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Kultur
 

Jubiläum in Rodgau

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Gitarrist Thomas Langer lud zur 100. Jazz Night

Seit 13 Jahren veranstaltet das Rodgauer Maximal seine legendären Jazz Nights, bei denen nationale wie internationale Musiker zu Gast sind. Jetzt fand die 100. Jazz Night im Kellerraum des Maximal statt.
Jeden ersten Freitag im Monat lädt Jazzgitarrist Thomas Langer Musikerkollegen aus der ganzen Welt ein, um mit ihm gemeinsam auf der Bühne der Kulturinitiative Maximal eine Jazz Night zu gestalten. Am Freitag, den 7. Februar, feierten die Jazz Night und das Maximal-Team ein Jubiläum.

Auf der Bühne standen diesmal Sängerin Annika Klar, Bassist Wolfgang Schmid, Saxophonist Tony Lakatos, Schlagzeuger Daniel Messina und natürlich Langer selbst. Dass bei den Jazz Nights schon lange nicht mehr nur reiner Jazz gespielt wird, zeigte sich auch bei der 100. Auflage. So spielten die fünf Musiker unter anderem auch Songs von den Beatles, Bob Marley, The Police und den Eurythmics. Ein Highlight war die anfangs „verjazzte“, später aber gewohnt rockige Version von Deep Purples „Smoke on the water“. Doch auch Jazzlegenden wie Herbie Hancock kamen nicht zu kurz. Sein Song „Stitched up“, den er zusammen mit Singer/Songwriter John Mayer aufgenommen hat, stand ebenfalls auf der Setlist.

Mit Annika Klar gesellte sich beim Jubiläum ein neues Mitglied ins Jazz-Night-Team des Maximal. Die Sängerin war zum ersten Mal im Rodgau zu Gast und freute sich über Langers Einladung. „Es macht Spaß“, rief sie dem Publikum und ihren Kollegen auf der Bühne zu. Und das sah und hörte man auch. Mit ihrer gefühlvollen und facettenreichen Stimme sorgte sie bei dem einen oder anderen Zuhörer für Gänsehaut.

„Die Idee zur Jazz Night entstand 2001 auf dem Parkplatz vor der alten Maximalhalle in der Stettiner Straße“, wie Thomas Langer erzählt. Man wollte das Programm etwas aufwerten und statt nur ein paar Konzerten ab und zu regelmäßige Jazz-Abende anbieten. Und so begann Langer, immer wieder neue Musikerkollegen nach Rodgau zu holen, um mit ihnen gemeinsam Musik zu machen.

Über 190 Musiker standen seitdem zusammen mit Thomas Langer auf der Maximal-Bühne. Darunter auch die Saxophonisten Peter Linhart und Peter Lehel, Jazz-Flötisitin Stefanie Wagner, Trompeter Thomas Schüler, Sängerin Kerstin Pfau und Bassist Joky Becker von den Rodgau Monotones, der New Yorker Saxophonist Carl Clements sowie Landsmann und Gitarrist David Becker.

Wolfgang Schmid und Daniel Messina waren bereits zum zehnten Mal dabei. Schmid gilt als einer der herausragendsten Bassisten Deutschlands. Vor allem in seinen Soli beeindruckt er durch seine furiose Spielweise, mit der er zeigt, dass der – für viele so langweilige – Bass sehr aufregend sein kann. Vollblutmusiker Daniel Messina geht in seinem Spiel völlig auf. Das merkt man nicht nur in seinen Schlagzeugsoli. Auch im Zusammenspiel mit anderen spürt man die Begeisterung für die Musik, die er an die Zuschauer weitergibt.

Saxophonist Tony Lakatos stammt aus einer Familie bekannter Geiger. Nachdem er zunächst auch Geige spielte, verschrieb er sich mit 17 Jahren dem Saxophon. Der Frankfurter ist seit 1993 Mitglied der hr-Bigband und spielte unter anderen mit Jasper Van’t Hoff, Cecil Mc Bee, Woody Shaw und Anthony Jackson. Als leidenschaftlicher Jazzer stand er schon bei mehreren Jazz Nights auf der Maximal-Bühne.

Auch nach 13 Jahren ist das Maximal mit seinen Jazz Nights immer noch erfolgreich. So erfolgreich, dass die Karten für die 100. Auflage schon weg waren, als der Abend gerade erst angekündigt worden war. Deshalb entschloss sich das Maximal-Team am Abend darauf eine „100,5te Jazz Night“ zu veranstalten. Und auch die war restlos ausverkauft, obwohl sie ohne Tony Lakatos stattfinden musste, der am Samstagabend schon wieder in Budapest spielte. Der kleine Kellerraum des Maximal war an beiden Abenden bis in die letzte Ecke gefüllt.

Diesen Erfolg hat die Kulturinitiative zum größten Teil ihrem Mitglied Thomas Langer zu verdanken. Viele der Musiker kommen nur wegen ihm nach Rodgau. Der gebürtige Frankfurter ist die treibende Kraft hinter den Jazz Nights. Schon früh stand für Langer fest, dass er sein Geld mit der Musik verdienen will. Er studierte an der New Yorker New School of Music und am Guitar Institute of Technology in Los Angeles bei Größen wie Ted Greene und Scott Henderson und wurde bei seinem Abschluss als „herausragendster Stilist des Jahres“ ausgezeichnet.

Heute kann er von seiner Musik leben. Langer gibt Gitarrenunterricht für Privatpersonen in Rodgau, ist Dozent an der Aschaffenburger Future Music School, leitet Workshops in der ganzen Republik und ist deutschlandweit auf Konzerten unterwegs. Für seine Arbeit im Maximal wird Langer im März mit dem Kulturpreis der Stadt Rodgau ausgezeichnet.

Die nächste Jazz Night findet am Freitag, den 7. März, im Rodgauer Maximal, Eisenbahnstraße 13, statt. Auch dann werden wieder interessante Musiker zu Gast sein. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage der Kulturinitiative Maximal.
 
12. Februar 2014, 18.51 Uhr
Laura Oehl
 
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