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Gesellschaft
 

Zu Gast beim VbFF

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Für die Damen gab es von Feldmann rote Nelken

Bildung ist ein wichtiges Thema für Oberbürgermeister Peter Feldmann. Daher hat er am Dienstag den Verein zur beruflichen Förderung von Frauen (VbFF) besucht, rote Nelken verteilt und sich die Sorgen und Nöte angehört.
Der Verein zur beruflichen Förderung von Frauen (VbFF) wurde 1978 gegründet und ist somit die älteste berufliche Bildungsstätte in Hessen, die sich um Mädchen und junge Frauen bemüht. Am Dienstag besuchte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Einrichtung in der Walter-Kolb-Straße und fand viele Anknüpfungspunkte mit seinem eigenen Leben. Denn Feldmann hatte früher ein Jugendzentrum geleitet, das Heranwachsenden helfen soll, Ausbildungen zu finden, besonders im holz- und metallverarbeitenden Gewerbe. Die Not, in der sich junge Menschen oft befinden, weil sie ohne entsprechenden Schulabschluss oder durch persönliche Widrigkeiten keine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt haben, ist dem Stadtoberhaupt also nicht fremd.

Der VbFF bietet Teilzeitausbildungen an oder vermittelt Ausbildungen an junge Mütter. Ferner werden auch Migrantinnen beraten, auf den Arbeitsmarkt vorbereitet oder an Ausbildungsstellen vermittelt. „Die Frankfurter Bildungslandschaft ist vielfältig. Der VbFF leistet einen wichtigen Beitrag, weil er vor allem Mütter unterstützt. Wenn Eltern eine gute Berufsausbildung haben, werden sie ihren Weg auf dem Arbeitsmarkt finden. Das ist die beste Prävention gegen Kinderarmut“, sagt Feldmann, der zum Zeichen seines Respekts für die Damenwelt, angelehnt an den Frauentag, rote Nelken an die Mitarbeiter und Auszubildenden des Vereins verteilte. „Oft bekommt soziales Engagement nicht den verdienten Respekt.“ Anschließend informierte sich Feldmann über das Aufgabenfeld des Vereins.

Der VbFF habe in den 36 Jahren seines Bestehens öfter mal den Schwerpunkt verändert, sagt Geschäftsführerin Kerstin Einecke. „Aber die Klientel und die Notwendigkeit, die sind all die Jahre gleichgeblieben.“ Der Verein werde zu 95 Prozent von öffentlichen Geldern finanziert und richte sich an Frauen im Alter von 16 bis 60 Jahren. Oftmals müsse man für alleinerziehende junge Frauen auch eine Notfallkinderbetreuung organisieren, außerdem mache man die Anwärterinnen auf einen Ausbildungsplatz mit zusätzlichem Deutsch- und Matheunterricht fit für die Berufslaufbahn. „Die Frauen kommen oft mit niedrigem Selbstbewusstsein zu uns“, sagt Einecke. Mit Theaterspielen, Singen und Tanzen wolle man vielen Frauen vermitteln, dass sie noch lernen können und dass sie selbst zu Erfolgserlebnissen beitragen können. So plane man derzeit ein Theaterstück binnen zehn Wochen, mit Vorbereitung an nur insgesamt zehn Tagen, zur Aufführung zu bringen. Für dieses Theaterstück hat Peter Feldmann die Schirmherrschaft übernommen. „Darüber wollen wir das Selbstbewusstsein gestalten und Lernblockaden lösen“, sagt Einecke.

Der Verein bilde selbst aus, hauptsächlich zu Bürokauffrauen oder in Bürokommunikation. Außerdem kooperiere man mit anderen Betrieben, so dass es auch möglich sei, die Ausbildung in einer Firma notfalls abzubrechen, um sie andernorts fortzusetzen. Der Verein vermittelt ausbildungssuchenden Mädchen die Schlüsselqualifikationen und bereitet unter anderem Migrantinnen auf Ausbildungen in der Alten- und Krankenpflege vor. „Unser Ziel ist es, dass die Frauen die Ausbildungen nicht abbrechen, sondern schaffen“, sagt Kerstin Einecke. Bis zu 98 Prozent der Teilnehmerinnen bestehen die IHK-Prüfung und 67 Prozent der Teilnehmerinnen werden nach der Ausbildung übernommen.

Peter Feldmann stellte sich nach seinem Informationsbesuch den Fragen der Teilnehmerinnen und ermutigte Migrantinnen dazu, den deutschen Pass zu beantragen. „Der öffnet Türen und ist das Langzeitabonnement für Deutschland.“ Viele der jungen Frauen beklagten indes, dass die Passgebühr von 250 Euro für eine Auszubildende kaum zu stemmen sei. Auch stelle der Wohnungsmangel ein Problem dar, vor allem wenn man ein Kind in einer Kita oder einem Hort unterbringen wolle, der einerseits nahe am eigenen Heim liege und andererseits von der Arbeitsstelle aus erreichbar sein soll. Feldmann machte Mut, sprach von der Budgetverdoppelung mit der sowohl die Nassauische Heimstätte als auch die ABG Frankfurt Holding verstärkt Wohnungen baue. Immerhin spräche man seit seiner Amtszeit in Frankfurt nicht mehr von einem Wohnungsmangel, sondern von Wohnungsnot. Man nenne das Problem also beim Namen und arbeite mit Hochdruck am Wohnungsbau.
 
12. März 2014, 11.33 Uhr
Nicole Brevoord
 
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