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Demonstration gegen den Klimawandel
 

Demonstration gegen den Klimawandel

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Deutschland fliegt nicht?

Foto: © Gegenwind 2011 Rhein-Main e.V./PR Newswire New York
Foto: © Gegenwind 2011 Rhein-Main e.V./PR Newswire New York
Mit der neuen Kampagne „Deutschland fliegt nicht“ will ab Februar 2020 eine bundesweite Aktion für den Verzicht von Inlandsflügen an den Start gehen. Kampagnenstart ist bereits am kommenden Montag am Frankfurter Flughafen.
„Germany Grounded“, frei übersetzt „Deutschland fliegt nicht“, hieß die Message, die am 31. Oktober am New Yorker Times Square in großen Lettern auf der Anzeigetafel von Reuters flimmerte und für tausende Menschen in der Weltmetropole zu sehen war. Damit fiel der hochambitionierte Startschuss für die von Fluglärmgegnerinnen und -gegnern aus dem Rhein-Main-Gebiet ins Leben gerufene Initiative „Deutschland fliegt nicht“, die ab Februar 2020 bundesweit für Furore sorgen soll. Ziel der Aktion ist es, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, auf das Fliegen zu verzichten.

Spätestens seit den weltweit stattfindenden Fridays for Future-Protesten ist eine Debatte über das Reiseverhalten hierzulande entbrannt. Die Vielfliegerei steht dabei immer mehr im Fokus, denn Flugzeugreisen schädigen das Klima weit mehr als Bus- oder Bahnreisen. Obwohl der Luxus zu fliegen nur rund zehn Prozent der Erdbevölkerung überhaupt zur Verfügung steht, macht er fünf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes aus. Bei Stickstoff- und Wasserdampf-Ausstoß ist der Anteil noch höher. Dabei spielt auch Deutschlands größter Flughafen eine bedeutende Rolle: Dieser setzt 35 Prozent der Inlandsflüge um. Insgesamt zählt der Frankfurt Airport zu den 15 größten Flughäfen weltweit und befördert rund 70 Millionen Fluggäste im Jahr. Vor Beginn des Baus von Terminal 3 war der letzte große Schritt zur Flughafenerweiterung die Eröffnung der Nordwestlandebahn 2011.

Dieser rief auch die Initiatorinnen und Initiatoren der Kampagne „Deutschland fliegt nicht“ auf den Plan, die vor acht Jahren die gemeinnützigen Vereine Stop-Fluglärm.de, Gegenwind 2011 Rhein-Main und die Initiative Klima-, Umwelt- und Lärmschutz im Flugverkehr gründeten und seitdem mit großer Ausdauer montagabends im Frankfurter Flughafen demonstrieren. Nachdem am 4. Februar 2012 6000 Teilnehmende demonstriert hatten, erprobte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, inwieweit höhere Abflugwinkel zur Lärmvermeidung möglich sind und nahm eine Anpassung von 3 auf 3,2 Grad vor.

Am kommenden Montag den 11.11. schlagen die Fluglärmgegnerinnen und -gegner ein neues Kapitel auf. Während der 300. Montagsdemonstration im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens, sollen im Rahmen der Kampagne „Deutschland fliegt nicht“ erstmal Fliegende davon überzeugt werden, spätestens in der Aktionswoche im Februar auf ihre privaten sowie geschäftlichen Inlandsflüge zu verzichten. Weiterhin wird am Montagabend vorgestellt „wann, wo und wie die Aktion bis zum Februar 2020 Deutschlands Flughäfen und Städte erreicht“, so Rolf Fritsch von Gegenwind 2011 . Um möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren, sollen neben Unternehmen, Verbänden, Institutionen und Politik auch prominente „Meinungsbildner“ überzeugt werden. So haben sich bereits Fernsehmoderator Joko Winterscheidt und die ehemalige Olympia Siegerin Britta Steffen öffentlich über ihren Flugverzicht geäußert. Am 11.11. erhält die Montagsdemo zudem Unterstützung von Kabarettist Lars Reichow, dessen Auftritt das Programm abrundet.

Im Gegensatz zu beispielsweise Extinction Rebellion, die in London mit einer Drohnenblockade planten, den Luftraum des Flughafens Heathrow zu blockieren, greifen die Fluglärmgegnerinnen und -gegner zu gemäßigteren Überzeugungsmethoden: „Unser Appell richtet sich an die menschliche Vernunft, er soll zum Nachdenken anregen und helfen, Gewohnheiten zu ändern“, heißt es in dem Aufruf. „Nachhaltig fliegen, heißt nicht fliegen“ meint Hans-Peter Huppert von Gegenwind 2011 und sieht sich in der chinesischen Philosophie bestärkt: „Schon seit Konfuzius ist Gemeinsam-Nix-Tun ein starkes, überparteiliches und erprobtes Instrument.“ Symbolisch soll am Montag deshalb auch das „Gemeinsam-Nix-Tun“-Sofa enthüllt werden, auf dem die ersten Nichtfliegerinnen und -flieger ins Bild gesetzt werden sollen. Dieses soll im Januar 2020 unter anderem vor dem Kanzleramt abgelichtet werden. Die Initiatorinnen und Initiatoren machen mit der Aktion ihre Enttäuschung über die (noch) nicht erfolgten Änderungen durch die Politik deutlich. Ihr Konzept: Die Verantwortung in die Hände des Einzelnen legen, statt auf Verbote, Verordnungen und Gesetze zu warten.

>> Offizieller Kampagnenstart, 11.11., Frankfurter Flughafen, Terminal 1, ab 18 Uhr Demonstration, ab 18.15 Auftritt Kabarettist Lars Reichow, 18.40 Vorstellung der Kampagne und Online-Schaltung von www.deutschland-fliegt-nicht.de
 
6. November 2019, 12.55 Uhr
Armin Heinrich
 
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Leser-Kommentare

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weissblau am 6.11.2019, 22:40 Uhr:
Gute Idee, das wird die Businesselite sicher davon abhalten morgens FFM-MUC und Abends noch nach Hamburg zu fliegen.
Die meisten die innerdeutsche Flugreisen angehen machen das nicht zum Spaß und wollen sicherlich nicht mit First-World-Children darüber reden ob die Reise Sinn macht oder nicht. Die gehen schlicht arbeiten. Und die Bahn ist keine Alternative, durfte ich heute selbst erfahren, 1 Stunde Delay FFM-MUC, nur weil ich nicht fliegen wollte.....
 
 
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