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Bockenheim

Traditions-Kneipe Heck Meck kämpft um ihren Platz

Das Traditionslokal Heck Meck in Bockenheim steht wegen einer starken Mieterhöhung vor dem Aus. Die Inhaberin, ihre Tochter und eine Mitarbeiterin, die das Lokal übernehmen will, kämpfen für den Erhalt. Unterstützung erfahren sie dabei vor allem von den Gästen.
Das Traditionslokal Heck Meck in der Friesengasse in Bockenheim ist in der Bredouille: Der Eigentümer des Lokals plant eine Mieterhöhung um das Dreifache. Die derzeitige Inhaberin Michaela Schaar, deren Tochter Maxie Schmidt-Schaar sowie Conni Rädler, die das Lokal als Nachfolgerin künftig übernehmen will, setzen sich für den Erhalt ein.

Nach 37 Jahren möchte Michaela Schaar im März in den Ruhestand gehen und die Leitung des Heck Meck an Mitarbeiterin und Freundin Conni Rädler abgeben. Auch andere Mitarbeitende würden weiter dort arbeiten wollen, berichtet die Inhaberin. Über dieses Vorhaben habe sie die Immobilienagentur, die sich um die Neuvermietung kümmert, informiert und mit Frist zum 31. März gekündigt. Die Agentur habe ihr daraufhin mitgeteilt, dass sie der Nachfolge höchstens einen Zweijahresvertrag anbieten könne und die Miete parallel dazu auf 2 990 Euro erhöhen werde.

Doch weder Rädler noch Schmidt-Schaar sind mit diesen Forderungen einverstanden gewesen. Wie Rädler berichtet, gebe es so keine Planungssicherheit und in der Zeit sei auch kein finanzielles Polster anzulegen. „Das ist der Tod für jemanden, der eine Gastronomie leiten will.“ Schmidt-Schaar habe sich aus diesem Grund von der Weiterführung zurückgezogen, wolle aber auch künftig tatkräftig mithelfen.

Weiter berichtet Rädler, sie habe daraufhin bei einem nächsten Gespräch der Immobilienfirma ihren Übernahmewunsch geäußert, aber auch ihre Bedenken beschrieben: Die noch nicht einberechnete Mehrwertsteuer auf die Gewerbemiete sowie die hohen Lohnkosten und Energiepreise seien bei einer derart hohen Miete nicht auch noch zu stemmen. Im weiteren Verlauf sei ein Mitarbeiter der Immobilienfirma zum Lokal gekommen und hätte Fotos gemacht, für Bekannte, erzählt Rädler weiter. Am nächsten Tag sei dann auf einem Immobilienportal das Lokal aufgetaucht. Mit einer Mietangabe von 3990 Euro sowie beschönigten Angaben zur Quadratmeterzahl und den Nebenkosten. Bei einem folgenden Treffen habe sie dann ein eigenes, niedrigeres Mietangebot gemacht und auf den kulturellen Wert von Kneipen, wie dem Heck Meck, hingewiesen, „man trifft sich, man tauscht sich aus, generationsübergreifend." Die Immobilienagentur sei aber bei ihrer Forderung von knapp 4000 Euro geblieben.

So wie der Kneipe am Eck geht es vielen Geschäften und Gastronomien in Bockenheim und generell in Frankfurt. Schaar erinnert sich: „Die Leipziger war mal ne richtig schöne Straße, mit vielen kleinen Geschäften.“ Jetzt gebe es dort nur noch „Essen, Friseure und Nägel, wo früher mehr Diversität geherrscht hat.“ Rädler sieht in den Mieterhöhungen eine negative Entwicklung für die Stadtkultur: Viele würden von außerhalb ins Lokal kommen, weil sie wegziehen mussten. Bockenheim werde zu einer zweiten Innenstadt. Und dabei seien Gasthöfe wie das Heck Meck wichtig für die kulturelle Vielfalt: „Das ist ein Kulturort, und keine ersetzbare Kneipe.“

Unterstützung von Kunden und der Politik

Nachgeben und sich anpassen an die neuen Bedingungen werden die drei nicht. Dazu müsste das Konzept des Heck Meck verworfen werden, sagt Rädler. Schmidt-Schaar ergänzt, es sei ein Kulturort, in dem Leute nicht bloß etwas günstig essen, trinken und dann wieder gehen, sondern mit anderen ins Gespräch kommen. „Ich kann keine Gerichte für 20 Euro aufrufen, dann rennen mir die Leute davon“, sagt Schaar. Stattdessen setzen die drei auf öffentliche Aufmerksamkeit, denn rechtlich ist die Mieterhöhung erlaubt. Ein Kunde hat eine Online-Petition am Samstag zur Rettung des Heck Meck gestartet, die bereits mehr als 1000 Unterzeichner gesammelt hat. Die Gäste und Unterstützer sind sichtlich verärgert mit der Situation. „Als regelmäßiger Gast im Heck-Meck seit über 30 Jahren habe ich es als Institution schätzen gelernt. Dass diese jetzt Investoreninteressen zum Opfer fällt ist eine Schande“, heißt es in einem Kommentar unter dem Aufruf.

Auch von der Politik im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) gibt es Unterstützung. Ein gemeinsamer Antrag von der Linken und den Grünen soll dem Magistrat vorgelegt werden, damit dieser mit den Eigentümern der Kneipe alle Möglichkeiten durchgeht, um das traditionelle Gasthaus zu bewahren, heißt es in einer Pressemitteilung. Weiter brauche es „dringend miet- und baurechtliche Schutzkonzepte, um Bodenpreisspekulation und Gentrifizierungsprozessen wenigstens etwas Einhalt zu gebieten“, fordert Carola Scholz (Bündnis 90/Die Grünen).
 
30. November 2022, 13.27 Uhr
Till Geginat
 
 
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