Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Präsentation Peter Kurzeck
 

Präsentation Peter Kurzeck

0

Gegen die gefräßige Zeit

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Am Donnerstag stellen Rudi Deuble und Alexander Losse Peter Kurzecks posthum erschienenes Sommerbuch „Der vorige Sommer und der Sommer davor“ vor. Dabei sprechen sie auch über ihre komplizierte Arbeit am Nachlass des Autors.
Im November 2013 ist der Schriftsteller Peter Kurzeck im Alter von 70 Jahren in Frankfurt gestorben. Er hinterließ eine fassungslose Gemeinde von eingeschworenen Leserinnen und Lesern, vor allem aber ein gewaltiges, unvollendetes Lebensprojekt: „Das alte Jahrhundert“, so der Titel, war ein auf zwölf Bände angelegter Zyklus. Zu Kurzecks Lebzeiten sind davon fünf Bände erschienen, darunter im Jahr 2011 der als sein Opus Magnum gefeierte, mehr als 1000 Seiten umfassender Roman „Vorabend“.

Peter Kurzeck, 1943 in Böhmen geboren und im Alter von drei Jahren als Flüchtling ins oberhessische Staufenberg gekommen, hat in die deutschsprachige Nachkriegsliteratur eine einmalige Form des autofiktionalen Schreibens eingeführt – und das lange bevor dieser Begriff überhaupt erfunden war. „Die ganze Gegend erzählen, die Zeit!“, so lautete der Vorsatz zum Roman „Vorabend“. In der Tat unternimmt Peter Kurzeck in seinen Romanen eine so radikale wie subjektive Erinnerungsarbeit, die sich auf wundersame Weise immer wieder in ein Epochenbild verwandelt. Ohne Peter Kurzeck wäre beispielsweise auch der „Ortsumgehungs“-Zyklus des Wetterauer Schriftstellers Andreas Maier nicht denkbar.
Ob Peter Kurzeck sein ambitioniertes Projekt überhaupt jemals hätte abschließen können, ist fraglich: Seine Arbeitsweise war aus- und abschweifend; dementsprechend kompliziert gestaltet sich auch die Sichtung seines Nachlasses. Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass Kurzecks Stammverlag Stroemfeld/Roter Stern im September 2018 Insolvenz anmelden musste. Dort war im Jahr 2015 posthum bereits der sechste Band des „Alten Jahrhunderts“ unter dem Titel „Bis er kommt“ erschienen. Die Stroemfeld-Lektoren Rudi Deuble, zugleich Kurzecks engster Freund und Vertrauter, und Alexander Losse hatten den Text aus dem unübersichtlichen Nachlass herausdestilliert. Nun hat sich der Verlag Schöffling & Co. des Werks von Peter Kurzeck angenommen. Sämtliche seiner Bücher werden in einheitlicher Ausstattung und Gestaltung neu aufgelegt. Zugleich arbeiten Rudi Deuble und Alexander Losse weiter an der Erschließung des Nachlasses.

Ende August ist nun der siebte Band des Zyklus’ „Das alte Jahrhundert“ erschienen: „Der vorige Sommer und der Sommer davor“ erzählt von einer Reise in den Süden und beschwört die elegisch-schwebende Stimmung langer, heißer Tage herauf. Der Erzähler, der mit dem Autor identisch ist, fährt in den Sommern 1983 und 1984 gemeinsam mit seiner Freundin Sibylle und der kleinen Tochter Carina per Anhalter nach Südfrankreich, um dort seinen alten Freund Jürgen zu besuchen, der in Barjac ein Restaurant eröffnet hat. Das Sommerbuch, wie Kurzeck selbst es nur genannt hat, ist ein heller, in der Grundstimmung heiterer Roman, in dem trotzdem die Panik zu spüren ist, mit der Kurzeck gegen den Hauptfeind angeschrieben hat: die Zeit. Die gefräßige Zeit, die alles mitnimmt. Dem setzt Kurzeck sein radikales Mitschreiben entgegen. Die beiden Herausgeber Rudi Deuble und Alexander Losse stellen „Der vorige Sommer und der Sommer davor“ an diesem Nachmittag vor, sprechen über Peter Kurzecks Werk und über ihre Arbeit am Nachlass.

>> Präsentation Peter Kurzeck, Buchhandlung Hugendubel, Steinweg 12, 19.9., 17 Uhr, Eintritt frei
 
18. September 2019, 11.26 Uhr
Christoph Schröder
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Dosch@Berlinale 2020: Teil 1
0
Die Sirenen heulen
Schon wieder Berlinale? Tatsächlich, die 70. sogar. Ein Jubiläum also. Unser Kinoredakteur Andreas Dosch weilt vor Ort und schildert erste Eindrücke. Bunt sind sie nicht. – Weiterlesen >>
Text: Andreas Dosch / Foto: © Peter Kreibich/Berlinale 2019
 
 
Am 23. März beginnt das Literaturfestival LiteraTurm. Die insgesamt 43 Veranstaltungen drehen sich um Themen wie die Verwandlung der Demokratie in eine Emokratie, um Klimawandel, Hass im Netz, Kunst und Moral. – Weiterlesen >>
Text: Christoph Schröder / Foto: Design by Fine German Design
 
 
Städel Museum: Meistbesuchte Ausstellung
0
Van Gogh stellt Rekord auf
Mit der Ausstellung „Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“ hat das Städel Museum einen neuen Rekord aufgestellt: Über 500 000 Besucherinnen und Besucher strömten in die Schau. – Weiterlesen >>
Text: rom / Foto: Vincent van Gogh (1853–1890) Bauernhaus in der Provence, 1888, National Gallery of Art, Washington © National Gallery of Art, Washington, Ailsa Mellon Bruce Collection
 
 
 
Einfach nur ein Konzert zu spielen, kommt für Conny Maly nicht in Frage. Wenn sie die Veröffentlichung ihres Albums „Planet Dino“ feiert, dann mit einem richtigen Happening wie am kommenden Samstag ab 21 Uhr im Musikclub Das Bett. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Playground Productions
 
 
Schulprojekt der HfMDK
0
Der Klang von Wasser
In diesem Jahr steht das Schulprojekt Response der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst unter dem Titel „Naturklänge - Klänge der Natur“. 23 Schulklassen aus Hessen und Thüringen nehmen daran teil. Im März tritt die 6b des Adorno-Gymnasiums mit ihrem Projekt in der Alten Oper auf. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: jwe
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  679