
Die Gebühren für die Frankfurter Friedhöfe sollen noch im Jahr 2020 steigen, das teilte der Magistrat mit. So sollen die Grabnutzungsgebühren um 20 bis 30 Prozent teurer werden. Ein Einzelerdwahlgrab soll um 20 Prozent teurer werden und fortan 1579 Euro kosten. Urnenwahlgräber unter der Erde sollen ebenfalls um 20 Prozent verteuert werden und künftig 1531 Euro kosten. Abgemildert werden die Erhöhungen durch sinkende Verwaltungs- und Bestattungsgebühren. Die Nutzung der Trauerhallen wird dagegen ebenfalls teurer: Die Gebühren steigen um neun bis 13 Prozent. Deutlich teurer wird die Aufbewahrung von Toten in den städtischen Totenhäusern und Kühlzellen: Die Gebühren steigen um 70 Prozent auf 126 beziehungsweise 163 Euro am Tag. Die Kosten für Bestattungen, Nutzung der Trauerhalle und das Grab würden damit bei Erdbestattungen um durchschnittlich zehn und bei Urnenbestattungen um durchschnittlich neun Prozent steigen.

Die Sterbezahlen in Frankfurt sind rückläufig. Damit stehen sie dem Bundestrend gegenüber – dort steigen die Sterbezahlen an. Als Ursache gibt der Magistrat die niedrige Altersstruktur in Frankfurt an. Auch die Zahl der Bestattungen sinkt in Frankfurt – in den letzten zehn Jahren gab es rund zehn Prozent weniger Bestattungen. Dies liegt auch daran, dass der Ort der Bestattung frei wählbar ist, sodass sich viele Frankfurterinnen und Frankfurter nicht in Frankfurt beerdigen lassen: Auf etwa 6000 gestorbene Frankfurterinnen und Frankfurter kamen im Jahr 2018 rund 4800 Beerdigungen. Als Gründe hierfür werden Beerdigungen im Geburtsort des oder der Verstorbenen, sowie eine Grabstättenwahl in der Nähe von Angehörigen angegeben.

Auch die Bestattungskultur ändert sich. Während die Anzahl an Erdbestattungen deutlich gesunken ist, stieg die Anzahl der Urnenbestattungen, trotz sinkender Gesamtzahlen bei den Bestattungen, in den letzten elf Jahren an. Der Trend geht derzeit zu kostengünstigen Grabstätten mit einem geringen Pflegeaufwand. Durch den geringeren Platzaufwand von Urnen- im Vergleich zu Erdgräbern steige laut Magistrat die Anzahl an freien Flächen auf den Frankfurter Friedhöfen. Für die Pflege der freien Flächen durch die Stadt seien demnach deutliche Mehrkosten angefallen. Auch der Leerstand in den Kühlhäusern mache der Stadt zu schaffen: Durch die geringere Anzahl von Erdbestattungen sei die Nutzung der Kühlzellen in den vergangenen vier Jahren um 54 Prozent gesunken. Weitere Kostensteigerungen auf den Friedhöfen seien bedingt durch den erhöhten Pflegeaufwand für die Grünanlagen auf den Friedhöfen durch klimatische Veränderungen sowie auf höhere Personal-, Energie- und Entsorgungskosten zurückzuführen. Damit stieg das Defizit des Gebührenhaushalts des Friedhofs- und Bestattungswesens von 1,99 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 2,17 Millionen Euro im Jahr 2018. Für 2019 lagen noch keine endgültigen Zahlen vor, aber auch dort zeichnet sich ein Defizit ab. Zusätzlich zu den steigenden Gebühren soll das Defizit durch höhere Geldmittel für den Unterhalt der Friedhofsgrünflächen durch den städtischen Haushalt abgemildert werden.
 
8. Januar 2020, 13.00 Uhr
nre
 
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Leser-Kommentare

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parai ba am 15.1.2020, 01:03 Uhr:
Da beißt sich die Katze in den Schwanz höhere Gebühren werden zu geringerem Interesse an Bestattungen auf Frankfurter Friedhöfen führen. Demnächst werden Bestattungen in Frankfurt zum Luxus für Vermögende. Einkommensschwache "dürfen" dann zweimal trauern: einmal um den verstorbenen Angehörigen und dann wegen der finanziellen Belastung bzw. ihn nicht in Frankfurt bestatten zu können. Die Friedhöfe dienen nicht nur der Trauerbewältigung den Hinterbliebenen sondern auch zur Naherholung für Anwohner. Daher sollte die Pflege nicht nur über die Grabstellen finanziert werden.
 
 
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