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Neue Studie

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Die Drogentrends der Frankfurter Schüler

Alljährlich stellt die Stadt die Ergebnisse der Drogentrendstudie vor, bei der 1500 Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren zu ihrem Drogen- und Medienkonsum befragt werden. Einer der Trends: „Legal Highs“, ein Rausch mit neuen und daher noch erlaubten Substanzen.
Die Drogentrendstudie MoSyD soll Aufschluss darüber geben, welche Drogen von Jugendlichen im Alter von 15 bi s18 Jahren tatsächlich und wenn ja, wie oft konsumiert werden. Das Drogenreferat der Stadt hat das Centre for Drug Research der Goethe-Uni mit den Untersuchungen beauftragt. Auch im Jahr 2010 wurden wieder 1500 männliche und weibliche Schüler aller Bildungsstufen aus insgesamt 20 Frankfurter Bildungseinrichtungen befragt. „Die Studie ermöglicht eine Langzeitbeobachtung und eine nüchterne Einschätzung des Drogenkonsums Jugendlicher“, sagt die Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann. „Die Studie ist bundesweit die einzige, die jährlich kontinuierlich durchgeführt wird.“ Diese zeigt auch, dass sich Frankfurter Jugendliche beim Komasaufen nicht am hessischen Trend orientieren. In Hessen ist die Zahl der Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, von noch 641 im Jahr 2000 auf 1676 im Jahr 2010 angestiegen. Anders sieht das in Frankfurt aus. Zwar ist auch hier Alkohol die Droge Nummer eins, beim Rauschtrinken konnte allerdings ein Rückgang verzeichnet werden. Dennoch wurden in Frankfurt im Jahr 2010 326 Jugendliche bis 22 Jahre wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus eingeliefert, davon waren 137 Personen unter 18 Jahren, 10 davon waren 10 Jahre alt.

Die Studie zeigt aber auch, dass das Einstiegsalter für den Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis angestiegen ist. Haben früher bereits 21 Prozent der Befragten bereits mit 13 Jahren Cannabis probiert, so waren es 2010 nur noch 13 Prozent. Anders als im Allgemeinen angenommen, erfolgt der Drogeneinstieg also nicht immer früher.
Auch wenn bei den Befragten der Anteil derer, die „Legal Highs“ konsumieren recht gering war, so lässt sich doch der Studie entnehmen, dass sich der Drogenmarkt verändert. Am bekanntesten war „Spice“, ein zunächst legales Kraut, das geraucht vermeintlich auf natürliche Weise berauscht, allerdings chemisch mit Cannabis verwandt ist. Diese Droge wurde schließlich dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt und ist daher nicht mehr legal, doch auf dem Markt tauchen – so Manuela Rottmann – zunehmend mehr neue synthetische Substanzen, die die Neugier der Jugendlichen entfachen und die nicht wissenschaftlich auf ihre Wirkung überprüft wurden. Verbote würden an der Stelle vermutlich kaum etwas bringen, da man darauf sofort mit neuen Substanzen reagiere. Allein im Jahr 2009 seien 24 neue Substanzen aufgetaucht. Die Anzahl der Konsumenten dieser Stoffe sei in Frankfurt gering, perspektivisch könnte sich das jedoch ändern.

Die Studie hat auch ergeben, dass Jugendliche erst später mit dem Rauchen anfangen. Es rauchten jedoch deutlich mehr Jugendliche aus niedrigeren Bildungsschichten als Gymnasiasten. Dabei sei das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Bei allen anderen Drogen sind es öfter männliche Konsumenten als Weibliche. Das Einstiegsalter hat sich verändert: Begannen die frühen Raucher im Jahre 2001 noch mit12,8 Jahren, so wird nun erst mit 13,4 Jahren gequalmt. Außerdem hat der Sozialforscher Bernd Werse in der Studie herausgefunden, dass es einen gewissen Zusammenhang zwischen der intensiven Nutzung von Fernsehen, Computerspielen und Internet und dem Konsum von Drogen gibt. So sei die Anzahl der Jugendlichen gestiegen, die deutlich mehr als 20 Stunden in der Woche vor dem Bildschirm hocken, die oben genannten Medien also intensiv nutzen. Diese intensiven Mediennutzer seien häufiger betrunken, rauchten auch häufiger und konsumierten auch öfter Cannabis sowie andere harte Drogen.

Im Hinblick auf Alkohol stellt die Studie fest, dass immerhin 73 Prozent der Befragten ein unauffälliges Trinkverhalten an den Tag legen. So gäbe es mehr Jugendliche, die gar nicht trinken und mehr, die extrem viel trinken. Bemerkenswert sei jedoch, dass die Zahl derjenigen, die glauben, alkoholabhängig zu sein, von 2 auf 6 Prozent angestiegen ist.

Auch vom Friedhof der Avatare für Computerspielsüchtige konnte Manuela Rottmann ein Ergebnis berichten: Innerhalb eines Jahres habe es auf der entsprechenden Seite 700 000 Zugriffe gegeben, man habe 100 000 Besucher gezählt und 389 Denkmale von Avataren seien mittlerweile erstellt worden.
19. August 2011
nb
 
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