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Foto: @ Bernd Kammerer
Foto: @ Bernd Kammerer

Proteste zur IAA

Mehrere Tausend Menschen fordern Verkehrswende

Am vergangenen IAA-Wochenende demonstrierten mehrere Tausend Menschen für eine schnelle Verkehrswende. Neben einer Sternfahrt am Samstag, blockierten die Protestierenden stundenlang die Zugänge zur Messe.
Schon im Vorfeld sorgte die diesjährige IAA für großes Aufsehen. Nicht etwa wegen der Autos, die dort ausgestellt werden, sondern wegen der angekündigten Proteste. Bereits bei dem Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag waren Greenpeace-Aktivistinnen auf Autos geklettert und hatten Plakate mit der Aufschrift „Klimakiller“ hochgehalten. Verschiedene Umweltorganisationen hatten sich auch am vergangenen Wochenende mobilisiert, um gemeinsam für eine rasche Verkehrswende zu demonstrieren.

Bei der vom Bündnis „#Aussteigen“ organisierten Demonstration kamen am Samstag mehrere Tausend Menschen bei einer Sternfahrt aus dem Rhein-Main-Gebiet, darunter aus Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Gießen, Aschaffenburg, Gelnhausen und Usingen, zu einer Kundgebung in der Ludwig-Erhard-Anlage, nahe des Messegeländes, zusammen.




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Für Sonntag waren „Aktionen des zivilen Ungehorsams“ von dem Bündnis „Sand im Getriebe“ angekündigt. Was das Bündnis darunter versteht, wurde schon vor der Eröffnung der Messe am Sonntagmorgen deutlich: Hunderte Demonstrierende blockierten einige der Zugänge zur Messehalle.




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Die Aktivistinnen und Aktivisten von „Robin Wood“ demonstrierten mit Riesenwürfeln auf der Straße der Nationen, auf der sich der Messeeingang Portalhaus befindet. „Autofrei“ steht dort in großen Lettern auf den silbernen, mit Luft gefüllten Cubes, um öffentlich Druck zu machen für autofreie Innenstädte. „Wir fordern, dass der Trend zu immer größeren, schwereren und hochmotorisierten Autos gesetzlich gestoppt wird. In den Innenstädten brauchen wir breitere Gehwege und breitere Radwege, aber keine breiteren Autos“, sagt die Robin Wood-Mobilitätsreferentin Dominique Just. Sie protestierten an dem Wochenende zur IAA, da „die Verantwortlichen in Industrie und Politik offenbar mehr Druck aus der Zivilgesellschaft brauchen, damit sie endlich in Richtung einer klima-, umwelt- und menschenfreundlichen Mobilität umsteuern“, sagt Aktivist Eberhard Linckh.




@ Bernd Kammerer

Ein Teil der Protestierenden löste die Blockade bereits gegen 15 Uhr und zog mit Bannern zu einer spontanen Demo durch die Stadt. „Wir haben heute klar gezeigt, dass wir die Klimakrise nur noch mit einer radikalen Verkehrswende aufhalten können. Doch das war erst der Anfang: Wir streiten an vielen Orten weiter für die Verkehrswende, bis unsere Städte und Straßen wieder für Menschen da sind, statt für Autos“, sagt Tina Velo, Sprecherin des Bündnisses „Sand im Getriebe“.




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Die Polizei forderte die Demonstrierenden mehrfach auf, die Rettungs-und Fluchtwege im Bereich des Skyline Plaza freizuhalten. Da dies nicht von allen befolgt wurde, mussten die Beamten die Blockade auflösen. Insgesamt verliefen die Proteste aber friedlich.




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Gegen 18 Uhr meldet der Twitter-Account der IAA, dass alle Blockaden vor den Hallenzugängen aufgelöst seien. Das Bündnis „Sand im Getriebe“ äußerte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Aktion. „Eine IAA in dieser Form wird es sicher nicht mehr geben.“ Auch Marie Klee, Sprecherin des Bündnisses, zeigte sich zufrieden: „1000 Menschen haben sich friedlich und besonnen mit ihren Körpern der mächtigen Autoindustrie in den Weg gestellt. Das hat alle unsere Erwartungen übertroffen.“
 
16. September 2019, 12.14 Uhr
Elena Zompi
 
 
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