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Ein Vorschlag zur Güte

Ivi Cube könnte Streit schlichten

Eine Gruppe ehemaliger Nutzer des Instituts für vergleichende Irrelevanz hat einen Lösungsvorschlag für den Streit um das Institut vorgestellt. Sie sprechen sich für einen Container-Würfel am Rande des Campus Westend aus.
Der Konflikt um das Gebäude im Kettenhofweg 130 schwelt schon seit längerem. Die Besetzer des Hauses, das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI), muss ausziehen. So will es die Immobilienfirma Franconofurt, die das Gebäude vergangenes Jahr erwarb, so entschied es das Frankfurter Landgericht vor einer Woche. Die Aktivisten weigern sich jedoch. Das selbstverwaltete Zentrum müsse weiterbestehen, fordern sie. Die Initiative „Ivi Cube“, in der sich ehemalige Nutzer des Instituts organisiert haben, hat nun einen Vorschlag unterbreitet, der die beiden Parteien zusammenbringen soll.

Auf dem Uni-Campus Westend könnte ein würfelförmiges Gebäude, das sich aus Büro-Container zusammensetzt, als Ersatzobjekt für das IvI entstehen. Der Architekt Martin Timm, der sich in der Initiative engagiert, stellte am Freitag einen entsprechenden Entwurf vor. Ein zweigeschossiges Konstrukt, mit großräumigem Mittelbau, umringt von kleineren Zimmern, die für Lesungen oder Workshops geeinigt sind.

Einen Platz auf dem Campus hat die Initiative auch schon ins Auge gefasst. Dort, wo die Hansa- auf die Miquelallee trifft, ist in den bisherigen Plänen der Universität eine Freifläche verzeichnet. „Die nutzt doch ohnehin niemand, weil sie von zwei vierspurigen Straßen umrahmt ist“, sagt der Architekt. Ein Container an besagter Stelle würde folglich niemanden stören. Im Gegenteil: „Am Ende dient es den angrenzenden Gebäuden noch als Lärmschutz“, so Herr Timm.

Etwa 250.000 Euro würde der Bau kosten, hat er ausgrechnet. Die Franconofurt und die Stadt Frankfurt sollten sich entweder in Form von Containern oder finanziell beteiligen. „Wir sehen auch die Universität in der Verantwortung“, ergänzt Julia König, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität. Die Uni-Leitung habe zwar klar signalisiert, dass sie wenig Interesse am Erhalt des IvIs hat, die Universität sei aber kein „monolithischer Block“. Ebenso wenig wie die Politik. „Manuel Stock wird sich vielleicht mit seinen Koalitionspartnern der CDU streiten müssen, aber es wäre wünschenswert, dass die Grünen nach Möglichkeiten suchen, um das Projekt zu unterstützen“, sagt Dietmar Flucke, der eine Autowerkstatt in Bockenheim betreibt.

Die Mitglieder von „IvI Cube" appellieren an den Erhalt des IvI. Es sei eine Form des universitären Lebens und Lernens, die in einer Stadt wie Frankfurt nicht fehlen dürfe. „Der Name des Instituts ist ja kein Witz. Die Formen des Lernens sind dort vielleicht entschleunigt und ‚nicht zeitgemäß‘, dafür lernt man im IvI nicht nur für die nächste Klausur“, sagt Doktor Jens Wissel vom Institut für Sozialforschung. Die Behauptung, die Aktivisten im IvI seien nur faul und nur auf Ärger aus, widerlege ein Blick auf die Homepage des Instituts. Die zahlreichen Veranstaltungen, Lesungen, aber auch Partys erledigen sich nicht von selbst. Sie bedürften eines enormen, ehrenamtlichen Engagements. Allein dieses sei schon Grund genug, das IvI zu retten. „Unser Vorschlag zeigt, dass ein Erhalt des Instituts machbar ist“, sagt Martin Timm. „Nun müssen wir sehen, ob dieser auch gewollt ist.“

Eine erste Stellungnahme zu dem Vorschlag kam im Laufe des Freitags von der Universität. Die distanziert sich von dem Vorschlag der Initiative. Der angesprochene Standort sei im Bebauungsplan nicht für eine solche Nutzung vorgesehen. "Auch andere Grundstücke scheiden aufgrund bereits bestehender fester räumlicher Zuordnungen als Möglichkeit aus", heißt es in einem Schreiben der Universität. Auch eine finanzielle oder anderweitige Unterstützung schließt das Präsidium aus, weil "Landesmittel für nicht-universitäre Aktivitäten nicht verwendet werden können."
 
22. Februar 2013, 12.24 Uhr
Gerald Schäfer
 
 
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