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"The Monster Within Us"
 
"The Monster Within Us"
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English Theatre startet in monströse Spielzeit
Foto: English Theatre
Foto: English Theatre
Mit "The Hound Of the Baskervilles" endet eine äußerst erfolgreiche Spielzeit. Doch auf den Topauslastungen will sich das English Theatre nicht ausruhen. Die neue Saison wird anspruchsvoll und widmet sich dem Monster in uns.
Wenn einem anspruchsvollen Haus wie dem English Theatre urplötzlich Einnahmen von 100.000 Euro wegbrechen, dann ist das erstmal nur schwer zu verkraften. Seit neun Jahren hatte die Stadt Eschborn das Theater alljährlich mit dieser Summe unterstützt und 2016 damit ausgesetzt. Der kommunale Finanzausgleich hatte der Stadt wohl arg zugesetzt. Doch das English Theatre hat trotz dieser Bedrängnis die Herausforderung bravourös gemeistert.

Gut, die vergangene Spielzeit mit dem britischen Fokus passte perfekt zur Brexit-Diskussion. „Das spielte uns in die Hände“, sagt Intendant Daniel Nicolai. Und mit The Picture of Dorian Gray und Spamalot hatte man auch ein massenpublikumstaugliches Programm. „Wir können nicht immer eine so auf Verkauf ausgerichtete Spielzeit haben“, entschuldigt sich Nicolai fast für das vergangene Jahr. Aber die Auslastungszahlen und auch die Qualität der gezeigten Stücke müssen ihm nicht peinlich sein. 13.736 Besucher waren in „Dorian Gray“, das ist eine Auslastung von 96 Prozent. 26.295 Besucher sahen Monty Python’s Musical „Spamalot“, was einer Auslastung von 98 Prozent entspricht und 11.176 Gäste waren in „Handbagged“ und bescherten dem Haus eine Auslastung von 99 Prozent. Ein Rekord in der Geschichte des English Theatre. Die ulkige Sherlock Holmes-Inszenierung von „The Hound of the Baskervilles“ schickt sich ebenfalls an, ein Kassenerfolg zu sein. Mit insgesamt 70.000 Besuchern möchte Nicolai die Spielzeit abschließen, um sich dann mit viel Elan in die neue Saison zu stürzen. Denn die hat es in sich: Es wird thematisch um menschliche Sünden und Monster gehen, die in uns stecken.

Mittlerweile unterstützt die Stadt Eschborn auch das English Theatre wieder mit 50.000 Euro, das finanzielle Loch ist also nicht mehr ganz so groß. Umso schwungvoller geht es ab September weiter: Dann wird der Klassiker von Bernard Shaw, "Pygmalion", aufgeführt. Der snobistische Phonetikprofessor Henry Higgins wird darin versuchen, dem einfachen Blumenmädchen Eliza Doolittle eine akkurate Sprache und das adäquate Benehmen zu vermitteln. Mal sehen, ob daraus nicht eine Dame zu machen ist.„Hier geht es um die Eitelkeit und Hochmut, die wissenschaftliche Arroganz, mit der ein Mensch verformt werden soll“, so erklärt Daniel Nicolai, warum sich „Pygmalion“ in das Saisonthema „Das Monster in uns“ nahtlos einfügt. Noch düsterer ist das Monster im gothic Musical Thriller „Jekyll & Hyde“, zu sehen ab 11. November. Durch einen Selbstversuch entwickelt ein Wissenschaftler ein böses Alter Ego. Regie wird Tom Littler führen, der auch schon für die "Glass Menagerie" und für "Strangers on a Train" verantwortlich zeichnete. Die Musik des Musicals wird umarrangiert. Daniel Nicolai kündigt an, dass es bei der Transformation der Persönlichkeiten schon mal rockig werden könne und dass die Band diesmal nicht, wie sonst üblich, hinter der Bühne versteckt sein wird.

Um ein böses Alter Ego in Form einer Handpuppe geht es auch in Daniel Nicolais derzeitigem Lieblingsstück „Hand to God“, zu sehen ab März 2018. In der Deutschlandpremiere des für 5 Tony awards nominierten Stückes von Robert Askins geht es um den Jugendlichen Jason, der ohne Vater in Texas aufwächst, der mit der Pubertät kämpft und ein Talent für die Puppenspielerei entwickelt, das sich verselbständigt. „Das fängt witzig an und dann dreht es einem plötzlich das Messer im Bauch um“, beschreibt Nicolai. Die Herausforderung bestehe nun darin, einen Darsteller zu finden, der dieses Puppenspiel überzeugend verkörpern könne.

Politisch wird es ab 9. Mai mit dem Thriller „The Invisible Hand“ von Ayad Akhtar. Die unsichtbare Hand sei ein Begriff, der vielen Bankern und Brokern geläufig sei, erklärt Nicolai. Der Markt reagiere auf Geschehnisse und beruhige sich dann wie durch eine invisible Hand auch wieder. Es verwundert daher nicht, dass es in dem Stück um einen US-Broker geht. Dieser wird in Pakistan von Terroristen entführt und kommt dann auf die Idee, er könnte sich das Lösegeld doch erarbeiten. Das „Monster“ in diesem Thriller sei die Gier, die vor keiner Religion Halt mache. „Eine klaustrophobische Suspense Story. Packend, aber unterhaltend“, verspricht Daniel Nicolai.
19. Mai 2017
Nicole Brevoord
 
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