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Foto: Viele Regale im Lager der Tafel sind aktuell leer. © red
Foto: Viele Regale im Lager der Tafel sind aktuell leer. © red

Frankfurter Tafel

„Wir machen die Augen auf und sehen die Probleme“

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine versorgt die Frankfurter Tafel mehr als 4000 Bedürftige zusätzlich. Parallel dazu erschweren Hitze, steigende Energiepreise und Lieferengpässe die Versorgung. Die Tafel appelliert nun einmal mehr an ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.
„Wir sind langsam auf dem Weg der Regeneration, doch gut ist es noch lange nicht“, sagt Rainer Häusler. Er arbeitet seit 25 Jahren ehrenamtlich für die Frankfurter Tafel, inzwischen als Vorstandsmitglied, und kann auf jahrelange Erfahrung zurückblicken. Es gehe zwar „immer irgendwie“, vor allem weil das Netz der Tafel sehr gut sei, erklärt Häusler, doch die vergangenen Wochen seien nicht einfach gewesen. Denn seit in der Ukraine Krieg herrscht und Menschen geflüchtet sind, sind tausende Menschen in Frankfurt zusätzlich auf die Tafel angewiesen.

„Seit Kriegsbeginn kommen im Schnitt bis zu 5000 Menschen zusätzlich“, erzählt Häusler. Insgesamt versorgt die Frankfurter Tafel an ihren zwölf Ausgabestellen 12 000 Bedürftige; dazu kommen weitere 15 000 Menschen, die über die sogenannte „indirekte Schiene“ versorgt werden – sprich: Caritasküche, Obdachlosenhilfe und weitere Einrichtungen, in denen die Lebensmittel etwa zu warmen Mahlzeiten verarbeitet werden. Um die gestiegene Anzahl an Personen versorgen zu können, müsse man teilweise weniger pro Person austeilen, um alle versorgen zu können.

Auch das Lager mit den Hygieneprodukten sei inzwischen so gut wie leer, parallel dazu erschweren gestiegene Energiepreise die Arbeit der Tafel. Allein für den Sprit der zwölf Fahrzeuge seien im Schnitt pro Monat 7000 Euro fällig, so Häusler. Durch die heißen Außentemperaturen müssten Lebensmittel zusätzlich gekühlt, die Fahrzeuge an den Ausgabestellen zu Großkühlschränken umfunktioniert werden. Und auch im Logistikbereich, etwa wenn es um die Lieferung von Produkten gehe, seien Engpässe spürbar.

Unterstützung vonseiten der Politik gebe es wenig, obwohl die Tafel eigentlich eine Ergänzung zur staatlichen Hilfe sei. Jene Entscheidungen gingen oft an den „wirklichen Problemen“ und entsprechend an der Arbeit der Tafel vorbei. Dies zeige sich aktuell bei den Empfehlungen rund ums Energie- und Wassersparen; Tipps wie beispielsweise das Wasser beim Zähneputzen nicht laufen zu lassen seien nicht sinnvoll, da dies ohnehin kein Thema für Bedürftige sei. „Wir sind ein Mikrokosmos. Wir machen die Augen auf, sehen die Probleme, sind direkt dran an der Grundbedürftigkeit der Menschen“, so Häusler.

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Gestemmt wird das Ganze aktuell von rund 200 Ehrenamtlichen, die aktiv mitarbeiten. Weitere helfende Hände werden jedoch dringend gebraucht, betont Häusler. „Und wenn es nur einmal pro Monat für fünf Stunden ist. Wenn viele ein bisschen machen, ist das ganz schön viel.“ Auch Spenden, sowohl in Form von Geld als auch in Form von Lebensmitteln oder Hygieneprodukten seien jederzeit gerne gesehen. Diese könnten etwa auch unkompliziert in das Logistikzentrum der Frankfurter Tafel in der Vilbelerlandstrasse in Fechenheim gebracht werden. Weitere Infos dazu gibt es hier.
 
31. August 2022, 12.30 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
 
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