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Wohnen in Frankfurt
 

Immer mehr Wohnungen

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Die Dynamik ist in der Bürostadt spürbar

Foto: IHS Property Consultants
Foto: IHS Property Consultants
Wer hätte gedacht, dass die Bürostadt Niederrad einmal Stadtplaner und Architekten, sogar welche aus dem Ausland, interessieren würde? Die Umwandlung von der Monostruktur in ein gemischtes Gebiet, in dem auch gewohnt werden kann, hat volle Fahrt aufgenommen.
Es galt in den 1960er-Jahren auch in Frankfurt als besonders schick, Unternehmenszentralen in schillernden und imposanten Glaspalästen unterzubringen mit viel Grünflächen drumherum, ganz nach US-amerikanischem Vorbild. Doch die Zeiten ändern sich, viele Firmen suchten mit den Jahrzehnten lieber Domizile in der Innenstadt und verließen die Bürostadt Niederrad, die ohnehin nur während der Geschäftszeiten belebt war und letztlich dann auch noch viel Leerstand zu beklagen hatte. Das aber ändert sich derzeit. Leerstehende Bürogebäude werden abgerissen, um Wohnhäusern Platz zu machen oder sie werden entkernt und in Wohnungen umgewandelt, Konversion nennt sich das. Sprach die Stadt vor Kurzem noch von 3000 Wohnungen, die in der Bürostadt möglich seien, und Raum für rund 6000 nach Wohnraum suchende Frankfurter bieten könnten, heißt es nun, dass diese Vorgaben längst übertroffen werden. Von 10.000 neuen Bewohnern, die in den kommen Jahren in die Bürostadt ziehen werden, ist nun die Rede. Die Verwandlung des Viertels hat eine eigene Dynamik bekommen.

Spätestens wenn im dritten Quartal 2016 der zweite Bebauungsplan für die Bürostadt – oder das Lyoner Viertel, wie es von Planern gerne genannt wird – vorliegt, werden einige Projektbetreiber nicht mehr zu stoppen sein. Der Nebeneffekt: Nur noch 15,6 Prozent der Büroflächen stehen bereits jetzt im Unterschied zu 2011, wo es noch 23 Prozent waren, leer, so das Immobilienunternehmen CBRE.


Ingrid Hempel, Geschäftsführerin der Beratungsfirma IHS Property Consultants, verfolgt das Geschehen in der Bürostadt genau und gestaltet sogar mit. Auf einer Karte hat sie mit roten Punkten alle Gebäude des Quartiers gekennzeichnet, die kürzlich den Besitzer gewechselt haben, die abgerissen oder umgewandelt werden sollen. Es zeigt sich, dass sich die Projekte gut über das Areal verteilen. Fertiggestellt ist etwa die Konversion des dreizehngeschossigen, einst leerstehenden Bürohauses in der Lyonerstraße 30, das die Firma AviaRent in 182 möblierte Ein- und Zwei-Zimmer-Apartments und fünf Penthousewohnungen umfunktionieren ließ. Ab 400 Euro kostet ein solches Domizil. Wie Ingrid Hempel berichtet, eigne sich nicht jeder Gebäudezuschnitt für eine Konversion, letztlich müsse man auch Wände herauszunehmen oder versetzen können. Ihr Unternehmen berät Immobilieneigentümer und prüft für sie eine Neuausrichtung der Objekte. Mit insgesamt fünf Konversionsprojekten innerhalb der Bürostadt hat sie sich nun befasst. Potenzial habe etwa das Europahaus, hier könnten 400 Wohnungen entstehen.


In der Lyoner Straße 11 (Foto oben, links vorher, rechts nachher), so hat IHS Consultants ermittelt, seien ja bereits Ladenflächen wie ein Friseur oder ein Café integriert, hier könnte noch eine Kindertagesstätte mit längeren Öffnungszeiten einziehen. Obendrüber seien 270 teils möblierte, teils unmöblierte Wohnungen geplant, die bis 2018 fertiggestellt werden sollen. „Die Lyoner Straße 11 wurde kürzlich wie sieben weitere Objekte in der Bürostadt unter Denkmalschutz gestellt, das muss bei der Planung natürlich berücksichtigt werden, die klare 70er-Jahre Struktur soll erhalten bleiben“, so Hempel.

Auch die Hahnstraße 30-32 (Foto ganz oben) habe man unter Denkmalschutz gestellt, vor allem die Eingangshalle und die Holzvertäfelung seien hier von besonderem Wert. „Wir versuchen jedem Gebäude eine Geschichte, ein Konzept zu geben“. Jung, modern, gesund, sind die Schlagworte, die zur Hahnstraße 30 bis 32 passen. So könnte ein Fitnessstudio und eine gesundheitsorientierte Gastronomie ins Gebäude integriert werden. Es werden davon dann vermutlich eher jüngere Bewohner angesprochen werden, die in den 300 möblierten Wohnungen leben werden, die bis Spätsommer 2017 fertiggestellt sein sollen.“ Auch in der Lyoner Straße 24 bis 26 sollen durch Konversion rund 400 Wohnungen entstehen.

Anfangs hatten Projektentwickler und Stadtplaner noch nach einer Art Marktplatz gesucht, wo man einkauft und wo auch immer etwas los ist. Davon sei man abgekommen, erklärt Ingrid Hempel. Stattdessen plane man nun belebte Wege, in dem man die Infrastruktur in die Gebäuden integriert und man so morgens auf den Weg zur S-Bahn noch schnell Brötchen und einen Kaffee besorgen könne. Mittlerweile gebe es sogar von Einzelhändlern und Unternehmern aus Niederrad Interesse, sich mit einer Filiale in der Bürostadt niederzulassen. „2017/ 2018 kommt der Durchbruch“, ist sich Ingrid Hempel sicher. „Einige Bewohner werden schon dort sein, dann ist noch die Frage, wo man noch die Grundschule errichten kann. Ein bis zwei Standorte gäbe es. Und schon hat man ein fertiges Konzept, was sich immer weiter verbessern wird. Wohnen und Arbeiten wird in Gleichklang kommen.“ Zu bezahlbaren Preisen, ist sich Ingrid Hempel sicher, auch wenn das zur Not kleinere Wohnungsgrundschnitte bedeute.
25. April 2016
Nicole Brevoord
 
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