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Foto: Liebieghaus Skulpturensammlung/Esra Klein
Foto: Liebieghaus Skulpturensammlung/Esra Klein

„Liebieghaus Live“

Auf eine musikalische Weltreise mitnehmen

Am 23. Juni beginnt die Konzertreihe „Liebieghaus Live“ im lauschigen Garten des Museums. Ein Gespräch mit Kerstin Schultheis, der Leiterin des Veranstaltungsmanagements im Städel und Liebieghaus, über die Anfänge im Kaminzimmer, Corona-Konzerte und das neue Programm.
JOURNAL FRANKFURT: Wann wurde die Reihe „Liebieghaus Live" gestartet – schon vor der Pandemie oder erst seit dem ersten Corona-Sommer 2020?
Kerstin Schultheis:
„Liebieghaus Live“ haben wir bereits 2017 ins Leben gerufen. Wir hatten die Idee, jungen Nachwuchskünstlern aus der Region die Möglichkeit zu geben, sich in einem einzigartigen Ambiente dem Publikum zu präsentieren, nämlich im Kaminzimmer des Liebieghaus Cafés. Das Kaminzimmer bietet mit seinem Charme und der privaten Atmosphäre einen Ort für sehr persönliche Erfahrungen und Begegnungen, man könnte fast sagen, es ist das „Wohnzimmer Frankfurts“. Da gab es auch keine Bühne. Hier kamen sich Künstler und Publikum wirklich ganz nah. Wir haben ein Programm mit Singer-Songwriter-Konzerten, Poetry Slams oder auch improvisiertem Tanz entwickelt. Es begann im Kaminzimmer und wurde dann im Museum zwischen den Kunstwerken fortgesetzt. Das kam wahnsinnig gut an, das Format war immer rasch ausverkauft. Als dann die Pandemie mit den Kontaktbeschränkungen kam, haben wir „Liebieghaus Live“ neu gedacht. Schnell stand fest, dass wir in den wunderschönen Garten der Liebieghaus Skulpturensammlung gehen.

Wie haben Sie und wie hat das Publikum „Liebieghaus Live" 2021 wahrgenommen – was haben Sie verändert/verbessert/optimiert?
Im Sommer 2020 machten wir einen vorsichtigen Start und waren neugierig zu sehen, wie das Format angenommen wird. Als wir nach dem ersten, quasi Testkonzert sehr gute Resonanz vom Publikum erhielten, planten wir weitere Konzerte. Im Sommer 2021 trauten wir uns gleich mehr zu und boten zum ersten Mal ein breites Line-Up mit verschiedenen Musikrichtungen an, von sanftem Soul und Pop bis Indie und Rock.

Gab es irgendwelche besonderen Feedbacks von Publikum oder Künstlern?
Große Dankbarkeit auf beiden Seiten – von den Musikern, dass sie spielen konnten und dem Publikum, dass es endlich wieder Kultur erleben konnte! Die Künstler hatten während der Schließzeit der Kultureinrichtungen und durch den Wegfall der Konzerte einfach sehr wenige Aufträge, und waren glücklich, wieder auftreten zu können. In den Gesprächen, die wir vorab führten, zeigte sich schnell, dass wir im Liebieghaus auch mit die Ersten waren, die die Szene wieder zurück auf die Bühne holten. Alle Musiker haben zugesagt. Manche Künstler waren damals noch Newcomer und hatten ihre ersten Konzerte im Liebieghaus Garten. Und auch das Publikum war beglückt von der Musik und der Tatsache, endlich mal wieder rauszukommen, sich mit anderen auszutauschen und eine schöne Zeit zu haben. Die Freude am Leben und seiner Leichtigkeit kam bei vielen wieder zurück. Das schönste Kompliment, das mir ein Gast kurz nach einem Konzertstart machte, war ‚... jetzt hat das Leben endlich wieder einen Sinn‘.

Auch wenn niemand vorhersagen konnte, wie sich die Pandemie entwickelt – war für Sie früh klar, dass Sie die Reihe fortführen würden?
Ja, auch wenn es in der Veranstaltungsbranche so viele Unsicherheiten durch die Pandemie gab und gibt. Erfolgreiche Formate und Reihen werden von uns weiterentwickelt, verändert und eben wie bei „Liebieghaus Live“ neu gedacht. Das Publikum erwartet auch nach einiger Zeit etwas Neues. Das Schöne in der Liebieghaus Skulpturensammlung ist, dass es immer auch etwas Neues zu entdecken gibt – faszinierende Bildhauerkunst vom alten Ägypten bis zum Klassizismus sowie Sonderausstellungen, die wir mit einem attraktiven Veranstaltungsprogramm begleiten.

Ein Wort zum Programm 2022. Wie unterschiedet es sich vom vergangenen Jahr, was wiederholen Sie (nicht zuletzt wegen der guten Publikumsresonanz etwa bei Yvonne Mwale und Newmen), was bringen Sie neu an den Start?
Wir alle tragen noch die Sehnsucht in uns, zu reisen, aufzubrechen. Diesen Sommer dreht es sich bei „Liebieghaus Live“ um Musik aus aller Welt – von lateinamerikanischen Grooves über Afro-Blues bis hin zu Indie-Pop. Daher haben wir in diesem Jahr auch Künstler eingeladen, die schon lange in Frankfurt und Umgebung leben und arbeiten, eine große Fangemeinde haben, und uns mitnehmen auf eine musikalische Weltreise. Beim Yvonne Mwale Trio oder dem Ivan Santos Trio bleibt keiner auf den Stühlen sitzen. Dieses Jahr sind auch wieder die Musiker von Raindance dabei, die sehr talentiert sind und viel Potential haben. Das Publikum darf gespannt sein, wie sie sich nach einem Jahr musikalisch weiterentwickelt haben. Neu vorstellen wollen wir beispielsweise die französische Band Sacropolis, die Singer-Songwriterin LIN oder auch Ermisian, mit Rock und armenischer Folklore.

Wie würden Sie die Bandbreite des Musikangebotes beschreiben?
2021 haben wir wie gesagt von Soul über Pop und Indie bis Rock viel geboten. 2022 erweitern wir das Line-Up nochmal, etwa durch lateinamerikanische Musik. Frankfurt ist unglaublich international, viele leben und arbeiten hier vor Ort.

Neben der Musik: auf was darf sich das Publikum noch freuen, was gibt es diesmal an Kunst zu entdecken, was wird kulinarisch geboten?
Das Besondere an „Liebieghaus Live“ ist ja die Verbindung von Kunst und Live-Musik im wunderschönen Garten, das ist etwas Einzigartiges. Natürlich gibt es bei jedem Termin auch wieder die fantastische Sammlung des Liebieghauses zu entdecken, mit neuen Perspektiven und frischen Inspirationen. Passend zur Weltreise wird es auch kulinarisch einige Highlights geben. Das Publikum darf sich überraschen lassen.

Liebieghaus Live, vom 23.6. bis 15.9., donnerstags um 19 Uhr im Garten des Liebieghauses, Eintritt: 19 Euro/14 Euro ermäßigt, Tickets unter: liebieghaus.de
 
14. Juni 2022, 12.18 Uhr
Detlef Kinsler
 
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt. – Mehr von Detlef Kinsler >>
 
 
Fotogalerie:
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