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Foto: Symbolbild © Pexels
Foto: Symbolbild © Pexels

Frankfurter Start-up: Mooveo

Wenn jeder Kilometer belohnt wird

Zu Fuß gehen, dabei Bonuspunkte mit dem Smartphone sammeln und dann im Geschäft sparen – so einfach ist die Idee hinter der App Mooveo, an der aktuell zwei Frankfurter Studenten arbeiten. Neben der Umwelt sollen damit auch kleine Einzelhändler in der Stadt unterstützt werden.
„Wer diese App nutzt, wird quasi für seine alltägliche Handlung belohnt und muss noch nicht einmal etwas dafür tun“, sagt Carlos Gienow. Gemeinsam mit seinem Freund Maximilian Pfestorf hat der 23-Jährige das Start-up „Carma Insights“ gegründet; die beiden Studenten arbeiten nun an ihrer App Mooveo. Mit dieser sollen Nutzerinnen und Nutzer mit jedem zurückgelegten Kilometer sogenannte Mooves, virtuelle Sparpunkte, sammeln, die dann wiederum in kleineren Geschäften oder etwa Cafés gegen Shopping-Rabatte oder Einkaufsgutscheine eingelöst werden können. „Je mehr Mooves man durchs Laufen sammelt, desto mehr spart man“, erklärt Gienow. Die Art der Fortbewegung spiele dabei ebenfalls eine Rolle: „Wer sich umweltfreundlich bewegt und läuft bekommt 40 Punkte, wer Rad fährt 30 und nur fünf, wenn man das Auto nutzt.“

Die Idee für die App kam den beiden, die sich 2017 während ihres Marketing-Studiums kennenlernten, als sie mit Freunden gegenseitig die jeweiligen Heimatorte besucht hätten. „Vor allem in kleineren Städten ist uns aufgefallen, dass viele Geschäfte leer stehen; auch Geschäfte in der Heimat, in die wir früher gerne gegangen sind, gibt es nun nicht mehr“, so Gienow. Mit Mooveo sollen nun genau diese kleinen Einzelhändler unterstützt werden. Den Grund für deren Geschäftsaufgabe sehen die beiden vor allem darin, dass Einzelhändler, anders als große Unternehmen, viel weniger über ihre Kundschaft wüssten und diese dementsprechend weniger zielgerichtet ansprechen könnten.

Die App habe man aus diesem Grund in zwei Sparten unterteilt: eine für die Unternehmer, eine für die Endverbraucher:innen. Geschäfte machen per Abonnement mit, Kundinnen und Kunden laden sich die App kostenfrei herunter und registrieren sich mit ihrer Email-Adresse. „Nach dem Installieren der App können die Nutzer:innen einen Interessen-Katalog ausfüllen und 30 bis 40 Kategorien entsprechend ihrer Vorlieben bejahen oder verneinen“, erklärt Gienow. Ist man dann in der Stadt unterwegs, sollen teilnehmende Geschäfte im Umfeld, deren Angebot mit den Interessen übereinstimmen, angezeigt werden – sowie deren Aktionen. „Wenn das System läuft, können wir so zielgenaue Angebote wie auf einem Silbertablett servieren“, sagt Gienow und betont, das dass Ganze völlig anonym bleibe.

Aktuell läuft laut den beiden Jungunternehmern die Pilotphase, noch im November sollen mehr als 150 Testnutzerinnen und Testnutzer die nächste Phase einleiten und auf Einkaufsstraßen wie der Zeil oder der Berger Straße in der Frankfurter Innenstadt unterwegs sein. Wenn es klappt, so Gienow, könne die App im Frühjahr online gehen.
 
11. November 2020, 13.10 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
 
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