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Foto: Detlef Kinsler
Foto: Detlef Kinsler

1. FFC Frankfurt-MSV Duisburg 2:1

Demut tut gut

Rechtzeitig zu Spielbeginn war der Nebel über dem Stadion verflogen und die 1.320 Zuschauer im Stadion am Brentanobad konnten die Partie des 1. FFC Frankfurt gegen den MSV Duisburg ohne Beeinträchtigungen genießen. Am Ende kamen die Sonne und ein Sieg heraus.
Beim souveränen 6:0 gegen Bayer Leverkusen im Pokal sahen die mitgereisten Fans und Medienvertreter einen spielfreudigen 1. FFC Frankfurt. Wer so viele Tore auswärts gegen einen aufstiegsambitionierten Zweiligisten schießt, von dem darf man doch am Brentanobad eine Woche später, zumal beim Heimspieldebüt des neuen Cheftrainers Niko Arnautis gegen die bis dato sieglosen Elften der Liga, den MSV Duisburg, doch Ähnliches erwarten. Dass man solche Erwartungshaltungen besser erst gar nicht aufbauen sollte, unterstrich Arnautis in der Pressekonferenz nach dem glücklichen, wenn letzten Endes auch verdienten 2:1 gegen die Zebras. Auch er betonte wie schon viele Kollegen vor ihm die „Ausgeglichenheit“ der Liga, in der Kantersiege vermeintlich Großer gegen mutmaßlich Kleine nicht mehr an der Tagesordnung sind. „Wir müssen demütiger werden“, richtete sich Arnautis an die Mannschaft, das Team drumherum, Fans und sicher auch die Medien. „Alle müssen immer ans Limit gehen.“ Der MSV Duisburg war von seinem Trainer nach den knappen Niederlagen gegen Freiburg, Potsdam und Wolfsburg nicht etwa mit Mauertaktik im 5-4-1, sondern mutig im 3-4-3-System aufgestellt worden und nutzte gleich seine erste Chance, führte überraschend nach 4 Minuten schon 1:0 durch Pia Rijsdijk. Tatsächlich gehörten die ersten 20 Minuten den Gästen, der FFC fand nur langsam und schwer ins Match, beim Aufbau war mehr Zufall als Absicht im Spiel, die Passgenauigkeit fehlte, die Flanken kamen selten an und tauchten die Frankfurterinnen vorm gegnerischen Tor auf, verteidigte der MSV gut und zeigte dem FFC zudem auf, wie man mit wenigen, schnellen Spielzügen auf der Gegenseite Gefahr erzeugen konnte. Auch wenn Duisburg sich so mehr Chancen erarbeitete, schaffte die Heimmannschaft in der 34. Minute und somit noch – ganz wichtig – vor der Pause den Ausgleich durch Sophie Schmidt nach Flanke von Ana-Maria Crnogorcevic. Frankfurts Nr. 21 hatte das 2:1 auf dem Fuß, Pawollek zielte übers Tor, Yokoyama gelang noch ein schöner Schuss genauso wie Schmidt. Eins ums andere Mal konnte sich auch Duisburg Torfrau Lena Nuding auszeichnen. Eine FFC-Führung zur Pause wäre auch nicht gerecht gewesen. Man durfte zu Beginn der 2. Halbzeit gespannt sein, was Arnautis seiner Elf mit auf den Weg gegeben hatte, um doch noch einen Sieg einzufahren. Ernüchternderweise hatte der MSV jedoch die erste große Chance im zweiten Durchgang. Vielleicht rüttelte die den FFC mehr auf als die Pausenansprache. Wie immer übernahm Jackie Groenen wieder Verantwortung, brachte sich mit echten Energieleistungen mit langen Laufwegen in aussichtsreiche Positionen, um anspielbereit zu sein. Die Frankfurterinnen agierten nun aggressiver was sich in einer Reihe von Ecken ausdrückte. Der FFC drückte, machte damit aber auch seine Abwehr durchlässiger. Mitunter sicherte nur eine Spielerin bei Standards nach hinten ab. Und das fast auf Höhe der Mittellinie. Die Gefahr ein zweites Tor zu fangen, bestand tatsächlich bis zum Ende des Spiels. „Wir wussten wir müssen bis zum bitteren Ende gehen, um dieses Spiel zu gewinnen“, kommentiert Arnautis das in seinen Augen „spannende, geile Spiel“. „Wir waren in der zweiten Halbzeit die aktivere Mannschaft, dominierten dann das Spiel und ich hatte immer das Gefühl, wir kriegen diese Möglichkeit, ein zweites Tor zu schießen, noch.“ Dafür musste der Coach vorher noch auswechseln. Lily Agg kam in der 73. Minute und sieben Minuten später wechselte Arnautis („Bei mir bekommen allen Spielerinnen ihre Chance.“) – oft belächelt –Lise Munk ein. Ausgerechnet. Aber das sind – fünf Euro fürs Phrasenschwein – so die Geschichten, die der Fußball schreibt. Kaum im Spiel, gelang der Dänin ein schöner Hackentrick, den die Britin Lilly Agg schon zum 2:1 hätte verwandeln müssen. Das gelang nach der anschließenden Ecke dann Munk in der 82. Minute mit einem typischen Abstaubertor was Franz-Pohlmann mit dem Schicksal hadern ließ. Denn eine ähnliche Situation eine Minute vor Spielende für seine Duisburgerinnen konnte Frankfurts Torfrau Bryane Heaberlin mit beherztem Zugreifen entschärfen und so den Sieg sichern. Zwei Anmerkungen noch am Rande. Lange musste man nicht mehr Schiedrichterinnenleistungen thematisieren. Diesmal waren einige Entscheidungen mal wieder wenig nachvollziehbar. Und im schon mal erwähnten Aufstellungsschema auf www.dfb.de spielte der 1. FFC ein 4-2-3-1 und mit Crnogorcevic und Hendrich in der Innenverteidigung, tatsächlich traten die Beiden eher als Außenstürmerinnen auf. So flexible Spiele sind einfach schwer zu lesen.
 
16. Oktober 2017, 08.07 Uhr
Detlef Kinsler
 
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt. – Mehr von Detlef Kinsler >>
 
 
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