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Aus für die Clubnight
 

Aus für die Clubnight

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Der Hessische Rundfunk nimmt die Sendung aus dem Programm

Nach 24 Jahren setzt der Hessischen Rundfunk (HR) die Radio-Show „Clubnight“ ab. Der Macher der Sendung, Frank Eckert, ist enttäuscht – und mit ihm viele begeisterte Anhänger der Sendung.
„Wir sind ein junges Radio und müssen unsere Sendungen immer wieder hinterfragen“, sagt Christian Brost, der für die „Clubnight“ verantwortliche Redakteur beim HR. „Nach 24 Jahren war es einfach Zeit für etwas Neues. Wir machen damit aber nichts kaputt. Die Show verändert sich lediglich und passt sich den Strömungen der Zeit an“, so Brost.

Gegründet wurde das Format der Clubnight 1990 von den DJs Thorsten Fenslau aus dem Dorian Grey, Sven Väth aus dem Omen, Heinz Felber aus dem Cookys, Lady D und dem Hip Hop-DJ Chilly T. Der HR strahlte die Sendung zunächst auf HR 3 aus. 1998 ging die Clubnight an die neu gegründete Jugendwelle HR XXL über. Seit 2004 ist die Sendung samstags bei Youfm zu hören. Am 14. Juni läuft die Sendung dort dann auch zum letzten Mal. Austragungsort ist der Hessentag in Bensheim. Das Team der Resident DJs hat sich während der gesamten Zeit immer wieder vergrößert, die Liste der Stars ist lang: Mark Spoon, Talla 2XCL und DJ Dag sind nur ein paar wenige Namen, die bei der Clubnight aufgelegt haben. „Mittlerweile haben die DJs keine Zeit mehr um an einem Samstagabend im Radio aufzulegen. Deshalb gibt es auch in der Clubnight fast keine Live-Sets mehr“, sagt Borst. Dem setzt Frank Eckert, der Macher der der Sendung und als DJ Franksen bekannt, entgegen: „Die DJs fragen trotz ihrer engen Zeitpläne auch heute noch danach, wann sie mal wieder bei der Clubnight spielen können.“ Frank Eckert ist traurig darüber, dass das Kultformat nach 24 Jahre von der Radiooberfläche verschwindet. Informiert wurde er darüber bereits Anfang des Jahres. „Für mich ist daran das Unschönste, dass die Urformen von House und Techno im heutigen Radiomarkt immer weniger Anklang finden“, so Eckert. „Ich schaue auf tolle Jahre zurück. Für mich als DJ, Redakteur und Moderator geht es auf zu neuen Ufern. Das kann nie schlecht sein. Vielleicht schreibe ich ein Buch. Dafür fehlte immer die Zeit.“

Christian Brost betont, dass die Entscheidung über das Ende der Clubnight nicht aus kommerziellen Gründen getroffen wurde. „Wir müssen alle unsere Sendungen immer wieder hinterfragen. In den letzten Monaten, haben wir immer mal wieder über Erneuerungen nachgedacht um etwas mehr Frische in unser Programm zu bekommen“, so Brost. „Es wäre doch schrecklich wenn immer alles so bleibt wie es ist.“ An die Stelle der Clubnight treten zwei neue Formate: „Press Play“ und „Youfm Featuring“. „Hier wird ebenfalls die Musik aus den Clubs im Rhein-Main-Gebiet gespielt. Außerdem wird es eine eigene neue Partyreihe geben“, sagt Brost. Allerdings ist Frank Eckert in diese Projekte nicht involviert – für ihn sei die Clubnight eine „Herzensangelegenheit“ gewesen, da könne er nicht einfach mit einer Nachfolgesendung weitermachen. „Mir bleibt, Danke zu sagen, für die schöne Zeit und auch für die große Anteilnahme momentan“, so Eckert. „Der Hessentag als Ausstieg der Sendung ist eine würdige Sache“.
Vielleicht ist sein Ausscheiden vom HR mit ein Grund, weshalb sich die vielen Fans der Show nicht durch die neuen Pläne des HRs trösten lassen. „Mit der Clubnight haben sich die Zuhörer identifiziert, das riesige Netzwerk, das sich mittlerweile aufgebaut hat, löst diese unheimlich starken Emotionen bei den Menschen und auch bei mir aus“, sagt Eckert.
Die Aussicht auf Frische und Innovation scheint den Zuhörern nicht auszureichen. Innerhalb weniger Tage hat die Facebookseite über 3000 Befürworter gefunden. Dort hagelt es negative Kommentare über den HR und dessen Vorhaben, die Sendung abzusetzen. „Das ist wirklich schade. Natürlich sind viele Menschen enttäuscht. Wir haben das persönliche Gespräch mit den Betreibern der Seite gesucht, dafür waren sie aber nicht bereit“, sagt Christian Brost. „Wir hätten ihnen gerne mehr über die zukünftigen Formate erzählt. Vielleicht wäre die Enttäuschung dann nicht mehr ganz so groß.“

Bleibt abzuwarten wie der Start von „Press Play“ und „Youfm Featuring“ verläuft. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Redakteure des HR adäquaten Ersatz für die Clubnight gefunden haben.

Update: Am Freitagmorgen hat sich der Betreiber der Facebook-Seite "Rettet die You FM Clubnight", Philipp Hofmann, zu Wort gemeldet: Er selbst sei, entgegen der Darstellung Christian Brosts, zu Gesprächen bereit und habe Brost bereits eine E-Mail geschrieben, in der er "all seine Fragen beantwortet und unsere Sicht der Dinge sachlich, aber auch mit dem notwendigen emotionalem Background geschildert habe", schreibt Hofmann auf der Facebook-Seite. Er selbst habe in seinem Antwortschreiben einige Dinge hinterfragt, zu denen sich Christian Brost bislang jedoch noch nicht geäußert habe.

Foto: Frank Eckert alias Franksen
 
12. Juni 2014
Vivienne Zerner
 
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Fotogalerie:
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Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Ptrk Neuntausend am 13.6.2014, 14:34 Uhr:
Ein Traditionsformat mit einer gesicherten Fanbase einfach zu streichen, ist sicherlich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten fragwürdig. Allerdings steht auch hier die Frage im Raum, ob die Wirtschaftlichkeit bei einem öffentlich-rechtlichen Sender überhaupt eine Relevanz hat. Das musste man sich schon damals nach dem Entfernen der Sendungen von Klaus Walter aus dem HR - Programmm fragen. Das Anbiedern von YouFM an die vermeintliche Konkurrenz Planet Radio ist in Punkto Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Schon jetzt war der Sender kaum über einen längeren Zeitraum zu ertragen. Jemand, der solche Entscheidungen trifft, sollte davon in Zukunft besser Abstand nehmen.
 
Panchi Donoso am 13.6.2014, 11:09 Uhr:
Wenn etwas hinterfragt wird ist doch die Antwort das Ergebnis, bei der Entscheidung gegen die Clubnight , ist aber die Antwort nicht von Belang ! Das passiert wenn Leute über etwas; in diesem Fall ist es eine Musik Scene, entscheiden dürfen von denen sie keine Ahnung haben.
Das ist echt ein Armutszeugnis für den hr.
 
 
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