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Theatrallalla

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Bäppi tröstet die Mundarttheaterfans

Das Volkstheater steht vor dem Aus, doch Mundartfans müssen nicht um ihr Genre im Frankfurter Theaterwesen bangen, denn in Bäppis Theatrallalla soll es demnächst mehr Theater denn je geben, mit hessischem Gebabbel inklusive.
„Also, die Fans von Michael Quast und die vom Volkstheater sind nicht unbedingt identisch“, sagt Theatrallalla-Intendant, Tanzlehrer und Travestie-Ikone Thomas Bäppler-Wolf alias Bäppi La Belle und fasst damit die bevorstehende Misere für die Theaterfans zusammen. Der Frankfurter Entertainer sieht sich nach der absehbaren Schließung des Volkstheaters in der Pflicht, eine Lücke zu füllen. Ab 2013 soll nämlich auf seiner Bühne über dem Pit Stop an der Friedberger Landstraße der Spielbetrieb über die üblichen Bäppi La belle Shows hinausgehen. Gastkünstler werden die Bühne bespielen, so wie es schon die unvergessene Brigitte Mira, Anton le Goff, Bodo Bach, Johannes Scherer und die U-Bahnkontrollöre erfolgreich getan haben.

Seit dem Bäppis Theater 1995 begann, hat sich das Programm stetig erweitert. Von einer Show im Jahr für die Tanzschüler, zu der sich Bäppler in schrille Fummel schmiss, bis zu dem Ort, an dem sich schon Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel und Frankfurts OB Petra Roth Bäppis Couchgebabbel stellten und wo Bäppi in seinen Shows mal als Klinikschwester und mal als Angela Merkel verkleidet die Lachmuskeln der Gäste strapaziert. 86 Plätze gibt es in dem kleinen intimen Theater, das wird sich auch künftig kaum ändern, die Bühne allerdings soll höher werden. Man soll ja gut sehen können. Getanzt soll im Publikumsraum künftig weniger werden, die Tanzschüler weichen auf eine andere Etage aus. So bleibt die Bühne frei für originelle Stücke, die die Intimität des kleinen Theaters nutzen können. Das fängt bereits jetzt im Sommer an. Da heißt es etwa „Ladies Night“. Angelehnt an den Film „Full Monty“ geht es auch hier um sechs Arbeiter – aus dem Großraum Frankfurt – die sich aus der Not heraus zu einer Männerstripgruppe zusammenraufen. Zu dem Ensemble gehört auch Dieter Gring (den kennen wir unter anderem von den Hanauer Märchenspielen und von Rain Man im Fritz Remond Theater), der unter der Regie von Corinna Maria Lechler die Hüllen fallen lassen wird, wie seine anderen Kollegen auch. Die Produktion des Vereins Die Schauspieler ist an folgenden Tagen zu sehen: 15./16.6./ 30.6., 1.7./ 26.7-29.7., 2.8.-5.8., 9.8. bis 12.8., jeweils um 20 Uhr. Tickets kosten zwischen 15 und 28 Euro.

Und es gibt noch mehr: Corinna Maria Lechler hat noch ein weiteres Stück vorbereitet: „Golden Girls – Wir können noch“ – eine Hommage an die Kultfernsehreihe um vier unterschiedlich und gewitzte Damen, die diesmal nicht in Florida leben, sondern natürlich im beschaulichen Hessenland. (22.-24.6., 6-8.7., 12.-15.7./ 19.-22.7., um 20 Uhr).

Außerdem gastiert der vom hr bekannte Moderator Mathias Münch mit seinem komischen Programm „Supermann aus Bodenhaltung“, bei dem er der Spezies Mensch satirisch nahe kommt. Am 18. und 25. Juli um 20 Uhr. Und Volkstheaterveteran Wolfgang Kaus wird in den Theatrallalla Sommerwochen aus seinem Buch „Menschen gibt’, all sin se anners“ vorlesen und aus seinem Erfahrungsschatz plaudern (10. und 11. Juli, um 20 Uhr, für 12 Euro).
Lars Ruth und Jörg Zick zeigen ihre Show „Vier Fäuste für ein Abrakadabra am 17.7. und auch Bäppi macht beim Sommerprogramm mit und liest Heinz und Heinz. Also vom Erhardt und vom Schenk. Es wird also wieder hessisch und lustisch und annersherum, und zwar am14. und 15. August, um 20 Uhr (12 Euro).
Und wo wir gerade beim Heinz Schenk waren, den kannte man vom Blauen Bock, der Bäppi lädt ab Oktober zu einem originellen Pendant: „Zum Rosa Bock“. Immer Freitags und Samstags und wie alle Bäppishows ab 21 Uhr.

All das natürlich nur gesetzt den Fall, dass Bäppi zunächst 56 Vorstellungen im Volkstheater überlebt. Dort ist er in „La Cage aux Folles“ zu sehen, in Hessisch natürlich, spielt ja auch nicht St. Tropez, sondern in Frankfurt. Außerdem geht es weiter mit dem Couchgebabbel. Am 18.6. mit dem gesamten Ensemble von la Cage aux Folles (ob die Couch das aushält?), im September mit Bodo Bach, im Oktober mit Bärbel Schäfer und Achim Winter, im November mit Kulturdezernent Felix Semmelroth und im Dezember mit einer waschechten Prinzessin. Jutta Prinzessin von Preußen gibt sich die Ehre. Tagsüber soll Kindertheater gefördert werden und die U-Bahnkontrollöre, die sich aufgelöst hatten und tiefgefrorene Frauenkleider tragen, die sollen auch noch auf die Bühne kommen. Und wenn alles klappt, dann erwartet das Publikum im kommenden Jahr die Bühnenfassung von Harry & Sally. Bäppi hat sich also mit seinem Theatrallalla einiges vorgenommen. Im Sommer bietet er ein klimatisiertes Theater, in den Sommerwochen ein Geheimtipp. „48 Theater haben wir in Frankfurt und 46 davon machen Sommerpause“, sagt Bäppi. Und da füllt er nur zu gerne die Lücke.
15. Mai 2012
Nicole Brevoord
 
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