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Foto: Nicht nur, aber auch ein Teil der Online-Ausstellung: Die Corona-Proteste © Bernd Kammerer
Foto: Nicht nur, aber auch ein Teil der Online-Ausstellung: Die Corona-Proteste © Bernd Kammerer

Bildungsstätte Anne Frank

Auf den Spuren der Verschwörungstheorien

Aufklärung ist das große Ziel der Bildungsstätte Anne Frank. Mit ihrer neuen digitalen Sonderausstellung „Matter of Fact“ geht sie Verschwörungstheorien auf den Grund – und blickt dabei nicht nur auf die Corona-Pandemie.
Was ist eine Verschwörungstheorie? Welche Medien nutzen Verschwörungstheoretiker? Sind Verschwörungstheorien gefährlich? Sagen Wissenschaften die Wahrheit? Und: Was haben Verschwörungstheorien mit UFOs zu tun? Fragen wie diese stellt die Bildungsstätte Anne Frank in ihrer neuen Online-Sonderausstellung „Matter of Fact – Warum wir an Verschwörungstheorien glauben wollen“. Gemeinsam mit sieben Expertinnen und Experten aus Psychologie, Pädagogik, Philosophie oder Sprachwissenschaften versucht das Team um Projektleiterin Barbara Biel und Kuratorin Jadwiga Kamola, diese Fragen zu beantworten. Ziel der Ausstellung: Aufklärung leisten.

„Verschwörungstheorien sind nichts, was weit weg oder nur in einem Teil der Gesellschaft stattfindet, sie ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten“, betonte Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank bei der Vorstellung des Projekts am Montag. Ursprünglich war die Ausstellung schon früher, zum 20. Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York, geplant. Durch die Corona-Pandemie habe das Thema die Bildungsstätte nun noch mehr beschäftigt. Taten wie in Halle, Hanau oder Idar-Oberstein hätten das Risiko verdeutlicht, dass Verschwörungstheorien auch in Gewalt übergehen könnten, so Mendel. Dagegen müsse man, auch mithilfe von Bildung, vorgehen. „Denn die Sicherheitsbehörden kommen meist erst, wenn es zu spät ist“, sagt Mendel.

Die digitale Ausstellung der Bildungsstätte richtet sich vor allem an Menschen, die nicht selbst an Verschwörungstheorien glauben. Vor allem bei Lehrkräften gebe es einen großen Nachholbedarf an Wissen, wie sie mit solchen Theorien umgehen können, so Mendel. Aber auch für alle anderen Menschen, die sich fragen, wie sie Verschwörungstheorien begegnen sollen, soll die Ausstellung einen Schatz an Hintergrundwissen bereitstellen. In acht Themenmodulen stehen Texte, historische und aktuelle Abbildungen oder Videos bereit, die sich den Verschwörungstheorien mit unterschiedlichen Fragestellungen nähern. Neben kurzen Videos mit den sieben Expertinnen und Experten findet sich darunter auch eine 25-minütige Dokumentation, in der unter anderem Passanten zu ihrem Verständnis von Verschwörungstheorien befragt wurden. Im letzten Modul „Was tun“ widmet sich die Ausstellung gezielt der Prävention und dem Umgang mit Verschwörungstheoretikern – auch im Kreise enger Vertrauter.

„Wir glauben an Diskurs, Austausch und Aufklärung“, sagt Meron Mendel. Eine Ausstellung wie die der Bildungsstätte allein reiche dafür jedoch nicht. „Die Aufklärung ist eine dringende nationale Aufgabe, die von Bund und Ländern ernster genommen werden muss“, erklärt Mendel und fordert eine deutschlandweite Kampagne, die an die aktuelle Impfkampagne andockt. Um mit der Ausstellung mehr Menschen, auch im jugendlichen Alter, zu erreichen, sollen die einzelnen Themen gleichzeitig in den Sozialen Medien präsentiert werden. Zudem finden in den nächsten Monaten mehrere digitale Talks statt. Zum Auftakt sprechen am Dienstagabend ab 19 Uhr Journalist und Podcaster Khesrau Behroz, Bildungsstätte-Direktorin Deborah Schnabel und der Präsident des Verfassungsschutz Thüringen, Stefan J. Kramer, über die „Radikalisierung der verschwörungsideologischen Szene“.

>> „Matter of Fact – Warum wir an Verschwörungstheorien glauben wollen“, Bildungsstätte Anne Frank, Online-Sonderausstellung. Die Ausstellung finden Sie hier. Zum Begleitprogramm geht es hier.
 
22. Februar 2022, 12.22 Uhr
Laura Oehl
 
Laura Oehl
Jahrgang 1994, Studium der Musikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, Journalismus-Master an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, seit Dezember 2020 beim JOURNAL FRANKFURT. – Mehr von Laura Oehl >>
 
 
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