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Auftritt in der Alten Oper Frankfurt
 

Auftritt in der Alten Oper Frankfurt

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John Cleese und die Macht eines guten Witzes

Foto: John Cleese
Foto: John Cleese
"Last time to see me before I die", lautet der Titel der Tour von John Cleese. Am Montagabend hatte das Frankfurter Publikum die Gelegenheit, den Monty-Python-Mann zu sehen. Und bekam eine Lektion übers Witze-Erzählen.
Wann lacht man eigentlich über einen dunklen Witz? Dieser Frage ging John Cleese bei seinem Auftritt in der Alten Oper auf die Spur. Kann man über drei Hunde lachen, die abgemetzelt werden? Oder einem Mann, dem sämtliche Gliedmaßen abgeschlagen werden? Oder einem Orchester, dessen Musiker in die Luft gesprengt werden? Man kann. Sehr sogar.



Cleese mischte bei seinem Auftritt Clips aus alten Zeiten mit Anekdoten und Kommentaren zum Zeitgeschehen. "Es sind harte Zeiten für Komödianten", meinte er mit Blick auf einen Besuch Kim Kardashians bei Donald Trump. "Die beiden haben eine Gefängnisreform besprochen. Das kann man sich doch nicht ausdenken." Früher bei Monty Python, da hätten sie auch Politiker-Interviews gemacht, nur, dass die dabei ein rosa Kleid und Schmuck getragen hätten und die Frage einmal in normaler Stimme und einmal in einer ganz hohen seltsamen Stimme vorgetragen hätte. Nun sei es soweit, dass das die Realität sei.

Von dem Fawlty-Tower-Hotelmanager führt Cleese' Reise zu den Anfängen des Flying Circus, jener Serie, die die Gruppe weltweit bekannt machte. "Es ist nie wieder in der Menschheitsgeschichte vorgekommen, dass ein TV-Manager eine Show genehmigt hat, von der er keine Ahnung hatte, was sie sein soll – und die Leute, die sie machten auch."

Zum Schluss nähert er sich wieder den Fragen des Humors. Und dem Tod. Kann man über den Tod lachen? Man kann. Cleese erzählt von seiner Mutter und ihrem ganz speziellen Humor, von dem er selbst verwundert scheint, dass er in der englischen Mittelschicht entstehen konnte. Am Ende ihres Lebens sei sie oft depressiv gewesen. "Ich habe mir das jede Woche angehört und irgendwann sagte ich: 'Ich kenn da einen kleinen Mann, der kommt kommende Woche vorbei, wenn es dir immer noch so geht wie jetzt. Und er wird dich töten.' Da hat meine Mutter so gelacht und es wurde unser Witz für die kommende Zeit. Ich hab sie an den kleinen Mann erinnert und sie meinte dann: Oh, nein, das geht nicht – Freitag bekomme ich doch Besuch."

Auch dem Tod, so Cleese, kann man nicht anders begegnen als mit Humor. Wie auch sonst. Cleese zeigt noch einen Clip. Es ist seine Trauerrede anlässlich des Todes von Graham Chapman. Es ist ein perfektes Beispiel für genau das:
12. Juni 2018
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, seit 2004 beim Journal Frankfurt, seit 2010 Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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