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Autorennen und Sachsenhäuser Menü

Ralleys im Untergrund, Frankfurter Schnitzel mit Mispelchen und Ponyhöfler, die ihren Gästen jeden Wunsch von den Augen ablesen können: In Sachsenhausen gibt es wohl nichts, was es nicht gibt. Glauben Sie nicht? Na, dann fragen Sie mal Patrick9000.
Was machen Männer im besten Alter, mannigfaltig gezeichnet vom Tatoostudio ihres Vertrauens, während sie in dunklen Kellern Rock 'n' Roll hören, heimlich rauchen und lokale Kaltgetränke konsumieren? Sie verfeinern ihre ohnehin schon noble Existenz mittels kleiner Carrera-Rennwagen, mit denen sie auf dafür eigens aufgebauten Rennbahnen unterirdische Ralleys veranstalten. Man kennt sich untereinander, heißt aber auch neue Mitfahrer im Dreikönigskeller aufs herzlichste willkommen und weiht sie kenntnisreich in die Geheimnisse des Slot Car Racings ein, und da gibt es einiges zu berichten. Wer kein eigens Auto hat, bekommt eins geliehen, da sind die Jungs nicht so. Unidealerweise fliegt mein Mustang GT immer aus der Kurve, es liegt an den Reifen, orakeln die Boxenmechaniker, und so büßte ich schon meine Aussenspiegel ein. Aber wer parkt schon rückwärts ein mit nem Carrera-Auto?

Das war ja schon am Dienstag. So in the middle of something. Mittwochs war es elends grausam. Am Donnerstag waren wir mal zum Essen aus, ein Sachsenhausener 3 Gänge Menü sollte es sein, will meinen, Apfelwein, Frankfurter Schnitzel und Mispelchen, und da bot sich an, Schreiber Heynes Proletariat mal auszuchecken, und da gehn wir auf jeden Fall mal wieder hin, denn man war freundlich, der Apfelwein läuft sehr gut bis ganz runter, Schnitzel und Mispelchen erfüllten vortrefflich ihren Zweck und so war der Donnerstagabend einer mit viel Sinn.

Am Freitag waren die Menschen sehr zufrieden. Zum einen diejenigen, welche rund um den Friedberger Platz ihre Ladengeschäfte zu Alkoholnotverkaufsstationen umfunktionierten, zum anderen die Besucher des Friedberger Marktes, auch wenn sich viele sicherlich subkulturell eher oberflächlich interessierte Lohnakademiker unter ihnen wähnten, denn es war gut besucht, eine homogene Menschenmasse zwischen Friedberger Landstraße und Harvey's überflutete den Platz und wenn sich alle noch ein bißchen mehr zusammenreißen, dann wird das vielleicht auch was. Mehr kleine, orangene Häuschen würden da aber auch nicht schaden. Vom Markt, bevor die Flut es mir gleich tun sollte, pilgerte ich auf ein schnelles Export ins Feinstaub, wo Martina u.a. ihre Alternativ & Indie - Lieblingslieder auflegte und es sich dazu langsam aber sicher gut füllte. Ich hatte ja zuvor zusammen mit Fakir auf Radio X "x wie raus" moderiert, und so wusste ich auch, dass man im Cafe1 an der FH ein ganz besondere Veranstaltung zelebrierte, das Electronic Beat Battle, entstanden aus der Battle - Tradition des schon seit gefühlt immer stattfindenden Frankfurter Poetry-Slams, nur hier ballert man sich nicht Worte, sondern Beats um die Ohren. Die Teilnehmer haben 10 Minuten Zeit, um entweder mit Laptop/Controller, Groovebox oder MPC (kleiner Sampler mit Pads) gegeneinander anzutreten, und das Publikum entscheidet über den Gewinner. Sinnvollerweise schwimmt diese Veranstaltung immer im Kielwasser der Musikmesse mit, und so schraubten erfahrene Musiker an ihren Kisten, als ob der Teufel hinter ihnen her wäre und begeisterten das Publikum, dass natürlich aus fachlich ebenso versierten Zuschauern bestand. Schon so ein bißchen elektrokartellmäßige Schrauber - Szene, aber ich mag das ja ;-)
Zurück mit der Line 18 gings in den Yachtklub, denn dort spielen die beiden "Double Diamond" Feinstes aus ihren Radioarchiven, von Elektronik über Country und Sixties Funk was alles dabei, was Spaß machte, und Spaß machte es mir auch, wieder auf dem kleinen Boot zu sein, und so versackte ich dort in Würde.

Den Samstagabend startete ich auf meiner schwimmenden Außenterrasse, dem Yachtklub, wo wir uns schon mal ein wenig warmgetrunken hatten, und zogen dann weiter in die Alte Liebe, dann es wurden Mexikana verlangt, und die Besten der Stadt gibt es eben nur in der ALi, liebevoll zubereitet von Thekenqueen Sigi. Von der Queen ging es weiter zu den Prinzessinnen, nämlich namentlich zu Astrid und Nancy in den Ponyhof, die es vorzüglich verstehen, ihren Gästen jegliche Getränkewünsche von den Augen abzulesen, und damit die Leute sich nicht anflüstern müssen, engagiert man DJs, die die Luft mit Akustik füllen. Dieses Mal (Fonkey Donkey) waren DJ Fuji und Holger Menzel dran. Apropos, ein Bild von den Prinzessinnen hab' ich auch gemacht. Auch wenn manchmal Skepsis vorherrscht, man könnte ja gesehen werden. Was in diesem Falle ja schon paradox anmutet ;-) Der Fotograf war ja mit dem Auflegen beschäftigt.

Ich vergaß' es fast, im Dreikönigskeller war ich auch nochmal kurz, bei den jungen Wilden Malwin Hillier und Florian Lippmann, bekant auch aus Funk und Peel, und die spielten natürlich 60s / Beat / Rock 'n' Roll / Surf und hatten zu Recht die Hütte voll. Die Party im Sportheim hatte ich mir mal gespart, ich wusste auch so, dass es dort sicherlich gut sein würde. Aber bei ländlicher Sozialisation ist eine Party in einem Sportheim nicht unbedingt die Besonderheit.

Dann hat es mir auch geschickt, auch wenn wir in einer bunten Clique unterwegs waren und uns unterwegs die M&Ms auszugehen drohten, ich hatte ja noch am Sonntag einiges vor, zum Beispiel Rhein rauswählen, im Yachtklub rumgammeln und später bei Radio X, dem Lieblingskuschelsender aller Frankfurter, x wie raus zu moderieren. Vorher hab' ich aber noch Bühnenreif! gehört, das ist nämlich das einzige Theatermagazin in Frankfurt, und das läuft zufällig auf, na ihr könnt es euch ja denken ;-)

Geht raus, die Nacht ist schön!
 
26. März 2012, 16.30 Uhr
//ptrk9000
 
 
Fotogalerie:
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