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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019
 

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019

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Sebastião Salgado und die Erde, die uns nicht allein gehört

Foto: Yann Arthus-Bertrand
Foto: Yann Arthus-Bertrand
Der diesjährige Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. Neben Armut, Flucht, Heimatlosigkeit und Krieg gehören Natur- und Umweltschutz zu den Hauptthemen seiner Arbeiten.
Der Friedenspreis, der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. bereits seit 1950 vergeben wird und mit 25 000 Euro dotiert ist, geht in diesem Jahr an den brasilianischen Fotografen Sebastião Ribeiro Salgado. 1944 im brasilianischen Aimorés in Minas Gerais geboren, thematisiert Salgado in seinen Bilder Themen wie Flucht und Heimatlosigkeit, aber auch den oftmals damit verbundenen Krieg sowie Armut. Zudem appelliert er in seinen ausschließlich in schwarz-weiß gehaltenen Fotografien an die Dringlichkeit des Natur- und Umweltschutzes. Das spiegelt sich auch in der Begründung des Stiftungsrats des Friedenspreises wider: „Mit seinem fotografischen Werk, das in zahlreichen Ausstellungen und Büchern veröffentlicht ist, nimmt er die durch Kriege oder Klimakatastrophen entwurzelten Menschen genauso in den Fokus wie jene, die traditionell in ihrer natürlichen Umwelt verwurzelt sind. Dadurch gelingt es Sebastião Salgado, Menschen weltweit für das Schicksal von Arbeiterinnen und Arbeitern und Migrantinnen und Migranten und für die Lebensbedingungen indigener Völker zu sensibilisieren. Indem der Fotograf seine aufrüttelnden, konsequent in schwarz-weiß gehaltenen Bilder als ,Hommage an die Größe der Natur‘ beschreibt und die geschändete Erde ebenso sichtbar macht wie ihre fragile Schönheit, gibt Sebastião Salgado uns die Chance, die Erde als das zu begreifen, was sie ist: als einen Lebensraum, der uns nicht allein gehört und den es unbedingt zu bewahren gilt.“

Salgados Karriere begann jedoch nicht mit der Fotografie. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler war während der brasilianischen Militärdiktatur in der Oppositionsbewegung aktiv und musste deshalb zunächst nach Paris emigrieren. Als er anschließend für Entwicklungshilfeprojekte in Afrika tätig war, entdeckte er die Fotografie für sich. 1973 gab er seinen Beruf als Ökonom auf und entschied sich vollends für die Fotografie. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Hilfsorganisationen wie beispielsweise der UNICEF und den Reportern ohne Grenzen veröffentlichte Salgado zahlreiche Fotobände, mit denen er auf das Schicksal und dem Leben von Flüchtlingen aufmerksam machte. Schon seit Beginn seiner Arbeit gehören zudem auch Themen wie Armut und Krieg zu seinen Hauptmotiven. Ab den 90er-Jahren gehörten schließlich auch Landschaftsfotografien zu seinem Oeuvre. Fotografie sowie Natur- und Umweltschutz gehen bei ihm seitdem einher: In seinem gemeinnützigen Projekt „Instituto Terra“ in Brasilien wurde beispielsweise ein Naturschutzgebiet geschaffen, auf dem seit 1998 bereits mehr als 2,7 Millionen Bäume gepflanzt wurden. Mit Fotografien der unberührten Natur sowie den darin lebenden Tieren will Salgado das Bewusstsein für die Fragilität unserer Erde stärken.
 
19. Juni 2019
sis
 
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