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15 Razzien allein in Frankfurt
 

15 Razzien allein in Frankfurt

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Polizei-Einsatz gegen die Salafisten-Szene

Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer
In ganz Deutschland haben am Dienstagmorgen Polizisten Wohnungen und Büros von mutmaßlichen radikalen Islamisten durchsucht. Auch in Frankfurt standen Anhänger der Vereinigung "Die wahre Religion" im Fokus.
Am vergangenen Samstag waren Aktivisten der Lies-Aktion wieder auf der Zeil zu sehen (Foto). Anders als bei früheren Auftritten verteilten sie nicht den Koran, sondern – ebenso kostenlos – eine Biografie des Propheten Mohammed.

Nun der Polizeieinsatz. In zehn Bundesländern waren am frühen Dienstagmorgen hunderte Beamte im Einsatz, durchsuchten über 200 Büros und Wohnungen der Vereinigung "Die wahre Religion", die hinter den Lies-Verteilaktionen stehen soll. Hessen ist mit 65 durchsuchten Objekten ein besonderer Schwerpunkt, in Frankfurt wurden 15 Wohnungen und Büros durchsucht. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière soll die Vereinigung verboten haben. Der Verfassungsschutz argumentiert, dass über die Lies-Aktion gezielt Kämpfer für den sogenannten Islamischen Staat (IS) angeworben sein sollen. Begründet wird dies mit Aussagen aus Syrien zurückgekehrten IS-Söldnern.

Die Lies-Aktion wurde von den Behörden auch in Frankfurt streng beäugt. Die Verteilung des Korans auf der Zeil wurde von Ordnungsbehörden mit Personalkontrollen desöfteren gestört. Auch bei Grillfesten der Gläubigen schauten Polizeieinheiten vorbei, wie einer ihrer führenden Figuren, Bilal Gümüs, im Mai dem Journal Frankfurt sagte. Eine Spezialeinheit sei im Rebstockpark angerückt, mit Sturmgewehren, so schilderte es Gümüs, und habe die Personalien kontrolliert.

Von der Vereinigung "Die wahre Religion" und ihrem Prediger Ibrahim Abou-Nagie hat sich Gümüs mittlerweile distanziert, propagiert auf Facebook eine Islam-App und fällt mit religiösen Sinnsprüchen und Videos auf, in denen er erfolgreich missionierte Muslime vorstellt. Dass die Behörden ihm Nähe zum IS vorwerfen, wies er im Mai zurück. Es gehe ihm nicht um die Radikalisierung junger Menschen, es gehe ihm darum, den Koran zu verbreiten. Und dass einige seiner Schützlinge den Weg nach Syrien antraten? „Ich bin mit sehr vielen Menschen im Kontakt, für die Entscheidungen, die sie treffen bin ich nicht verantwortlich. Wenn mir jemand erzählen würde, dass er so etwas vorhat: Ich würde ihm abraten.“

Die Behörden sehen das Engagement der Lies-Aktion anders. Flugtickets in die Türkei seien bezahlt worden, die Koran-Verteilungsaktion lediglich ein Deckmantel, unter dem Nachwuchs für die Salafisten gewonnen wird. Auch gegen Bilal Gümüs hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt kürzlich Anklage erhoben, weil er bei der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat Beihilfe geleistet habe. Laut Spiegel ist in der Verbotsverfügung von Ende Oktober, die jetzt umgesetzt wurde, davon die Rede, dass Gümüs "maßgeblich an der Ausreise von mindestens fünf Personen beteiligt gewesen" sein soll.

Der Verfassungsschutz rechnet den Salafisten bundesweit fast 10.000 Menschen zu. 1200 Personen werden dem islamistischen Terrorismus zugerechnet. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) sind bislang 870 Extremisten aus Deutschland in den Dschihad nach Syrien oder Irak ausgereist.
 
15. November 2016, 08.20 Uhr
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Carmen Seb am 15.11.2016, 14:00 Uhr:
Warum wird das nicht in Frankfurt auf der ZEIL einfach verboten, wie in anderen Städten?
Kann es daran liegen, dass unsere Dezernenten einfach "Schiß" haben?
Schließlich unternehmen sie ja auch nichts gegen die Bettel-Mafia auf der ZEIL, die jetzt zur Weihnachtszeit durch Bus-Transfers aus dem Balkan aufgestockt werden wird!
DAVOR verschließt man aber auch die Augen!
Ist einfacher gegen einen Obdachlosen vorzugehen, statt gegen die wirkliche kriminellen Machenschaften ein klares Statement mit Verbot und strikten Kontrollen abzugeben!
Kein Wunder, dass unsere Politik nicht ernst genommen wird und diese fragwürdigen Subjekte allen in's Gesicht lachen, sich im Recht wähnen und weiterhin ungeniert ausleben und respektlos verhalten.
WIE LANGE SOLLEN DIESE OFFENKUNDIGEN BELEIDIGUNGEN NOCH WEITERGEHEN ?!
 
Uwe Looschen (GastronomieRheinMainde) am 15.11.2016, 13:34 Uhr:
Das wurde auch endlich Zeit. Ich hab nie verstanden, warum diese Lies-Aktionen in Frankfurt geduldet wurden, aber in vielen anderen Städten verboten werden konnte? Selbst in Wiesbaden war ein Verbot möglich. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass Frankfurt nicht in Hessen liegt, sondern anderen Gesetzen und Verordnungen unterliegt, als Wiesbaden?!?
 
 
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