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Die Woche (XII)

Stellt Euch vor, es ist Schweinegrippe und kaum einer macht mit. Und das, obwohl sich unsere Fernsehsender und bunten Zeitungen soviel Mühe gegeben haben, eine kleine Panik zu schüren. Ich für meinen Teil fand es gestern äußerst beruhigend, in einer Frankfurter Apotheke am Goetheplatz auf einem Schild an der Kasse zu lesen: "Schutzmasken und Tamiflu vorrätig!" Der Kapitalismus funktioniert also doch noch. Und diese modischen Accesoires lassen bestimmt auch nicht mehr lange auf sich warten:
modemasken
Die helfen aber nicht gegen den neuen Spiegel-Titel, der bang fragt: "Wie gefährlich werden die neuen Grippe-Erreger?" während das Onlineportal des Magazins die Antwort schon gibt: "Wissenschaftler geben Entwarnung." Sehr gut! Was die Woche sonst noch so passiert ist, erfahren Sie hier.

Beginnen wir mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die wirbt auf ihren Wahlplakaten mal wieder mehr für andere als für sich selbst:
spd_dumping
Dass sie nun angegriffen wird, weil sie Praktis für 80 Euro die Woche abspeisen will, ist jedoch ungerecht. Schließlich sind das 320 Euro im Monat, also fast soviel wie Hartz IV. Und wer hat das erfunden? Richtig, die SPD. Hartz-IV-Empfänger würden also SPD wählen, schließlich verdanken sie dieser Partei ihre Existenz. Doch genug der Häme gegenüber den Sozialdemokraten. Schließlich trägt sie mit ihren Plakaten fast als einzige Partei Inhalte in den Europawahlkampf. Die CDU setzt auf Nonsens ("Für den Weg aus der Krise: Wir in Europa"), die FDP auf blonde Frauen mit Doppelnamen (was die Partei dann mit "Für Deutschland in Europa" übersetzt), die Grünen wollen beweisen, dass sie immer noch die Kindergartenpartei sind und werben mit Wums (Wirtschaft, Umwelt, menschlich, sozial), das muss man auch erstmal kapieren. Und über die Linke, die ihre Europapolitiker rausgeschmissen hat, weil die Europa zu cool fanden, breiten wir hier lieber den Mantel des Schweigens.

paulinchen

Reden wir lieber noch kurz über Frankfurt und seinen Hoffmann-Sommer. Die Plakate dafür wurden von Studenten der Offenbacher HfG gestaltet und erregten prompt den Ärger der Hoffmann-Erbin. Die sagte in der FNP:
Marion Herzog-Hoinkis, gemeinsam mit ihrem Mann Gründerin des «Struwwelpeter-Museums», spricht von «Unkultur» und hält die Aktion als Ehrung Hoffmanns in seiner Heimatstadt für «nicht geeignet». Die Serie sei zwar «als Experiment o. k.», leider aber «nicht sehr geistreich» und «eindeutig untauglich für Struwwelpeter-Liebhaber und Kinder»

Dabei wurden, wie am Dienstag in der Hochschule für Gestaltung zu erfahren war, die Plakate sogar noch einmal entschärft. Dem Däumling, dem ursprünglich beide Daumen aus den Augen kamen, wurde ein Finger ins Ohr verpflanzt. Und Paulinchen bekam ein Cape spendiert, damit sie mehr nach Superfrau als nach Prostituierte aussah. Half wohl alles nichts, die Erbin zu besänftigen. Nun sind die Plakate aber in der Welt. Und, was die Studierenden sonst noch zum Hoffmann-Sommer geschaffen haben, ist noch bis 12. Juni auf dem Atelierschiff der Stadt Frankfurt zu bewundern.
 
3. Mai 2009, 15.04 Uhr
Nils Bremer
 
 
Fotogalerie:
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