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160 Jahre Zoologische Gesellschaft Frankfurt
 

160 Jahre Zoologische Gesellschaft Frankfurt

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Einsatz für ein Erbe der Menschheit

Foto: © ZGF
Foto: © ZGF
Gegründet wurde die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, um einen Tierpark in der Stadt zu etablieren. Mittlerweile hat sich die ZGF zu einer weltweit agierenden Organisation entwickelt, die sich für den Naturschutz einsetzt.
„2017 war wieder ein sehr erfolgreiches Jahr für uns“, sagte Klaus Becker, der ehrenamtliche Präsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Noch nie habe die Organisation mehr Geld für den Naturschutz einsetzen können als im vorigen Jahr, als der Projektetat 13,9 Millionen Euro betrug. Die ZGF finanziert sich über Spenden von Stiftungen, Privatleuten und Für 2018 erwartet die ZGF eine erneute Rekordsumme. Alle Einnahmen der Gesellschaft sollen unmittelbar in den Naturschutz investiert werden, erzählte Becker.

Weltweit im Naturschutz aktiv
Im März 1858 wurde die Zoologische Gesellschaft von Frankfurtern Bürgern gegründet, mit dem Ziel, einen Zoo in der Mainmetropole zu etablieren. Seit der Tierpark während des ersten Weltkrieges von der Stadt übernommen wurde, hat sich die Organisation zu einem weltweit aktiven Vertreter im Naturschutz gewandelt. Klaus Becker verwies auf die Verdienste des langjährigen Zoodirektors Bernhard Grzimek, der maßgeblich für den neuen Schwerpunkt der ZGF verantwortlich war. Auch an der Gründung des größten deutschen Nationalparks im Bayrischen Wald war Grzimek 1966 beteiligt.

Das Engagement der ZGF
Unvergessen ist sein Engagement für die Serengeti-Wüste in Tansania, noch heute ist das afrikanische Land das am stärksten unterstützte der ZGF. Auch Naturschutzprojekte in Äthiopien, Sambia, Deutschland, Rumänien, Weißrussland, Vietnam werden von den Frankfurtern finanziert. „Wir machen die praktische Arbeit vor Ort“, sagte Becker. Mehr als 300 Mitarbeiter der ZGF sind weltweit unterwegs, um die Natur zu schützen und Lebensräume für Tiere zu erhalten. Oberstes Ziel ist ein langfristiges Engagement in großen, „wilden“ Flächen auf der Erde. In 18 Ländern ist die ZGF aktiv, erst im Januar gründete sie den Yaguas-Nationalpark im Norden Perus, um 870.000 Hektar ursprünglichen Regenwald zu schützen.

Kampf gegen Wilderei und Korruption
Der ZGF ist es wichtig, die indigenen Bewohner vor Ort in ihre Arbeit einzubeziehen. „Wir wollen erreichen, dass Nationen stolz sind auf ihr kulturelles Erbe“, sagte Becker. Deshalb vermitteln die Frankfurter in Bildungsprogrammen an Schulen, um der lokalen Bevölkerung den Schatz im eigenen Land bewusster zu machen. Langfristig sollen so auch illegale Aktivitäten, wie Rodungen, Wilderei und Goldsuchen verhindert werden, die natürlichen Lebensraum zerstören. Aktuell wird die Natur im Selous-Reservat durch das größte Staudammprojekt des afrikanischen Kontinents bedroht. Das Gebiet, das zum Welterbe ernannt wurde, sei ein „unglaublich wichtiges Gebiet für Löwen, Elefanten und Windhunde“, erklärt ZGF-Geschäftsführer Christoph Schenck. Das Bauprojekt mit einer 260 Meter hohen Staumauer mache Wildnis kaputt. „Es ist extrem unklug, als Spezies Mensch auf der Erde, am eigenen Ast zu sägen“, kommentierte Schenck die wachsende Entwaldungsrate weltweit. Gerade ursprüngliche Wälder seien für das Klima und die Artenvielfalt wichtig.

Praktischen Naturschutz an die Uni holen
Gemeinsam mit der Goethe-Universität, der KPMG und der KFW Bank hat die Zoologische Gesellschaft die Spring School ins Leben gerufen, die internationale Studenten auf eine Tätigkeit im Naturschutz vorbereitet. Jeweils 30 Studenten bekommen praktische Tipps, etwa in den Bereichen Projektmanagement, Personalführung und Buchhaltung, ergänzt durch Exkursionen. Wichtig ist Becker, dass die Teilnehmer auch aus Ländern kommen, in denen die ZGF aktiv ist, etwa aus Äthiopien, Tansania, Peru oder Madagaskar. „Wir würden das Programm gerne zu einen Masterstudiengang entwickeln“, erzählt Becker zu den Plänen der Frankfurter.

Blick in die Zukunft
Für die nächsten Jahre haben Schenck und Becker große Pläne. Die Vertreter der ZGF wollen das Wissen verschiedener Frankfurter Institutionen nutzen, um gemeinsam „ein Leuchtturm in Europa für das Thema Naturschutz“ zu werden. Im geplanten Conservation Center soll das Knowhow der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Universität Frankfurt und der KfW-Stiftung unter einem Dach gebündelt werden. Ob die Forscher allerdings im historischen Zoo-Gesellschaftshaus interdisziplinär zusammenarbeiten können, ist unklar. Die Stadt plant, in dem Gebäude ein Kindertheater zu errichten.
14. September 2018
Nicole Nadine Seliger
 
Nicole Nadine Seliger
Jahrgang 1987, Studium der Germanistik, Anglistik und BWL, Leidenschaft für Sport, seit 2016 beim JOURNAL Frankfurt – Mehr von Nicole Nadine Seliger >>
 
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