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Umstrittener Polizeieinsatz wird untersucht
 

Umstrittener Polizeieinsatz wird untersucht

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Was geschah wirklich auf der Zeil?

Foto: Facebook/Twitter
Foto: Facebook/Twitter
Am Samstagmorgen eskalierte auf der Frankfurter Zeil ein Polizeieinsatz. In den sozialen Medien wurden mehrere Videos verbreitet, deren Inhalt eine Diskussion über mögliche Polizeigewalt ausgelöst hat.
Ein Polizeieinsatz, der am Samstag gegen 5 Uhr morgens auf der Zeil durchgeführt wurde, sorgt derzeit für heftige Debatten in den sozialen Medien. Bei Instagram, Facebook und Twitter wurden mehrere Videos veröffentlicht, die zeigen, wie ein Polizeibeamter einen jungen Mann gegen eine Hauswand drückt und wiederholt in die Magengegend tritt. Als die Handykamera plötzlich zur Seite schwenkt, sieht man, wie ein zweiter Beamter zwei Jugendlichen eine Ladung Spray verabreicht. Die Frankfurter Polizei wird später mitteilen, dass es sich dabei um Pfefferspray handelte. Nach der Szene mit dem Spray läuft der gleiche Beamte einer Frau hinterher, die offenbar in das Geschehen eingreifen möchte. Der Polizist packt sie von hinten an den langen Haaren und reißt sie zu Boden. „Gehen Sie weg jetzt“, ruft vorher einer der Beamten. Zwischendurch sieht man immer wieder, wie die Polizisten in ihre an den Schutzwesten angebrachten Funkgeräte zu sprechen.



Später tauchen noch weitere Videos auf, in denen auch die eingetroffene Unterstützung zu sehen ist. In einem liegt der junge Mann vom Anfang liegt in Handschellen bäuchlings auf dem Boden. Die Frau, die zuvor versucht hatte zu ihm zu rennen, kniet neben ihn. Sie wird wiederholt von dem Polizeibeamten weggeschubst. In einem weiteren stehen vor dem am Boden liegenden Jugendlichen mehrere Polizeibeamte. Einer sagt in Richtung der Kamera: „Bleib da stehen oder ich pfeffer dir die Fresse.“ Was genau das Geschehen derart eskalieren ließ, ist in keinem der Videos zu sehen, ebenso wenig der Ausgang der Situation.



Die Videos haben sich im Internet schnell verbreitet, die Reaktionen in den sozialen Medien reichen von „Das war ein Gekloppe wie auf der schlimmsten Straßenkirmes. Massive Versäumnisse bei der Ausbildung der hessischen Polizei FFM“ bis zu „Also ich finde den Einsatz der Deutschen Polizei eh viel zu harmlos hier zu Lande“. Die Polizei selbst äußerte sich zunächst ebenfalls über die sozialen Medien zu dem Vorfall. Man nehme die im Zusammenhang mit den Videos erhobenen Vorwürfe ernst und werden das Vorgehen der Beamten rechtlich überprüfen. In einer Stellungnahme, die am Sonntagnachmittag verschickt wurde, heißt es zu den Hintergründen, die Beamten seien gegen 5 Uhr am Samstagmorgen zu einer Schlägerei unter mehreren, offensichtlich alkoholisierten Personen auf der Zeil gerufen worden. Die involvierten Personen hätten sich gegenüber den Polizisten „äußerst aggressiv verhalten und versuchten, sich fortwährend durch Flucht der Situation zu entziehen.“ Es habe „vehementen Widerstand“ gegen die Anweisungen der Beamten gegeben.

Auch der Bruder von einem der im Video zu sehenden Jugendlichen hat sich bei Facebook ausführlich geäußert. Sein Bruder sei mit Freunden feiern gewesen. Er habe eine Prügelei bemerkt, bei der eine am Boden liegende Person von fünf anderen Personen getreten worden sei. Er sei dazwischen gegangen und habe versucht, den Schläger zurückzuhalten. Plötzlich habe er Schläge auf den Hinterkopf erhalten. Als er sich umdrehte, soll er einen Polizeibeamten bemerkt haben, „der ihm in diesem Moment noch Pfefferspray aus nächster Nähe und direkt ins Auge sprühte“. Im weiteren Verlauf sei der junge Mann „wie ein Krimineller“ behandelt und von den Einsatzkräften geschlagen worden.

Was in diesem Beitrag unerwähnt bleibt, ist die große Gruppe von Jugendlichen, die sich, wie auch in den Videos zu sehen, in unmittelbarerer Nähe des Einsatzes aufhielt. Laut Polizei habe es aus der Menge heraus immer wieder Zwischenrufe, Drohungen und Beleidigungen in Richtung der Beamten gegeben. Auch seien Glasflaschen geworfen worden. Das habe den Einsatz von Pfefferspray notwendig gemacht. Dabei sei ein Mann auf der der Beamten losgegangen und habe ihm „mit voller Wucht“ in den Nacken geschlagen. Der Polizist sei dabei so schwer verletzt worden, dass er seinen Dienst nicht fortsetzen konnte.

Der Mann, der sich bei Facebook im Namen seines Bruders geäußert hat, hat nachträglich ergänzt, dass die Polizei nicht zu einem „Hassobjekt“ gemacht werden soll. Einzelne Personen hätten versagt, nicht die gesamte Polizei: „Diese Kritik soll konstruktiv sein und dazu dienen, dass die Polizei im Allgemeinen in den eigenen Reihen daran arbeiten und Probleme bei sich selber beheben muss [sic].“
 
29. Juli 2019, 11.24 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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Leser-Kommentare

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Michael Risse am 30.7.2019, 00:40 Uhr:
Das beste ist,den Polizeidienst,generell in Deutschland,vor allem als junger Polizist,und auch als junge Polizistin in diesem Lande zu quittieren,und nach Kanada auszuwandern. Dann hat man seine Ruhe,und lebt,und wird nicht ................
 
 
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