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Foto: © gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Foto: © gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Städtische Bühnen

Neue Kulturmeile für Frankfurt

Die Zukunft der Städtischen Bühnen ist und bleibt ungewiss. Ein neuer Entwurf sieht die Verlegung der Oper an die Neue Mainzer Straße vor, ein zweiter die Neuformierung des Willy-Brandt-Platzes. Laut Kulturdezernentin Ina Hartwig könnte so eine neue Kulturmeile in Frankfurt entstehen.
Zuletzt sorgte die Nachricht, das Foyer des Schauspiels könnte möglicherweise unter Denkmalschutz gestellt werden für Wirbel in Sachen Städtische Bühnen. Nun bringen Konzeptentwürfe des Kulturdezernats einen neuen Dreh in die Diskussion um den zukünftigen Standort der Bühnen. Laut Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) könnten sowohl Schauspiel als auch Oper ihren Standort am Willy-Brandt-Platz behalten; rundherum würde eine neue Kulturmeile an den Frankfurter Wallanlagen entstehen.

„Eines steht für mich außer Frage: Der Willy-Brandt-Platz und sein Umfeld sind der ideale Standort für die Städtischen Bühnen Frankfurt“, sagte Hartwig hinsichtlich der möglichen Varianten, die der Standort bieten könnte. Diese wurden von der Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“ geprüft vier Ergebnisse von „PFP PLANUNGS GmbH“ sowie „gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner“ liegen nun vor. Ein weiterer Standort für die Komplettverlagerung werde ebenfalls noch geprüft.

Oper an der Neuen Mainzer Straße

Einer dieser Entwürfe sieht den Neubau der Oper auf dem Grundstück der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) vor, auf dem sich derzeit der Hauptsitz der Frankfurter Sparkasse befindet. Laut FAZ sei die Helaba bereit, einen Teil der Fläche bereitzustellen; die Oper würde dementsprechend an die Neue Mainzer Straße ziehen, das Schauspiel bliebe am aktuellen Standort. Hartwig begrüßt diesen Entwurf, da dadurch nicht nur eine teure und komplexe Interimslösung für die Oper eingespart werden könne. „Vielversprechend ist diese Variante auch deshalb, weil damit die Wallanlage als Kulturmeile ausgebaut wird und sich damit eine neue Perspektive für die Innenstadtentwicklung insgesamt ergibt.“

Die Kulturdezernentin erhofft sich vom Neubau der Oper eine Integration der Wallanlagen in das Stadtleben sowie eine Belebung der Taunusanlage zwischen Eurotower und den Türmen der Deutschen Bank. Schon jetzt zeige sich mit dem MMK 3 – der Dependance des Museums für Moderne Kunst im Taunusturm – wie belebend kulturelle Nutzungen auf das städtische Umfeld der Hochhäuser wirken können, so die Kulturdezernentin. „Wenn die Oper hinzukommt, wird eine nach dem Museumsufer neue Kulturmeile entlang der Wallanlage für die Frankfurter Innenstadt ausgebaut, beginnend mit dem Jüdischen Museum, gefolgt vom Schauspiel am Willy-Brandt-Platz, dem MMK Tower, der Oper, der neuen Dependance des Weltkulturen Museums und, als Schlusspunkt, der Alten Oper.“

Zweiter Entwurf setzt auf Verlegung des Schauspiels

Ein zweiter, möglicher Entwurf sieht den Neubau des Schauspiels gegenüber dem jetzigen Standort der Oper vor. Dieser würde dementsprechend auf dem Abschnitt der Wallanlagen zwischen Willy-Brandt-Platz und Kaiserstraße errichtet werden. Die Oper würde bei dieser Lösung wiederum auf den Platz des Schauspiels wandern, die beiden Gebäude lägen sich dann schräg gegenüber. Der Willy-Brandt-Platz würde dadurch eine gänzlich andere Gestaltung bekommen; Grünflächen belegten dann die Fläche, auf der aktuell die Oper stünde.




Der Entwurf sieht eine Verlegung des Schauspiels gegenüber dem jetzigen Standort der Oper vor. © gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

CDU hält an Osthafen-Plänen fest

Politisch haben die Entwürfe jedoch keine Mehrheit in der Römer-Koalition. Die CDU sieht weiterhin eine Komplettverlagerung der beiden Gebäude vor: Nach dem Abriss soll ein Neubau auf dem 25 000 Quadratmeter großen Raab-Karcher-Gelände am Osthafen erfolgen. Bereits im Januar teilten Kreisvorsitzender Jan Schneider im Rahmen des Neubau-Beschlusses des Stadtparlaments mit, dass man nach gründlicher Analyse der baulichen Situation und der Anforderungen an eine künftige Nutzung zu der Überzeugung gelangt sei, dass „eine Sanierung der Bühnen am heutigen Standort die schlechteste aller Möglichkeiten“ darstelle. „Der Bau einer neuen Doppelanlage ist auch der Aufspaltung von Oper und Schauspiel vorzuziehen“, teilten Schneider und der Fraktionsvorsitzende Nils Kößler mit.

Podiumsdiskussion per Livestream

Die Kulturdezernentin wird in einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend über die aktuellen Planungen informieren und anschließend mit Expertinnen und Experten darüber debattieren. Aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen wird die Veranstaltung ausschließlich digital stattfinden, Zuschauerinnen und Zuschauer haben jedoch die Möglichkeit Fragen an das Podium zu richten. Darunter etwa Anselm Weber, Intendant des Schauspiels sowie Architekt Tobias Becker, der auch Vorsitzender des Städtebaubeirats ist. Die Veranstaltung wird aus dem Deutschen Architekturmuseum übertragen und startet um 19 Uhr. Der Livestream ist unter folgenden Links abrufbar: www.kultur-frankfurt.de/livestream und www.facebook.com/ffmculture
 
10. Juni 2020, 13.30 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
 
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