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Wenn der Botschafter Elvis singt
 

Wenn der Botschafter Elvis singt

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Frankfurt feiert noch 50 Jahre danach den Besuch JFKs

Höhepunkt der Amerikanischen Woche auf der Hauptwache war der Festakt, mit dem dem Besuch des US-Präsidenten John F. Kennedy vor 50 Jahren in Frankfurt gedacht wurde. Dazu traten nicht nur der OB, sondern auch der US-Botschafter Philip D. Murphy nebst Elvis auf die Bühne.
Es duftete am Dienstagnachmittag an der Hauptwache nach Würstchen und nach Popcorn, einige Cadillac-Oldtimer in Bonbonfarben sorgten für nostalgisches USA-Flair und vor der Bühne tanzten ein paar ältere Damen zur passenden Musik beseelt Square Dance. Die Amerikanische Woche wurde, initiiert von CityForum ProFrankfurt, zehn Tage auf der Hauptwache gefeiert, doch der Festakt am Dienstag gegen 16 Uhr war eindeutig der Höhepunkt.

Da trat der US-Botschafter Philip D. Murphy, der am 4. Juli in die USA zurückkehren wird, auf die Bühne, stand neben einem Elvis-Imitator und sang mit tiefem Elvis-Tembre „Treat Me Like a Fool“ ins Mikro, was mit viel Applaus belohnt wurde. 50 Jahre nach dem Besuchs John F. Kennedys in Frankfurt, wurde diesem historischen Ereignis feierlich gedacht.

Oberbürgermeister Peter Feldmann hieß an der Seite von Michael Paris und zwei Damen von Hooters auch den in Frankfurt ansässigen Generalkonsul Kevin C. Milus auf der Bühne willkommen. Richtig zuhause schien sich der Botschafter zu fühlen. Er hat in den 90er Jahren in Frankfurt gearbeitet und seiner Frau, wie er erzählte, in Frankfurt den Heiratsantrag gemacht. „Es war eine besondere Zeit für uns.“ Und dann machte Murphy, eben ganz Amerikaner Stimmung und rief dem Publikum: „Go Eintracht!“. Der Botschafter erinnerte daran, wie John F. Kennedy vor 50 Jahren die Militärbasis in Hanau besuchte und sich der deutsch-amerikanischen Freundschaft vergewisserte. Murphy bezeichnete das gemeinsame Engagement für Frieden und Freiheit als Bindeglied zwischen Deutschland und den USA. Frankfurt sei ein Ort der Offenheit und Lebendigkeit und des Wohlstandes. Tragischerweise sei Präsident Kennedy nur sechs Monate nach seinem Frankfurtbesuch ums Leben gekommen. Er konnte also die rasante Entwicklung Frankfurts nicht mehr miterleben.

„Willkommen in der amerikanischsten Stadt Deutschlands“, jubilierte OB Peter Feldmann. Als er in der Stadt aufwuchs, hätten US-Uniformen zum Stadtbild gehört, damals habe man manchen Deutschen noch beibringen müssen, was Demokratie ist. „Ohne die Amerikaner wäre all das, was wir an Demokratie und Freiheit erreicht haben, undenkbar gewesen. Kennedy habe bei seiner Ansprache in der Paulskirche den Begriff „cradle of democrazy“, die Wiege der Demokratie also, geprägt. Heute, so sagte Feldmann, leben in Frankfurt 170 Nationen und es werden 200 Sprachen gesprochen, ohne dass es zu einem babylonischen Sprachengewirr käme. Mit dem Einspielen der amerikanischen Hymne, bei der sich sowohl Milus als auch Murphy feierlich die Hand aufs Herz legten, endete der Festakt.

Beim anschließenden Rundgang über die Hauptwache gab es dann noch ein Überraschungsständchen für den OB und den Botschafter. Die Straßenmusiker von Guaia Guaia hatten sich etwas abseits der Bühne positioniert und sangen "Alle Autos fliegen hoch". Bei Textzeilen wie "heute ist man mit gutem Gewissen Terrorist" machte Murphy ein bisschen gute Miene zum bösen Spiel, zog es nach der Hälfte des Auftritts dann aber doch vor, die Musiker hinter sich zu lassen.

In Frankfurt wird man von den beiden Straßenmusikern aber schon bald noch mehr hören, sehen und lesen. Im neuen JOURNAL FRANKFURT zum Beispiel. Ab Dienstag im Zeitschriftenhandel erhältlich.
 
26. Juni 2013, 11.12 Uhr
nb/ges
 
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