Cookies sind eine wichtige Ergänzung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Musical Jekyll & Hyde im English Theatre
 
Musical Jekyll & Hyde im English Theatre
0
Monströse Show mit Gruseleffekten
Foto: © Martin Kaufhold
Foto: © Martin Kaufhold
Den seltsamen Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde kennt man von der Romanvorlage von Robert Louis Stevenson. Die Musicalversion im English Theatre erzählt die Geschichte, unterlegt mit rockigen Songs und bombastischem Sound.
John Addison in der Rolle des weltverbessernden Forschers Dr. Jekyll nimmt eine selbstgebraute Mixtur zu sich. Die Wirkung zeigt sich prompt: Er taumelt, strauchelt, ächzt in seinem hexenküchenartigen Labor und seine Körperhaltung wirkt vor dem Spiegel plötzlich verkrampft, ihm entweicht ein bestialisches Schnauben und Grollen, ein mysteriöses Licht verleiht seinem Gesicht etwas Dämonisches und so gelingt es ihm, sich ohne eine Maske, nur mit reinem schauspielerischen Können – sowie einem Mantel nebst Stock und Hut als Requisiten – in den bösartigen Mr. Hyde zu verwandeln, der mordend durch London zieht und in seiner Bosheit nur Unglück über die Menschheit bringt.



Das Böse im Menschen auszulöschen war eigentlich Jekylls Plan, stattdessen nimmt das Böse nach seinen Selbstversuchen von ihm immer mehr Besitz. Nicht nur sein Leben steht dabei auf dem Spiel, sondern auch das der Frauen, die ihm am nächsten stehen: seine Verlobte Emma (Samantha Dorsey) und die Prostituierte Lucy (tolle Stimme: Clodagh Long), eine Freundin. Es kommt zum Showdown und der Zuschauer wird zum Zeugen eines blutigen Dramas mit einigen hübschen und teils leicht makabren Special Effects.



Wie schon angedeutet, brilliert John Addison in seinen Rollen als Jekyll und Hyde, während er als Sam im Musical Ghost im English Theatre vergleichsweise blass daherkam (er spielte ja auch einen Geist). Auf der Bühne ist eine liebevoll zusammengestellte und sehr gut spielende und virtuos singende Cast zu sehen, hier hat man es mit markanten Typen zu tun. Drei der Darsteller unterstützen mitunter die sechsköpfige Liveband mit ihren Instrumenten. Zudem schlüpfen viele der Darsteller in unterschiedliche Rollen. Das ist einerseits die große Leistung, andererseits hat es das Publikum durch so viel Bewegung jenseits der eigentlichen Handlung mit sehr vielen visuellen Reizen zu tun. Das wird verstärkt durch ein cleveres und ansprechendes Bühnenbild, das das runde Labor in den Mittelpunkt stellt, das im Nu in einen Salon oder eine Kirche verwandelt werden kann. Links und rechts davon sind tavernenähnliche Nischen angedeutet, in denen sich „düstere Gestalten“ tummeln – Darsteller, die gerade keinen Auftritt haben. Und über alledem schwebt eine Empore mit den Musikern, die aber auch von den Schauspielern als Bühne genutzt wird. Die Geschichte schwankt unter der durchaus gelungenen Regie von Tom Littler zwischen Romanze und Horror. All das wird unterlegt mit einem rockig-fetzigen Musikteppich. Die Lieder treiben die Handlung voran, die gespielte Musik wirkt dabei je nach Situation wenig nuanciert, sondern behält den bombastigen Sound bei. Volle Kraft voraus.



Das Premierenpublikum am Samstag zeigte sich von der aufwendigen Inszenierung stark begeistert. Bis zum 11. Februar ist "Jekyll & Hyde" noch im English Theatre in der Gallusanlage 7 zu sehen. Tickets kosten regulär zwischen 37 und 55 Euro.
13. November 2017
Nicole Brevoord
 
Nicole Brevoord
Jahrgang 1974, Publizistin, seit 2005 beim JOURNAL FRANKFURT als Redakteurin u.a. für Politik, Stadtentwicklung, Flughafen, Kultur, Leute und Shopping zuständig – Mehr von Nicole Brevoord >>
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Es kann weiter getanzt werden: Mit der Zustimmung der Stadt Frankfurt hat die Tanzkompanie auch die letzte Hürde genommen, um weiter zu arbeiten. Die Gruppe will vor allem Kindern und Jugendlichen Lust auf zeitgenössisches Ballett machen. – Weiterlesen >>
Text: nic / Foto: Raffaele Irace
 
 
Crippled Black Phoenix im Bett
0
Laute Gitarren verstärken Emotionen
Als progressiv im Geiste begreifen sich die Musiker von Crippled Black Phoenix, aber als Teil der Prog-Rock-Szene verstehen sich die Briten aber nicht. Am Donnerstag kommen CBP ins Bett. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Zsolt Reti
 
 
Erstes Close-Up-Theater Frankfurts
0
Magische Momente im Black Rabbit
Gut versteckt am Eschenheimer Tor befindet sich das Nah-Zauber-Theater von Remo Kell: Nur 20 Zuschauer finden im Black Rabbit Platz und können pro Abend dabei sein, wenn Kell seine beeindruckenden Tricks zeigt. Wir waren bei einer Vorstellung dabei. – Weiterlesen >>
Text: Nicole Nadine Seliger / Foto: Harald Schröder
 
 
 
Zum zweiten Mal können Besucher sich die Ateliers im Atelierfrankfurt anschauen. Die Künstler öffnen drei Tage lang die Türen ihrer Ateliers. Und Party-Stimmung soll auch aufkommen. – Weiterlesen >>
Text: tm / Foto: Atelierfrankfurt
 
 
Ausstellungsreihe Tropical Underground
0
Tropische Untergründe und ein ganz anderes 1968
Gleich mehrere Institutionen widmen sich einem ganz anderen Umschwung – nämlich die Gegenkultur zur Militärdiktatur in Brasilien. Zentral sind dabei Fotografien von Eduardo Viveiros de Castro im Weltkulturen Museum. – Weiterlesen >>
Text: Nils Bremer / Foto: Nils Bremer
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  587 
 
 

Twitter Activity