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Dubiose Zahlungen an Frau von OB
 

Dubiose Zahlungen an Frau von OB

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Der nächste Skandal bei der AWO?

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Es wird nicht ruhiger um die Frankfurter AWO: Nachdem bereits wegen Betrug und Untreue gegen Verantwortliche des Frankfurter Kreisverbands ermittelt wird, stehen nun Gehaltszahlungen an die Frau des Frankfurter Oberbürgermeisters im Fokus.
Die Serie von Skandalen rund um die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) reißt nicht ab. Nachdem wegen Abrechnungen in Bezug auf zwei von der AWO betriebene Flüchtlingsunterkünfte Ermittlungen wegen Betrugs und Untreue gegen die AWO durch die Staatsanwaltschaft aufgenommen wurden, gerät nun Zübeyde Feldmann, die Ehefrau von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), in den Fokus der Berichterstattung. Zübeyde Feldmann leitet die im Ostend ansässige deutsch-türkische Kindertagesstätte „Dostluk – Freundschaft“. Laut Recherchen des Hessischen Rundfunks , dem entsprechende Unterlagen vorliegen, bezieht sie dort ein höheres Gehalt als üblich. Die AWO zahlt Tariflöhne nach Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Zübeyde Feldmann wurde im September 2015 Leiterin der Kindertagesstätte (KiTa) im Ostend. Nach Recherche des HR habe sie im Jahr 2017 bereits die höchste mögliche Bezahlung in ihrer Tarifgruppe erhalten. Um dies zu erreichen, hätte die heute 33-Jährige normalerweise bereits 17 Jahre in ihrer Gehaltsgruppe arbeiten müssen.

Der dadurch erlangte finanzielle Vorteil betrage laut HR rund 1000 Euro brutto pro Monat. Ein vom HR befragter Experte wertete dies als Verstoß gegen das Besserstellungsverbot. Die AWO bekommt ihre Personalkosten pauschal von der Stadt Frankfurt zurückerstattet, im Gegenzug darf die AWO ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht besser bezahlen als städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vergleichbaren Positionen. Unklar ist jedoch, inwiefern eine Tätigkeit in einer KiTa mit einem mehrsprachigen, interkulturellen Profil mit anderen KiTas vergleichbar ist. Zusätzlich zu der Einstufung in die höchstmögliche Gehaltsstufe bekam Zübeyde Feldmann auch einen Dienstwagen gestellt. Wie lang sie diesen hatte sei jedoch unklar.

Bereits vor ihrer Zeit als KiTa-Leiterin soll die damalige Lebensgefährtin des Oberbürgermeisters dubiose Zahlungen von der AWO in Wiesbaden erhalten haben. Die Zahlungen seien als „Zuwendung“ deklariert aus einem Mitarbeiter-Pool bezahlt worden. Die Zahlungen seien der Wiesbadener AWO von der AWO Frankfurt zurückerstattet worden. Wofür Zübeyde Feldmann diese Zahlungen erhielt, sei unklar. Auch gegen Peter Feldmann selbst gibt es Vorwürfe. Er habe in der Zeit, bevor er Oberbürgermeister wurde, bei der AWO eine Stelle inne gehabt, die mit keinen Tätigkeiten verbunden gewesen sei – er habe in der Zeit Wahlkampf betrieben. Das Büro des Oberbürgermeisters wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.

Ermittlungen wegen Betrug und Untreue

Die AWO Frankfurt steht im Verdacht, während der Betreuung von zwei Flüchtlingsunterkünften falsche Angaben bezüglich ihrer finanziellen Ausgaben an die Stadt gemacht zu haben. Dabei geht es um Summen in Millionenhöhe. Nachdem diese Ungereimtheiten nach Recherchen der Frankfurter Neuen Presse ans Licht gekommen waren, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrug und Untreue gegen Verantwortliche des Frankfurter Kreisverbands. Konkret soll die AWO für die Versorgung von Geflüchteten einen externen Caterer beauftragt haben, der deutlich günstiger gewesen sein soll, als die Tagespauschale, die die AWO von der Stadt erhielt. Ähnlich soll es sich mit der Beauftragung einer eigenen Sicherheitsfirma und mit Sportangeboten verhalten haben.
 
20. November 2019, 12.50 Uhr
nre
 
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Leser-Kommentare

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Henry Rudolf Doc am 21.11.2019, 22:27 Uhr:
Schon Albert Einstein sagte: " Heute ist nichts mehr sicher; sicher ist dies auch nicht "
Erschreckend ist im "Fall Feldmann' vor allem die 'Selbsherrlichkeit des Oberbürgermeisters ohne Schuldgefühl.
Sein Rücktritt ist überfällig !
 
Josef Nesshold am 20.11.2019, 20:15 Uhr:
Zu dem Kommentar von Thomas Szymanski, Puppen-und Schauspieler: Mit den monatlichen zwei, oder sogar noch mehr fürstlichen Einnahmen, konnten die Beiden, schön die Puppen tanzen lassen. Ein erbärmliches Schauspiel. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass die AWO für den Vorgang eine plausible Begründung (er) finden wird! Wetten?
 
Ralph Lange am 20.11.2019, 18:14 Uhr:
Die AWO macht einen guten Job mit vielen hundert Ehrenamtlichen in zahlreichen tollen Projekten. Schade, dass einige aus der SPD scheinbar die AWO als Selbstbedienungsladen angesehen haben. Das muss sofort aufgeklärt und beendet werden. Im Interesse der ehrwürdigen und sinnvollen Arbeiterwohlfahrt.
 
Ralph Lange am 20.11.2019, 18:14 Uhr:
Die AWO macht einen guten Job mit vielen hundert Ehrenamtlichen in zahlreichen tollen Projekten. Schade, dass einige aus der SPD scheinbar die AWO als Selbstbedienungsladen angesehen haben. Das muss sofort aufgeklärt und beendet werden. Im Interesse der ehrwürdigen und sinnvollen Arbeiterwohlfahrt.
 
Thomas Szymanski am 20.11.2019, 14:40 Uhr:
"Da sieht man es wieder. Nicht nur ein Skandal um die AWO, sondern auch gleichzeitig für die Stadt. - Was sind das überhaupt für Geschäftspraktiken? - Eigentlich bräuchte Sie nur eine halbe Stelle, ansonsten soll sie für ihre Kinder da sein. Der Ehemann verdient ja genug im Jahr. Somit ist es ein auch ein weiterer Skandal für die SPD. - Pfui! - Wo wird dies noch hinführen? Gibt es noch mehr davon, auch bei anderen Politikern und ihren Ehefrauen? Ja, da sollte die Staatsanwaltschaft einmal tüchtig und tief graben.
Ich bin überzeugt, dass es noch mehr solche kriminellen Zustände, egal ob in Hessen, oder anderswo gibt! - Armes Deutschland! - Thomas Szymanski, Puppenspieler und Schauspieler
 
08 15 am 20.11.2019, 13:47 Uhr:
"Der Gegenwert des Dienstwagens wurde laut den HR-Informationen mit rund 400 Euro angegeben." Die 400 Euro sind der steuerliche Vorteil, der im Monat mit 1% Listenpreis angegeben werden muss. Frau Feldmanns Dienstwagen ist nicht 400 Euro wert, sondern 40.000 Euro. Augen auf!
 
 
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