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Foto: Lukas Gedziorowski
Foto: Lukas Gedziorowski

Diskussion um Galopprennbahn und DFB-Akademie

„Keine Ghettobildung"

Am Freitag wurden die Pläne für die DFB-Akademie im Ortsbeirat vorgestellt. Doch viele waren nicht gekommen, um sich zu informieren, sondern um ihren Unmut über das Ende der Rennbahn zu bekunden.
Es sollte eine Informations- und Diskussionsveranstaltung werden. So hat sie die Stadt für die Ortsbeiratssitzung am Freitag angekündigt. Thema: der Bebauungsplan für die Galopprennbahn. Dort will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine Akademie errichten. Vertreter der Stadt und Architekt Gerhard Wittfeld (Foto) waren gekommen, um die Pläne vorzustellen. Doch viele Bürger im Plenum interessierten sich weder für Informationen noch wollten sie diskutieren.

Höhnisches Gelächter drang immer wieder aus den Zuschauerreihen. Archtitekt Wittfeld konnte noch so oft beteuern, wie gut sich die geplante DFB-Akademie in die Landschaft einfügen werde, wie viele Grünflächen es geben werde, wie offen das Gelände für Besucher sein werde – einige wollten es nicht wahrhaben. Schon gar nicht, dass die Galopprennbahn für das Projekt geopfert wird. „Die DFB-Akademie wird Ghetto-Charakter haben“, sagte ein Mann. „Der DFB gehört nicht hierher.“ Man solle lieber Migrantenwohnungen auf der Rennbahn bauen. „Das ist Unglaubliches, was Sie hier leisten!“

Der Architekt gab sich gelassen und freundlich. „Wir Rheinländer sind gutmütige Menschen“, sagte der Aachener. „Die Hessen auch!“, rief jemand zurück. „Das müssen Sie noch beweisen“, konterte Wittfeld. Er widersprach den Vorwürfen aus dem Plenum: „Das Haus wird offen und kommunikativ“, sagte er. Es werde sich zum Stadtteil öffnen und zum Teil öffentlich zugänglich sein, es soll einen Fanshop und ein Café für Besucher sowie eine Aussicht auf einen Sportplatz geben. "Das ist ganz und gar keine Ghettobildung." 75 Prozent des Geländes sollen unbebaut bleiben. Drei Sportplätze sollen Natur-, zwei sollen Kunstrasen bekommen. „Im Wettbewerb ist unser Projekt mit Abstand das mit der geringsten Versiegelung gewesen“, so Wittfeld.

Der Hauptverkehr zur Akademie, vor allem die Zufahrt zum Parkhaus, soll über die Rennbahnstraße erfolgen. Laut Markus Radermacher vom Stadtplanungsamt ist eine Erschließung über die Kennedyallee nicht möglich, da es sich um eine Bundesstraße handelt und dafür Beschränkungen gelten. Einige Bürger äußerten Vorschläge zum geplanten Bürgerpark, den die Stadt im Norden des Geländes einrichten will: Gewünscht wurde in Hundepark sowie ein hoher Freizeitwert für die Jugend. Die fünf Hektar Erweiterungsfläche für den DFB sollen vorläufig in die öffentliche Grünfläche intergriert werden. Der Fußballverband hat sich dazu bereit erklärt, sich an einzelnen Projekten im Park zu beteiligen. Welche Kosten der Bürgerpark verursachen wird, ließ der Vertreter des Stadtplanungsamts offen. Am 5. Oktober soll der Beteiligungsprozess der Öffentlichkeit für das Projekt beginnen. Doch auch daran äußerten die Zuhörer Zweifel; sie befürchten eine Alibi-Veranstaltung.

Wie am Freitag bekannt wurde, soll die DFB-Akademie um 20 Millionen Euro teurer werden als geplant. Das Präsidium des Sportverbands hat am Freitag einem Gesamtbudget von 109 Millionen Euro zugestimmt. Der DFB will die Kosten nach wie vor alleine tragen. Der Mehraufwand kommt daher, dass auf dem Gelände eine Fußballhalle errichtet werden soll; außerdem ist nach Angaben des Fußballverbandes der Platzbedarf der Verwaltung gestiegen.
 
14. September 2015, 11.17 Uhr
Lukas Gedziorowski
 
 
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