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Foto: Austin Neill/Unsplash
Foto: Austin Neill/Unsplash

„Rock gegen Rechts“ am Samstag

Statement in stürmischen Zeiten

Das Open-Air-Festival "Rock gegen Rechts" fand 1979 zum ersten Mal in Frankfurt statt, um einem NPD-Treffen entgegenzuwirken. Fast vierzig Jahre später erheben verschiedene Musiker auf dem Opernplatz wieder ihre Stimme, um ein Zeichen für Solidarität und Frieden zu setzen.
Als am 17. Juni 1979 die NPD in Frankfurt ein Deutschlandtreffen plante, versammelten sich rund 30 000 Jugendliche am selben Tag auf dem Rebstockgelände, um gegen die nationalsozialistische Partei zu demonstrieren. Mit dem Open-Air-Festival „Rock gegen Rechts“ gelang es den Protestierenden, der rechten Veranstaltung durch ausgelassene Musik und einer fröhlichen Atmosphäre entgegenzuwirken. Im Jahre 1998 folgte ein zweites Konzert, und nun – fast 40 Jahre nach dem ersten Konzert – veranstaltet ein breites gesellschaftliches Bündnis unter der Federführung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) das Festival zum dritten Mal.

Am kommenden Samstag, den 1. September, werden Frankfurter, Freunde, Familien und Bürger aus der Umgebung zum Opernplatz geladen, um gemeinsam eine Botschaft in die Welt zu tragen. Da das Thema Menschenfeindlichkeit auch heute noch mit der Flüchtlingsdebatte aktuell ist, ist es den Veranstaltern wichtig, wieder ein Zeichen für Frieden und Solidarität zu setzen. Hauptorganisator Philipp Jacks von der DGB freut sich über die bisher positiven Rückmeldungen für das Konzert: „Wir wollen ein Zeichen setzen für eine Gesellschaft, in der Solidarität und Frieden die obersten Maxime sind.“ Die menschenfeindlichen Stimmen sollen die menschenfreundliche Mehrheit nicht übertönen.

Deshalb werden zwölf Musiker die Bühne auf dem Opernplatz bespielen und ihre Stimme gegen Rechts erheben, unter anderem Alex im Westerland, Fee, die Azzis mit Herz, Sookee, Gastone und Shantel. Letzterer hat jüngst erst Erfahrungen mit Rassismus machen müssen. Der Musiker schilderte einen Vorfall auf einer Bahnfahrt vom Flughafen in die Frankfurter Innenstadt, wo ihm eine Kette mit Davidstern vom Hals gerissen wurde. „Wir haben es mit einem intellektuellen Klimawandel zu tun,“ sagte der Künstler und kritisierte daraufhin den Auftritt der Band „Böhse Onkelz“ in Frankfurt. „Vom Saulus zum Paulus ist in Deutschland immer die bessere Story, das sieht man an Bushido und Kollegah. Die Böhse Onkelz sind keine Neonaziband,“ ergänzte Shantel, doch werden derzeit in Deutschland viele Aussagen getroffen „verpackt unter dem Deckmantel: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann unterstützt die Veranstaltung ebenfalls: „Frankfurt ist die Stadt des Handels.“ Er bezeichnet den Tag im Januar 2015, als Frankfurter gegen den Pegida-Ableger Fragida protestierten, als stolzesten Tag seiner Amtszeit. Das habe dazu geführt, „dass es keine Fragida gibt“, so Feldmann und betont: „Man hakt sich unter, wir lassen uns nicht einschüchtern.“ Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber fügt hinzu: „Wir wollen unsere Stadt so behalten wie sie ist: vielfältig, tolerant, weltoffen. In Frankfurt ist kein Platz für Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Frankfurt ist der richtige Ort, weil die multikulturelle Realität Teil unserer Stadt ist.“

Die Stadt Frankfurt fördert das Event mit 30.000 Euro. Neben den Konzerten der oben genannten Künstler wird es auch 30 verschiedene Infostände geben. Das kulinarische Angebot ist dabei mit veganem und vegetarischen Streetfood sowie argentinischen Steaks und türkischen Köstlichkeiten genauso vielfältig wie die Besucher, die erwartet werden. Darüber hinaus gibt es viele Angebote für Kinder wie eine Spielwiese, Glitzertatto-Stände, einen Kletterturm, Bogenschießen und einiges mehr.

>>Konzert „Rock gegen Rechts, 1.9., 12-22 Uhr, Opernplatz Frankfurt, Eintritt frei, sämtliche Informationen zum Programm auf: www.rock-gegen-rechts.info
 
24. August 2018, 12.16 Uhr
vh/ms
 
 
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